Rom will über 200 Schulen energetisch sanieren, aber für das Großprojekt brauchte die Stadt erst einmal Hilfe bei der Planung

Rom ist eine Stadt, die Geschichte atmet. Ihre alten Gebäude sind wahre Schätze für Kunstliebhaber und Besucher, weniger allerdings für Schülerinnen und Schüler. Viele Schulgebäude stammen noch aus dem neunzehnten Jahrhundert. Manche sind heruntergekommen, schlecht gedämmt und für Belastungen durch Klimaveränderungen nicht gut gerüstet.

Deshalb packt die Stadt jetzt ihre größten Bildungsinvestitionen seit Jahrzehnten an: Über 200 Schulen sollen energieeffizient und nachhaltig werden. Aber die Sanierung der alten Gebäude ist kein Kinderspiel.

„Komplexe Sanierungen sind besonders schwierig“, weiß Linda D’Amico, Architektin im Amt für öffentliche Arbeiten und Infrastruktur der Stadt Rom. Weil die altehrwürdigen Gebäude geschützt und erhalten werden müssen.

Die Stadt ist für eine Vielzahl von Bildungseinrichtungen zuständig, insgesamt 1 144 Krippen, Kindergärten, Grund- und weiterführende Schulen.

Die Schulen sind in Rom bei Weitem die größten Energieschlucker unter den öffentlichen Gebäuden. Auf sie entfallen 95 Prozent des kommunalen Energieverbrauchs. Ein gutes Energieeffizienz-Programm könnte also Geld sparen und die CO2-Emissionen senken. „Schulen sind gefräßige Energieverbraucher“, sagt D’Amico. „Energiesparmaßnahmen schonen die Umwelt und entlasten die öffentlichen Kassen spürbar, weil die Stadt weniger für Heizen und Beleuchtung ausgeben muss.“



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© Comune di Roma

Guter Rat zur rechten Zeit

Für die Sanierung erhält Rom Zuschüsse vom italienischen Staat, EU-Gelder unter PON Metro, dem italienischen Programm für Metropolstädte, und einen Kredit über 150 Millionen Euro von der Europäischen Investitionsbank, den die Bank im Februar 2023 genehmigte.

Außerdem beantragte die Stadt beratende Unterstützung durch die Bank der EU, für die Planung und um die Mittel bestmöglich einzusetzen.

„Unser umfassendes Angebot an technischer, finanzieller und methodischer Beratung wird Rom helfen, das Projekt zügig durchzuziehen und zu überwachen“, meint Alexander Linke, der als Senior Advisor für die EIB bei dem Projekt dabei war.

„Durch die Zusammenarbeit mit EIB Advisory können wir diese Aufgabe stemmen“, sagt D’Amico. „Die technische Hilfe ist für Rom ganz entscheidend. Damit erreichen wir selbst durch kleinere Gebäudesanierungen dauerhafte Verbesserungen beim Energieverbrauch, für die Umwelt und für das Wohlergehen der Kinder.“

„Das ist ein echtes Win-win-Projekt.“

Ein neues Kleid für alte Schulen

Zusammen mit den Bezirken hat die Stadt festgelegt, welche Gebäude den Anfang machen sollen – wo bereits Energieaudits und die nötigen Informationen vorliegen. Diese Schulen können rasch saniert werden, ohne dass es den Schulbetrieb groß beeinträchtigt.

So, wie viele Kinder zu Beginn des Schuljahres neu eingekleidet werden, bekommen nun auch einige Schulen in Rom ein neues Dämmkleid, das sie energieeffizient macht. Alle ausgewählten Schulen erhalten neue Fenster, Türen, Leuchten und moderne Heizanlagen. Bei neueren Gebäuden sind auch Solaranlagen und Wärmepumpen geplant.

„Das ist die größte Investition in Bildungsgebäude seit Jahrzehnten. Die Partnerschaft mit der Bank der EU hilft Rom beim Klimaschutz für die grüne Wende, die neue Chancen für Städte bringt“, sagt Roberto Gualtieri, der Bürgermeister von Rom.

Mit dem Projekt will die Stadt ihre Kosten und Emissionen senken und bis 2030 klimaneutral werden.

„Wir freuen uns, dass wir Rom bei diesem Projekt für die Energiewende finanziell und mit technischer Hilfe unterstützen können“, sagt Andrea Durante, der bei der EIB an der Finanzierung mitwirkte. „Die Investitionen werden nicht nur viel für die Umwelt bringen, sondern auch eine messbare soziale Wirkung durch bessere Schulen – von der Innenstadt bis an den Stadtrand.“

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Kinder an die erste Stelle setzen

Neben ihrem Bildungswert schaffen Schulen vor allem Gemeinschaft. Das gilt besonders für die Vorstädte von Rom. Dort sind die Schulen Orte, an denen Eltern sich treffen und Kinder zu außerschulischen Aktivitäten zusammenkommen.

Diesen Gemeinschaftssinn will die Stadt fördern und dazu die Schulen schöner und einladender machen.

 „Es ist Zeit, dass wir die Kinder an die erste Stelle setzen“, findet die Stadtarchitektin D’Amico. „Wir möchten ihnen zeigen: Ihr seid wichtig.“