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Die Unterstützung tunesischer Unternehmer und Kleinstunternehmen war eines der Hauptanliegen von EIB-Präsident Werner Hoyer und EIB-Vizepräsident Philippe de Fontaine Vive während ihres Besuchs in Tunesien. Mit dem Mikrofinanzinstitut Taysir und der Banque Tuniso-Koweitienne wurden zwei neue Finanzierungsverträge über insgesamt 21 Millionen Euro (etwa 48 Millionen Tunesische Dinar (TND)) unterzeichnet. Die Finanzierungen fallen in den Rahmen des Partnerschaftsabkommens mit dem Réseau Entreprendre.

Es handelt sich um neuartige Partnerschaftskonzepte mit hohem sozialen Nutzen: Projektträgern, die bei der Beschaffung von Krediten auf Schwierigkeiten stoßen, werden auf ihre Situation zugeschnittene Finanzdienstleistungen angeboten und dadurch eine langfristige Eingliederung in die Gesellschaft ermöglicht. Die Finanzierungen fördern zudem die Neugründung von Unternehmen in den strukturschwächsten Regionen Tunesiens.

„Die Finanzierungen für Kleinstunternehmen sind für Tunesien von grundlegender Bedeutung. Sie tragen entscheidend zu Wirtschaftswachstum und Beschäftigung bei , “ so EIB-Präsident Werner Hoyer. „Für die EIB stellt die Unterstützung des privaten Sektors in Europa und im Mittelmeerraum ein vorrangiges Ziel dar. Wir schaffen dadurch günstige Bedingungen für einen gemeinsamen Wohlstand. “

„Die Förderung des wirtschaftlichen Wandels Tunesiens ist vor allem eine verantwortungsvolle und innovative Investition, die auf die wirtschaftlichen und sozialen Prioritäten des Landes ausgerichtet ist. Ich freue mich sehr, dass wir bei dieser Aufgabe von der Zivilgesellschaft unterstützt werden.  Dadurch kann die Zukunft der kommenden Generationen gesichert werden,“ sagte EIB-Vizepräsident Philippe de Fontaine Vive.

In Anbetracht der gegenwärtigen Liquiditätskrise geht die EIB innovative Partnerschaften ein, um den privaten Sektor zu fördern. Sie trägt damit zur Konsolidierung des tunesischen Bankensektors bei, da sie eine Diversifizierung der Finanzierungsquellen ermöglicht und lange Laufzeiten anbietet, die auf dem Markt immer seltener erhältlich sind.

Erste Partnerschaft mit dem innovativen Mikrofinanzinstitut Taysir

Mit dem am 3. Dezember 2014 unterzeichneten Darlehen von einer Million Euro (etwa 2,34 Millionen Tunesische Dinar) unterstützt  die EIB die Tätigkeit des tunesischen Mikrofinanzinstituts Taysir, das die Entwicklung von Kleinstunternehmen in den strukturschwachen Gebieten des Landes fördert.  Das Institut vergibt seine Mittel in erster Linie an Landwirte, Viehzüchter und junge Menschen -  vor allem an Hochschulabsolventen, die eine selbständige Tätigkeit aufnehmen möchten.

Es handelt sich bei dieser Finanzierung um ein nachrangiges Darlehen der EIB und gleichzeitig um das erste, das die Bank in Tunesien bzw. in einem Mittelmeer-Partnerland für den Mikrofinanzsektor bereitstellt. Für Taysir wird das Darlehen der EIB einen echten Hebeleffekt bewirken. Das Institut wird sich so leichter über nationale Finanzierungsinstitutionen refinanzieren können. Das Darlehen an Taysir ist enorm wichtig, da die tunesischen Mikrofinanzinstitute keine Möglichkeiten haben, Spareinlagen entgegen zu nehmen.

Die Tätigkeit des Mikrofinanzinstituts Taysir  weist jedoch noch weitere innovative Züge auf. Auf der Grundlage der Erfahrungen, die die ADIE in Frankreich gewonnen hat, bietet Taysir einen integrierten Finanzierungsansatz. Dieser Ansatz umfasst personalisierte Unterstützung für die Endkreditnehmer, den Einsatz neuer Technologien für das „Mobile Banking “sowie auch innovative Partnerschaften  wie z.B.  die mit Danone im Bereich Milchprodukte (Kreditvergabe an Unternehmen im ländlichen Raum).

Die Zivilgesellschaft  - ein wichtiger Akteur bei der Förderung tunesischer Kleinstunternehmen

Der Finanzierungsvertrag, der am 4. Dezember 2014 von der EIB und der Banque Tuniso-Koweitienne (BTK) unterzeichnet wird und in den Rahmen der Partnerschaft mit dem Réseau Entreprendre fällt, ist beispielhaft und innovativ. Ein solches Konzept dürfte auch in anderen Mittelmeerländern angewendet werden. Die EIB bietet erstmals gemeinsam mit einer tunesischen Bank ein Finanzprodukt an, das in enger Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft entwickelt wurde und es ermöglicht, äußerst effizient auf die Finanzierungsbedürfnisse der Träger kleiner Projekte einzugehen.

Die EIB stellt der Banque Tuniso-Koweitienne eine Kreditlinie über 20 Millionen Euro bereit. Zehn Prozent dieses Betrags sind für Kleinstunternehmen bestimmt, die vom Réseau Entreprendre überwacht werden. Die BTK stellt dem Réseau die Mittel zu einem Vorzugszinssatz zur Verfügung. Das Réseau Entreprendre de Tunisie unterstützt die Gründung dieser Kleinstunternehmen durch Vergabe zinsfreier Darlehen und eine individuelle Betreuung während der ersten Jahre ihrer Tätigkeit.  Es kommen nur Kleinstunternehmen in Betracht, die die Transparenzgrundsätze der BTK und des Réseau Entreprendre erfüllen.

Die EIB - wichtigster internationaler Geldgeber in Tunesien

Seit Beginn der Demokratiebewegung im Jahr 2011 hat die EIB die vertrauensvolle Partnerschaft mit Tunesien weiter ausgebaut. Die Bank hat alle verfügbaren Ressourcen mobilisiert und Kompetenzen gebündelt, um dem Land bei der Bewältigung seiner wirtschaftlichen und sozialen Probleme zu helfen. Die EIB hat seit 2011 Finanzierungsverträge über nahezu 1,150 Milliarden Euro für neue Projekte in den wichtigsten Sektoren der tunesischen Wirtschaft unterzeichnet. Die Projekte betrafen unter anderem die Bereiche  Energie, KMU, Infrastruktur, Bildung und sozialer Wohnungsbau. Die Finanzierungen der EIB wurden weiter ausgeweitet und erreichten allein im Jahr 2014 ein Volumen von 570 Millionen Euro. Das Jahr 2014 stellt daher in dieser Hinsicht ein Rekordjahr dar.