>@Vital Finance, Benin, 2021
©Vital Finance, Benin, 2021
  • Etwa 77 000 Darlehen, Finanzierungen in Landeswährung und Kredite mit langen Laufzeiten geplant
  • Vier Millionen Euro sind für Frauen bestimmt
  • Finanzierung der EIB an Vital Finance hilft, Lücke zwischen Mikrofinanzinstituten und Banken zu schließen
  • Erste Partnerschaft in Benin aus dem mit 50 Millionen Euro ausgestatteten Mikrofinanzprogramm der EIB für Westafrika

Das erste Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) an Vital Finance wird in Benin Investitionen kleiner Unternehmen fördern und Tausende Arbeitsplätze sichern. Mit dem neuen Finanzierungsprogramm sollen vor allem Frauen unterstützt werden. Für sie sind 70 Prozent der Mittel vorgesehen.

Die EIB, die weltweit größte supranationale Bank, deren Anteilseigner die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind, arbeitet zum ersten Mal mit Vital Finance, dem drittgrößten Anbieter von Mikrofinanzierungen in diesem westafrikanischen Land, zusammen.

Wakil Adjibi, CEO von Vital Finance: „Vital Finance kennt die Investitionsprioritäten der beninischen Unternehmen und ihre finanziellen Schwierigkeiten. Durch die Zusammenarbeit mit der Europäischen Investitionsbank können wir weiter wachsen und Unternehmen in Benin bei der Schaffung von Arbeitsplätzen unterstützen. Gemeinsam mit der EIB will unser Team kleinen Unternehmen in Benin den Zugang zu Finanzierungen erleichtern und ihnen helfen, die für ihren Erfolg erforderlichen unternehmerischen Fähigkeiten zu stärken.“

Ambroise Fayolle, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank: „Unternehmen müssen größer werden und Arbeitsplätze schaffen. Die Europäische Investitionsbank möchte private Unternehmen in Afrika dabei unterstützen. Deswegen freuen wir uns über den Abschluss der ersten Finanzierung mit einem erstklassigen Mikrofinanzinstitut wie Vital Finance. Die erste Finanzierung der EIB in Benin aus unserer Mikrofinanzfazilität Westafrika wird die Vergabe Tausender Darlehen unterstützen, Investitionen in Landeswährung ermöglichen und mit mittelgroßen Darlehen dazu beitragen, die Investitionslücke zwischen Banken und Mikrofinanzinstituten zu schließen.“

Sylvia Hartleif, Leiterin der Delegation der Europäischen Union in Cotonou: „Die Europäische Union fördert transformative Investitionen des Privatsektors, die die nachhaltige Entwicklung Benins stärken. Diese erste Zusammenarbeit zwischen der EIB als Bank der EU und Vital Finance zeigt das große Engagement von Team Europe, die afrikanischen Partner dabei zu unterstützen, die Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung in Afrika besser anzugehen. Ein leichterer Zugang kleiner Unternehmen zu Finanzierungen schafft neue Möglichkeiten für Unternehmerinnen und junge Menschen im ganzen Land.“

Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Coronakrise in Benin mindern

Die Zusammenarbeit von EIB und Vital Finance erleichtert den Zugang zu Finanzierungen für die am stärksten von der Pandemie betroffenen Unternehmen und macht es möglich, Kleinstunternehmen weiter mit Krediten zu versorgen.

In Benin und in ganz Afrika haben die Unternehmen unter Grenzschließungen, Importbeschränkungen und plötzlichen Schwierigkeiten auf den Exportmärkten gelitten.

Mehr Investitionen durch Finanzierungen in Landeswährung ohne Wechselkursrisiko

Das EIB-Darlehen an Vital Finance wird vollständig in Landeswährung bereitgestellt (ein Betrag von vier Millionen Euro in CFA-Francs) und durch Impact-Financing-Mittel der EIB unterstützt.

Lücke zwischen Mikrofinanzierung und Bankkredit schließen

Die neue Partnerschaft ermöglicht es Vital Finance, Kredite bereitzustellen, deren Betrag zwischen einer üblichen Mikrofinanzierung und dem Kredit einer einheimischen Bank liegt. Solche „Mesofinanzierungen“ schließen die Finanzierungslücke, die kleine Unternehmen bei der Expansion behindern.

Durch technische Hilfe finanzielles Know-how vermitteln und unternehmerische Fähigkeiten aufbauen

Das EIB-Darlehen an Vital Finance wird durch technische Hilfe ergänzt, um dem Mikrofinanzinstitut Afrikas Best Practices in Sachen Risikomanagement und Humanressourcen zu vermitteln. Unternehmerinnen und Unternehmer in Benin werden zudem gezielt geschult, um ihre unternehmerischen Fähigkeiten und die Finanzplanung zu verbessern.

EIB-Unterstützung für Investitionen des Privatsektors in Afrika stärken

Im vergangenen Jahr stellte die EIB mehr als 1,8 Milliarden Euro für die Unterstützung des Privatsektors in Afrika bereit. Das sind 60 Prozent ihrer Gesamtfinanzierungen auf dem Kontinent.

Darin enthalten ist eine neue Finanzierung von 500 Millionen Euro für afrikanische Start-ups in den Bereichen Digitalisierung, Agrar- und Ernährungswirtschaft, finanzielle Teilhabe und Gesundheitsdienste.

Durch die Zusammenarbeit der EIB mit neuen Unternehmen, Banken und Mikrofinanzinstituten in Afrika erhalten Kleinbäuerinnen und ‑bauern auf sie zugeschnittene Finanzierungen. Dabei entfallen die Kosten für Kredite in Landeswährung, die ihre Investitionen hemmen. So können private Unternehmen in die Anpassung an die Klimafolgen investieren.

Es wurden neue Finanzierungsprogramme für den Privatsektor mit erstklassigen einheimischen Banken und Mikrofinanzpartnern vereinbart. Diese Programme beinhalten besondere Maßnahmen, um Geschlechterungleichheiten zu verringern, Finanzierungen mit langen Laufzeiten in Landeswährung und auf den Agrar- und Ernährungssektor zugeschnittene Finanzprodukte bereitzustellen.

Vital Finance ist eine führende Einrichtung im Bereich der Mikrofinanz in Benin, das Direktfinanzierungen an kleinste, kleine und mittlere Unternehmen vergibt.

Das 1998 gegründete Mikrofinanzinstitut hat über 20 Jahre ein landesweites Netz von etwa zwanzig Filialen aufgebaut.

Wakil Adjibi, Gründer und CEO von Vital Finance, richtete das Institut aufgrund einer Studie ein, die das enorme Potenzial des Marktes und der Branche zeigte. Demnach war der Bedarf weit größer, als mit den damals bestehenden Strukturen gedeckt werden konnte.