Algen statt Antibiotika – EIB unterstützt SAGA-Projekt von Olmix.

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Hervé Balusson stammt aus der Bretagne. Dort stellt sein innovatives Unternehmen Olmix Nahrungs- und Düngemittel aus Algen und Tonerde her – und zwar ganz ohne Antibiotika und Pestizide.

Algen und Tonerde sind wertvolle Rohstoffe, die bisher kaum genutzt werden. Aus ihnen lassen sich nachhaltige Pflanzenschutzmittel, Hygieneprodukte und Nahrungsmittel herstellen, die für Tiere und Menschen gesund sind.

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Olmix nutzt sein einzigartiges Wissen über die Gewinnung und Verarbeitung von Algen und Tonerde, um innovative Produkte für die Landwirtschaft und die Nahrungsmittelindustrie herzustellen, und ist damit sehr erfolgreich. Heute erwirtschaftet Olmix mit seinen 800 Mitarbeitern einen Umsatz von 160 Millionen Euro und unterhält sogar ein eigenes Schulungszentrum. Die Breizh Algae School steht auf dem Bauernhof, auf dem der Firmenchef einst zur Welt kam. Dort lernt man, wie Landwirtschaft mit Algen funktioniert – ganz ohne Pestizide, Antibiotika und chemische Zusätze. Hervé Balusson erinnert sich: „Als ich damals sagte, dass ich Hühner mit Algen aufziehen will, haben mich alle ausgelacht. Aber in Japan und China bin ich mit meinem Projekt auf großes Interesse gestoßen, und so konnte das Unternehmen international Fuß fassen.“

Die Europäische Investitionsbank hat im September 2017 ein Darlehen von 30 Millionen Euro an Olmix vergeben. Nach Ansicht von Sébastien Collot, der das Projekt für die EIB geprüft hat, kann Olmix dazu beitragen, die wachsende Weltbevölkerung nachhaltig zu ernähren: „Olmix handelt ganz im Sinne der europäischen Ziele. Das Unternehmen nutzt biologische Meeresressourcen und Algen für eine nachhaltige Landwirtschaft. Das ist gut für die Umwelt.“

Algen nachhaltig einsetzen

Die Entscheidungsträger in der gesamten EU sind sich einig, dass Europa im Vergleich zu den Vereinigten Staaten nicht genug investiert. Deshalb bietet die EIB gemeinsam mit der Europäischen Kommission Finanzierungen an, die über den Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) durch die EU-Haushaltsgarantie besichert sind. Jérôme Marcelino, der bei der EIB für das Darlehen an Olmix zuständig war, erklärt uns: „Durch die EFSI-Garantie kann die EIB risikoreiche innovative Projekte mitfinanzieren, bei denen sich Geschäftsbanken eher zurückhalten. So hilft sie dabei, das Investitionsdefizit in der EU abzubauen.“

GESÜNDERE PRODUKTE FÜR MENSCH UND TIER – mit diesem Ziel vor Augen entwickelt Olmix innovative Produkte in drei Geschäftsbereichen:

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Pflanzen: Algen verbessern die Struktur und den Nährstoffgehalt der Böden und sorgen so für gesündere Pflanzen. Das steigert den Ernteertrag, ohne die Qualität zu beeinträchtigen.

Tiere: Algen reichern Futtermittel mit Proteinen und Spurenelementen an. Das wirkt appetitanregend und stärkt das Immunsystem der Tiere.

Menschen: Aktivstoffe, die von Natur aus in Nahrungsmitteln vorkommen, fördern die Gesundheit. Zudem lässt sich mit alternativen Lösungen für die Agrar- und Lebensmittelindustrie der Einsatz chemischer Zusätze verringern.

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Algen statt Antibiotika

In sein Projekt SAGA (Sans Antibiotique Grâce aux Algues) will Olmix insgesamt mehr als 70 Millionen Euro investieren. Hervé Balusson geht davon aus, dass er durch das Darlehen der EIB weitere Investoren für sein Projekt gewinnen wird: „Mit ihrer Beteiligung beweist die Europäische Investitionsbank, dass sie Vertrauen in unsere künftigen Entwicklungen hat.“

Europas blaue Bioökonomie

Marine Biotechnologie ist ein wichtiger Punkt im Förderprogramm Horizont 2020 der EU. Europas „blaue Wirtschaft“ lässt sich realisieren – mit umfangreichen Ressourcen, einem langfristigen Engagement der Politik und enthusiastischen Unternehmen. Davon profitiert nicht nur Europa, sondern die ganze Welt.

Wir sehen die Welt als Ganzes und haben deshalb ein weltweites Netz aufgebaut.

  • so Hervé Balusson