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Straßenbahnlinie Rabat-Salé und Kläranlage in Oujda in Marokko eröffnet

Straßenbahnlinie Rabat-Salé und Kläranlage in Oujda in Marokko eröffnet

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  •  Datum: 22 Juli 2011

Der marokkanische König Mohammed VI hat zwei kommunale Einrichtungen eröffnet, an deren Finanzierung die EIB mitgewirkt hat: die Straßenbahnlinie Rabat-Salé und die Kläranlage in Oujda. Hier werden diese aus ökologischer Sicht überaus wichtigen Vorhaben näher vorgestellt.

Die Straßenbahnlinie Rabat-Salé wird seit dem Jahr 2010 sehnsüchtig erwartet und stellt eine gewaltige qualitative Verbesserung beim städtischen Nahverkehr in der marokkanischen Hauptstadt dar. Für die Fertigstellung dieses Projekts waren mehr als 303 Mio EUR erforderlich, und es trägt der Tatsache Rechnung, dass täglichen 400 000 Einwohner zwischen Rabat und seiner Nachbarstadt Salé hin- und herpendeln müssen. Die Straßenbahnzüge dürften es ermöglichen, rund 180 000 Benutzer pro Tag zu befördern. In weiterer Folge werden die Fahrgäste voraussichtlich zu 80% ehemalige Benutzer von Bussen oder Taxis sein bzw. Personen, die zuvor den Weg zu Fuß zurückgelegt haben. Auch ein erheblicher Teil der jetzigen Pkw-Benutzer dürfte auf die Straßenbahnlinie umsteigen. Aus diesem Grund wurden in der Nähe der Endstationen der Straßenbahnlinien drei Parkflächen errichtet. Durch die neue Straßenbahn kann auch das Bevölkerungswachstum im Großraum Rabat-Salé berücksichtigt werden, in dem die Einwohnerzahl von 1,318 Millionen bei der letzten Volkszählung im Jahr 2004 auf mehr als zwei Millionen im Jahr 2010 gestiegen ist.

Derzeit sind zwei Linien mit einer Gesamtlänge von 20 km und 31 Haltestellen in Betrieb. Sie binden die wichtigsten Aktivitätszentren und Anlaufstellen des Großraums an: das Universitätsviertel, Krankenhäuser, Verwaltungen, die Zentren der beiden Städte sowie die wichtigsten Bus- und Eisenbahnhöfe. Darüber hinaus stellen sie den ersten Abschnitt eines größeren Netzes dar, das vier Linien umfassen soll.  Die Arbeiten an der Straßenbahnlinie haben auch den Bau einer großen Talbrücke, der Brücke Hassan II, erforderlich gemacht, die die Verbindung zwischen den zwei Zwillingsstädten darstellt. Die drei Fahrbahnen dieser Brücke liegen 14 m über dem Wasserspiegel. Eine davon ist für die Straßenbahn, Fußgänger und Radfahrer bestimmt, die zwei anderen sind dem Autoverkehr vorbehalten. Die sozioökonomischen Auswirkungen des Projekts werden auf 4 000 direkte und indirekte Arbeitsplätze während der Bauzeit sowie auf 1 000 Arbeitsplätze während des Betriebs veranschlagt.

Die größte Kläranlage Marokkos mit Abwasserbehandlung in Teichen steht in Oujda

Weiter im Norden des Landes, in der Nähe zur algerischen Grenze, wurde im Juni 2011 in der Stadt Oujda eine der größten Kläranlagen Marokkos in Betrieb genommen. Sie ist für eine Einwohnerzahl von knapp 530 000 Personen ausgelegt und ermöglicht die Behandlung von 40 000 m3 Abwasser pro Tag, was 14,6 Mio m Abwasser pro Jahr entspricht. Diese Menge wurde zuvor unbehandelt in den Wadi Bounaim im Norden der Stadt eingeleitet.

Die Kläranlage wurde auf einem 60 ha großen Areal errichtet, verbraucht nur wenig Energie, und für ihren Betrieb sind keine Chemikalien erforderlich, da ein rein natürliches Klärverfahren zum Einsatz gelangt, die sogenannten belüfteten Abwasserteiche. Bei diesem Klärverfahren in Abwasserteichen werden zur endgültigen Desinfektion des Wassers die ultravioletten Sonnenstrahlen genutzt. Durch die Kläranlage werden auch Wassereinsparungen bewirkt, da die gereinigten Abwässer zur Bewässerung von landwirtschaftlich genutzten Flächen im Ausmaß von ca. 1 200 ha eingesetzt werden können.

2015 soll die Kläranlage um ca. 30 ha erweitert werden, um den Bedarf der Stadt bis zum Zeitraum 2025-2030 zu decken und dem veranschlagten Anstieg der Einwohnerzahl auf 840 000 Personen Rechnung zu tragen.




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