corporate_banner_de

Digitale Revolution für alle

Digitale Revolution für alle

    •  Verfügbare Sprachen:
    • de
    • en
    • fr
  • Verfügbar in: de en fr

EIB-Präsident Werner Hoyer gratulierte dem US-amerikanischen Außenminister John Kerry und seinem Team zur Global Connect Initiative. Ebenso wie unsere Partner aus dem Kreis der Entwicklungsbanken haben wir von der Europäischen Investitionsbank unsere finanzielle Unterstützung, unsere Erfahrung und unser Know-how zugesagt, um bis 2020 weiteren 1,5 Milliarden Menschen den Internetzugang zu ermöglichen.

Von den 7 Milliarden Menschen auf der Erde haben 4 Milliarden ein Handy. Nur 3,5 Milliarden besitzen eine Zahnbürste. In vielen Entwicklungsländern gibt es mehr Menschen mit Handy als mit Zugang zu sauberem Wasser oder zu Strom.

Noch vor zwanzig Jahren hätte sich kaum jemand vorstellen können, dass das Kommunikationsbedürfnis der Menschen zu einem derartigen Technologieschub führen würde. Dafür gibt es gute Gründe:

Im Bericht mit dem Titel Digitale Dividenden, den die Weltbank im Januar 2016 veröffentlicht hat, wird eindeutig dargelegt, wie der Zugang zum Internet in den entwickelten Ländern das Wirtschaftswachstum ankurbelt. Bei einem Internetanschluss geht es um mehr als ein Statusupdate bei Facebook, das neueste YouTube-Video oder ein Selfie bei Instagram. Der Zugang zum Internet ist für die wirtschaftliche Entwicklung ebenso wichtig wie Straßen-, Schienen-, Hafen- und andere herkömmliche Infrastrukturen. Trotzdem sind laut Schätzungen der UNO in den ärmsten Ländern der Welt 90 Prozent der Bevölkerung von der digitalen Revolution ausgeschlossen.

Zum Glück gibt es Mittel und Wege, um die Kluft bei den Breitbandanschlüssen zu überbrücken. Ende 2015 hat das amerikanische Außenministerium die Global Connect Initiative auf den Weg gebracht. Das Ziel ist ehrgeizig, aber klar formuliert: Bis 2020 soll es 50 Prozent mehr Internetnutzer geben. In anderen Worten sollen in den kommenden 5 Jahren 1,5 Milliarden mehr Menschen online gehen.

Vorreiter bei den IKT-Finanzierungen

Die EIB ist unter den internationalen Finanzierungsinstitutionen mit Abstand führend bei den IKT-Finanzierungen. Die Bank verfügt in diesem Sektor über 20 Jahre Erfahrung und hat derzeit 15 Milliarden Euro für IKT-Projekte weltweit vergeben. Im Jahr 2015 wurden 1,6 Milliarden für IKT-Projekte zugesagt. Dies ist Teil ihres gesamten Engagements von 18,7 Milliarden Euro für Innovation und die Wissenswirtschaft im letzten Jahr. Dank der 2015 von der EIB unterzeichneten digitalen Projekte dürften

  • 15,3 Millionen Menschen in der EU und
  • weitere 120 000 Haushalte außerhalb der EU mit dem Internet verbunden werden.

Im Rahmen der Global Connect Initiative, für die sich die EIB mit ganzer Kraft einsetzt, ist dies ein beachtlicher Beitrag.



EIB-Finanzierungen bringen ländliche Unternehmen ans Netz

Im Jahr 2015 haben wir ein Darlehen von 8 Millionen Euro vergeben, damit auf der karibischen Insel Sint Maarten Privathaushalte und Unternehmen an das Breitbandnetz angeschlossen werden können. In Westafrika wird derzeit ein Darlehen in Höhe von 25 Millionen Euro für mobile Netze in Kamerun und der Demokratischen Republik Kongo geprüft. Mit dem Darlehen würde ein Unternehmen für alternative Infrastruktur unterstützt, das 2,3 Millionen Menschen in ländlichen Gebieten erreichen möchte, die von den etablierten Anbietern nicht bedient werden und somit keinen Zugang zum Internet haben.

Natürlich ist mit der Zahl der Personen mit Internetanschluss noch nicht alles über den Beitrag des Internets zur Entwicklung gesagt. Die Welt der Apps bietet Zugang zu unzähligen wirtschaftlichen und sozialen Vorteilen. Der innovative Projektträger schätzt, dass 400 000 Kunden des neuen Dienstes Mobile-Banking nutzen würden, was wichtige Geschäftschancen mit sich bringt, und 220 000 Kunden über das Netz auf Gesundheitsdienstleistungen zugreifen.

Hunderttausende kenianische Kleinbauern können außerdem eine mobile Anwendung nutzen, die ihnen jederzeit aktuelle Marktinformationen auf ihr Handy liefert. Das Vorhaben wird von dem innovativen Ostafrika-Fonds finanziert, an dem die EIB beteiligt ist. Der Fonds unterstützt Unternehmer mit den benötigten Finanzierungsmitteln bei der Umsetzung ihrer Geschäftsideen, die einigen der Ärmsten der Welt zugutekommen werden.



Innovative Partnerschaften für den digitalen Fortschritt

Der Beitrag der EIB zum globalen Internetzugang wird dank eines erweiterten Portfolios von risikobasierten Finanzprodukten weiter erhöht. Hinzu kommt eine Topberatung, durch die die Investitionsbereitschaft öffentlich-privater Initiativen erhöht werden soll. Der Schwerpunkt liegt dabei auf ländlichen Gebieten und einem hohen Entwicklungseffekt innerhalb und außerhalb der EU.

Dazu müssen wir auf bestehenden und neuen Partnerschaften aufbauen und innovative Lösungen entwickeln, um die benötigten umfangreichen Investitionen zu mobilisieren. Die EIB bringt derzeit mit dem Broadband Investment Fund ein wegweisendes neues Instrument auf den Weg. Sie will damit öffentliche und private Mittel in Europa bündeln und Investitionen von 500 Millionen Euro in kleine Breitbandprojekte – hauptsächlich in ländlichen Gebieten – ermöglichen. Der innovative Beteiligungsfonds wird im Rahmen der Investitionsoffensive für Europa mit einer Garantie der Europäischen Kommission abgesichert. Da die EIB über Erfahrung darin verfügt, Investitionen des privaten Sektors zu mobilisieren, hoffen wir, dass unsere attraktiven Finanzierungsstrukturen private Investoren anziehen werden und wir so die Grundlage für ein Finanzierungsmodell schaffen, das künftig erfolgreiche digitale Vorhaben in Entwicklungsländern ermöglicht.




 Drucken