>@Anne-Cécile Auguin/EIB
  • Umfangreiche Finanzierung für neue Impfstofffabrik des Institut Pasteur de Dakar, das in Afrika als Vorreiter gilt
  • Projekt soll Afrika unabhängiger von importierten Impfstoffen machen und einen gleichberechtigten Zugang stärken: Jährlich sollen bis zu 300 Millionen Impfdosen gegen Covid-19 und andere endemische Epidemien produziert werden
  • Finanzierung spiegelt das starke Engagement der EIB in Afrika wider – vor allem im Rahmen des neuen Geschäftsbereichs EIB Global, der für ihre Aktivitäten außerhalb der EU zuständig ist und eng mit Team Europe zusammenarbeitet

Am 2. Juni 2022 gaben das Institut Pasteur de Dakar und die Europäische Investitionsbank (EIB) bekannt, dass sie für den Bau der neuen Impfstofffabrik MADIBA eine Finanzierung von 75 Millionen Euro vereinbart haben. Anwesend waren EIB-Vizepräsident Ambroise Fayolle, Aliou Ndiaye, Generalsekretär des senegalesischen Ministeriums für Wirtschaft, Planung und Zusammenarbeit, Dr. Amadou Alpha Sall, Leiter des Institut Pasteur de Dakar, und Irène Mingasson, Botschafterin und Leiterin der Delegation der EU im Senegal. Die Finanzierung der EIB ist von zentraler Wichtigkeit beim Ausbau der Produktionskapazitäten für Impfstoffe gegen epidemische Erkrankungen sowie endemische Infektionskrankheiten in der Region.

Die neue Produktionsstätte des Institut Pasteur de Dakar wird in der Stadt Diamniadio errichtet, die strategisch günstig zwischen der senegalesischen Hauptstadt Dakar, dem internationalen Flughafen und dem „Port du Futur“ von Ndayane liegt. Die hochmoderne Anlage besteht aus einer Produktionsplattform zur Herstellung von Impfstoffen gegen epidemische Erkrankungen, einer großen Produktionsanlage für Impfstoffe gegen Gelbfieber und einer Schulungsstätte für die Produktion von Impfstoffen der neuen Generation.

Mit dieser umfangreichen Finanzierung wird ganz unmittelbar zur Steigerung der Produktionskapazitäten für Arznei und Impfstoffe in Afrika gegen Covid-19 und weitere endemische Krankheiten beigetragen und dabei die Abhängigkeit von Importen reduziert, die aktuell 99 Prozent des Impfstoffbedarfs decken. Sobald die neue Produktionsstätte errichtet und voll einsatzfähig ist, können jährlich bis zu 300 Millionen Impfdosen für den afrikanischen Kontinent produziert werden. Bereits 2021 war man sich der Bedeutung dieser Produktionsstätte bewusst, weshalb die EIB und die EU neben anderen Partnern fünf Millionen Euro bereitstellten, um Studien zur technischen Machbarkeit und Vorbereitung des MADIBA-Projekts (Manufacturing in Africa for Disease Immunisation and Building Autonomy) des Institut Pasteur de Dakar durchzuführen und damit die Errichtung dieser neuen Impfstoff-Produktionsstätte zu beschleunigen.

„Ein unterschiedlich guter Impfschutz in verschiedenen Teilen der Erde ist nicht förderlich, wenn man die Coronapandemie beenden möchte und auch nicht, wenn es darum geht, andere durch Impfungen vermeidbare Erkrankungen zu kontrollieren. Eine dezentralisierte Produktion von Impfstoffen ist unabdingbar, um diesem Ungleichgewicht zu begegnen und zu einer sichereren und gesünderen Welt beizutragen“, so Dr. Amadou Alpha Sall, Leiter des Institut Pasteur de Dakar. „Wir müssen ein funktionierendes Ökosystem für die Impfstoffproduktion in Afrika errichten, um die Resilienz zu erreichen, die wir alle brauchen. Die Kapazitäten in allen für Impfstoffe relevanten Sektoren aufzustocken, schafft viele neue Jobs für Tausende junge Menschen in Afrika.“

„Ich freue mich sehr, dass die EIB ein so wichtiger Geldgeber des Institut Pasteur de Dakar ist. Die neue Impfstofffabrik ist ein Projekt von größter Bedeutung für die Gesundheit des senegalesischen Volkes sowie des gesamten afrikanischen Kontinents. Sie wird für eine stärkere Autonomie in puncto Impfstoffherstellung und -verteilung sorgen“, erklärte EIB-Vizepräsident Ambroise Fayolle. „Über die EIB Global wollen wir zusammen mit unseren Partnern den Bedarf der Menschen in Senegal adressieren, Wachstum und Beschäftigung voranbringen und ihren Alltag in wichtigen Bereichen wie Gesundheit und medizinische Versorgung verbessern. Dieses Projekt ist ein konkretes Beispiel für den gemeinsamen Ansatz der Europäischen Union über Team Europe in Afrika.“

„Das MADIBA-Projekt steht beispielhaft für das Engagement der Europäischen Union und von Team Europe im Zeichen des Grundprinzips der Solidarität, das uns mit allen afrikanischen Ländern verbindet. Denn seit Beginn der Corona-Pandemie stehen wir für den Grundsatz: Niemand ist geschützt, wenn nicht alle geschützt sind. Deshalb müssen wir zusammen für einen gerechten Zugang zu Impfstoffen auf der ganzen Welt kämpfen“, so die Botschafterin Irène Mingasson, Leiterin der Delegation der EU im Senegal.

Die Finanzierung ist Teil eines umfangreichen europäischen Investitionsprogramms von Team Europe und seinen Partnern, zu denen die EIB mit ihrem Geschäftsbereich EIB Global zählt. Die EIB spielt eine Schlüsselrolle bei der Förderung der Herstellung von und des Zugangs zu Impfstoffen, Medikamenten und Gesundheitstechnologien in Afrika.

Sie hat sich mit einem Investitionsvolumen seit 1966 von fast 900 Millionen Euro zu einem der wichtigsten Entwicklungspartner des Senegals entwickelt, um die Lebensumstände in den Städten und ländlichen Gemeinden zu verbessern, die Wirtschaft anzukurbeln und Unternehmen, kleinen Projektträgern sowie der Gesellschaft zu helfen, sich an den Klimawandel anzupassen.

EIB

Die EIB engagiert sich seit 1965 in Afrika und hat dort bereits 60,3 Milliarden Euro investiert.

Die EIB Global ist der neue Geschäftsbereich der EIB-Gruppe für wirksamere internationale Partnerschaften und Entwicklungsfinanzierung. Sie arbeitet als Teil von Team Europe eng und zielorientiert mit anderen Entwicklungsfinanzierungsinstituten und der Zivilgesellschaft zusammen. Über die EIB-Büros in aller Welt bringt die EIB Global die EIB-Gruppe näher zu den Menschen, Unternehmen und Institutionen vor Ort. 

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