Die EIB-Gruppe richtete den EGF als Antwort auf Covid-19 im Volumen von 25 Milliarden Euro ein. Über diesen Fonds kann die EIB-Gruppe zusammen mit lokalen Geldgebern und nationalen Förderinstituten bis zu 200 Milliarden Euro für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und sonstige Unternehmen der Realwirtschaft mobilisieren – zusätzlich zu ihrem bereits angekündigten Soforthilfepaket.

Der EGF ist nun einsatzfähig, nachdem EU-Mitgliedsländer, die zusammen mindestens 60 Prozent des Kapitals der EIB vertreten, Garantien übernommen haben.

EIB-Präsident Werner Hoyer sagte: „In nur drei Monaten haben wir ein kraftvolles paneuropäisches Instrument entwickelt, mit dem wir Europa helfen, sich von den katastrophalen Folgen der Pandemie zu erholen. Ich möchte meinen aufrichtigen Dank an unsere institutionellen Partner, an die nationalen Regierungen und an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aussprechen. Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt: Nun müssen wir die Unternehmen auch wirklich erreichen, vor allem die kleinen und mittleren Betriebe. Sie sind das Rückgrat der Wirtschaft und stehen vor gewaltigen Herausforderungen. Europa gibt darauf eine starke und schnelle Antwort, ermöglicht durch Solidarität und Zusammenarbeit.“


Aktuelle Informationen: EIB genehmigt Coronahilfen von 10,2 Milliarden Euro für Unternehmen und den öffentlichen Sektor


So funktioniert der Garantiefonds

Der EGF wird von den EU-Mitgliedstaaten entsprechend ihrer Beteiligung an der EIB und/oder von anderen Institutionen finanziert.

Durch die Garantie kann die EIB-Gruppe lokale Banken und andere Finanzintermediäre in den EU-Ländern mit bestehenden Produkten versorgen. Diese Intermediäre, die vor Ort in engem Kontakt mit Unternehmen stehen, können so Geld für die Realwirtschaft mobilisieren, ohne ihre finanzielle Stabilität zu riskieren.

Der Garantiefonds sichert verschiedene Arten von Finanzierungen ab, die die Europäische Investitionsbank und ihre Tochtergesellschaft, der Europäische Investitionsfonds, durchführen.

Mit unseren durch den Garantiefonds besicherten Finanzierungen sichern wir einen Teil der Portfolios der Intermediäre ab. Dank des frei gewordenen Kapitals können die Intermediäre dann wieder neue Finanzierungen vergeben.

  • Mindestens 65 Prozent der durch den Fonds garantierten Mittel sind für KMU bestimmt.
  • Bis zu 23 Prozent sind Unternehmen ab 250 Beschäftigten vorbehalten, wobei für Unternehmen mit mehr als 3 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Beschränkungen gelten.
  • Bis zu fünf Prozent können für öffentliche Unternehmen und Einrichtungen verwendet werden, die im Gesundheitswesen oder der medizinischen Forschung aktiv sind oder die wichtige Dienstleistungen in Zusammenhang mit der Gesundheitskrise erbringen.
  • Bis zu sieben Prozent der Fondsmittel werden als Risiko- und Wachstumskapital sowie Venture Debt bereitgestellt.

Der Garantiefonds stellt der EIB und dem EIF Garantien für eventuelle Verluste aus diesen Finanzierungen. Durch die Bündelung von Kreditrisiken, die über die Europäische Union verteilt sind, wären die durchschnittlichen Gesamtkosten des Fonds deutlich niedriger als bei nationalen Programmen.

Außerdem bedeutet die Einbindung der EIB, dass ihr erstklassiges Kreditrating allen Mitgliedstaaten zugutekommt.

Wem hilft der Fonds?

Der Garantiefonds soll in erster Linie Unternehmen – vor allem KMU – in den EU-Ländern unterstützen, die derzeit zwar in Gefahr, langfristig aber solide sind und die ohne die Covid-19-Pandemie die Kreditanforderungen von Banken und anderen Finanzintermediären erfüllen würden.

Wie, wo und wann können Unternehmen die Mittel beantragen?

Die Finanzierungen sollen in allen EU-Ländern hauptsächlich über Finanzintermediäre angeboten werden, d. h. über Geschäftsbanken oder nationale Förderinstitute. Sobald die Mittel verfügbar sind, können die Unternehmen Anträge bei den teilnehmenden Banken und Finanzintermediären stellen. Die Liste der Institute wird auf www.eib.org veröffentlicht.

Anträge werden hauptsächlich von Unternehmen aus den am stärksten betroffenen EU-Ländern und Sektoren kommen. Für die Länder, die jeweils die meisten und die wenigsten Finanzierungsmittel erhalten, gelten Höchst- und Untergrenzen. Damit soll für eine ausgewogene Verteilung gesorgt werden.

Die EIB-Gruppe tut alles, um den Entscheidungsprozess zu beschleunigen, damit das Geld schnellstmöglich bereitsteht. Der Fonds ist jetzt einsatzfähig, nachdem Mitgliedstaaten, die zusammen 60 Prozent des Kapitals der EIB halten, ihre Beitragsvereinbarungen unterzeichnet haben.

Grüne und nachhaltige Erholung

Die EIB-Gruppe setzt ihre Arbeit fort und achtet dabei auf die Gesundheit ihrer Beschäftigten und ihrer Kunden. EIB und EIF behalten genau im Blick, welche wirtschaftlichen Auswirkungen die Covid-19-Krise auf ihr Portfolio und die Tätigkeit der betreffenden Unternehmen hat. Wir werden uns auch weiterhin mit ganzer Kraft für eine grüne und nachhaltige Erholung in Europa einsetzen.

Die EIB-Gruppe hat auch ein Hilfspaket vorgeschlagen, das Überbrückungskredite, Zahlungsaufschübe sowie weitere Maßnahmen vorsieht, um Liquiditäts- und Betriebsmittelengpässe von KMU und Midcap-Unternehmen zu überwinden. Dabei wird die EIB-Gruppe, auch unter Einbeziehung des auf KMU-Förderung spezialisierten Europäischen Investitionsfonds (EIF), mit Finanzpartnern in den Mitgliedsländern sowie mit den nationalen Förderbanken eng kooperieren.

Das vorgeschlagene Finanzpaket umfasst:

  • spezielle Garantieprogramme für Banken, die auf bestehenden Programmen basieren und sofort Mittel mobilisieren können. Durch eine Garantie-Tranche von 1 Milliarde Euro können KMU mit bis zu 8 Milliarden Euro versorgt werden.
  • ausgewiesene Liquiditätslinien an Banken, um eine zusätzliche Unterstützung von bis zu 10 Milliarden Euro zur Sicherung von Betriebskapital in KMU und Midcaps sicherzustellen
  • spezielle Kaufprogramme für Asset-Backed Securities (ABS), mit denen Banken Risiken von KMU-Kreditportfolios übertragen können, um weitere 10 Milliarden Euro an Unterstützung zu mobilisieren

Alle diese Maßnahmen lassen sich kurzfristig implementieren, um Liquiditätsengpässen zu begegnen. Sie werden, wo immer möglich, in Partnerschaft mit nationalen Förderbanken umgesetzt.

Bei der EIB-Gruppe stehen 6 Milliarden Euro für Investitionen im Gesundheitssektor zur Verfügung. Die Mittel sollen in die Gesundheitsinfrastruktur, in weitere Forschung oder in die Finanzierung von Impfstoffen und Medikamenten fließen. Die EIB-Gruppe würde die Projekte nur zum Teil finanzieren oder besichern, wodurch die 6 Milliarden Euro sogar ein noch größeres Investitionsvolumen anstoßen dürften.

Zusätzliche Mittel könnten in Gesundheitsinfrastruktur, in weitere Forschung oder in die Finanzierung von Impfstoffen und Medikamenten fließen. Außerdem wollen wir Länder außerhalb der EU mit 5 Milliarden Euro im Kampf gegen das Coronavirus unterstützen. Die Mittel sollen in die Gesundheitsinfrastruktur fließen und den Zugang betroffener KMU zu Kapital offen halten.

Die EIB-Gruppe will in den kommenden Monaten 6,7 Milliarden Euro für Länder außerhalb der Europäischen Union bereitstellen, um ihnen in der Coronapandemie beizustehen. Die Mittel sind Teil des Team-Europe-Hilfspakets und werden durch Garantien aus dem EU-Haushalt besichert. Sie dienen dringenden Gesundheitsinvestitionen und beschleunigen die langfristige Unterstützung privatwirtschaftlicher Investitionen in mehr als 100 Ländern weltweit.

Die EIB-Gruppe wird ferner die soziale und wirtschaftliche Erholung des Westbalkans von der Covid-19-Pandemie mit 1,7 Milliarden Euro unterstützen. Das ist ihr Beitrag zum Hilfspaket von 3,3 Milliarden Euro für die Region, das die Europäische Kommission am 29. April angekündigt hat.

Die schnelle Hilfe rettet Arbeitsplätze und Existenzgrundlagen in Sektoren, die am meisten von den wirtschaftlichen und sozialen Folgen von Corona bedroht sind. Bei Bedarf werden zusätzliche, langfristige Mittel für das Gesundheitswesen und Unternehmen nachgeschossen.

Zugleich intensivieren wir unsere Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Gemeinsam wollen wir in Ländern, die am stärksten von der Covid-19-Pandemie betroffen sind, die öffentliche Gesundheit stärken, die Länder mit notwendiger Ausrüstung versorgen und die Hygienebedingungen durch Schulungen und entsprechende Investitionen verbessern. Durch die neue Partnerschaft werden sie künftig besser gegen die gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen eines Gesundheitsnotstands gewappnet sein.

Die Bank ist außerdem an der EU-geführten globalen Geberkonferenz beteiligt und trägt in Partnerschaft mit der Europäischen Kommission 4,9 Milliarden Euro bei, um die Pandemie zu stoppen

Unser Beitrag im Überblick:

  • Schnelle Finanzierungen und gezielte technische Hilfe für Partner in 100 Ländern als Teil des Team-Europe-Hilfspakets
  • Kurzfristige Unterstützung von Gesundheits- und Unternehmensinvestitionen in Afrika, der östlichen und südlichen Nachbarschaft, im Westbalkan, Asien und Lateinamerika
  • Mehr Geld für von der Pandemie gebeutelte Unternehmen

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