Frieden, Wohlstand und noch viel mehr

Es ist wieder soweit: Die Feiertage stehen vor der Tür. Viele von uns fahren nach Hause in die Heimat, um im Familien- und Freundeskreis zu feiern. Wir essen, trinken und reden über Gott und die Welt – und manchmal auch über Politik.

Dabei geht es immer wieder um Europa, den Brexit oder unsere Arbeit hier bei der Bank. Oft müssen wir argumentieren, warum die EU für uns alle so wichtig ist.

Im Mai 2019 stehen die Europawahlen an und wir sind gut gewappnet, um auch den größten Skeptikern klarzumachen, was sie an Europa haben. Und Sie? Müssen Sie auch öfter für Europa werben? Dann haben wir hier fünf gute Argumente, mit denen Sie Großmutter, Schwager oder alte Schulfreunde davon überzeugen können, dass sich Europa lohnt.

1. Wie alles anfing: Frieden zwischen den Völkern

Viele vergessen, dass es beim Projekt Europa zunächst gar nicht um Handel, Arbeitsplätze und Währungen ging, sondern um etwas viel Grundlegenderes: nämlich um den Frieden.

Wir alle kennen die kriegerische Vergangenheit Europas, das den Rest der Welt oft in seine Konflikte mit hineingezogen hat. Trauriger Höhepunkt dieser Auseinandersetzungen war der Zweite Weltkrieg, in dem 85 Millionen Menschen oder drei Prozent der gesamten damaligen Weltbevölkerung ihr Leben verloren – so viele Menschen wie nie zuvor in der Geschichte. Die Europäische Union wurde gegründet, um diesen zahlreichen blutigen Kriegen zwischen Nachbarn ein Ende zu setzen.

Die Gründerväter der EU – Konrad Adenauer, Jean Monnet, Robert Schuman und Alcide De Gasperi – wollten daher vor allem eins: dauerhaften Frieden. Auch das kleine, von vielen Invasionen gebeutelte Luxemburg, das für viele von uns bei der Bank mittlerweile zur Heimat geworden ist, hat dazu einen wesentlichen Beitrag geleistet.

In der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, einem Vorläufer der EU, wuchs Europa fünf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs langsam wirtschaftlich und politisch zusammen. Seitdem blickt die EU auf fast 70 Jahre Frieden zurück.

2. Nur geeint sind wir stark

Europa droht in den kommenden Jahrzehnten in der Welt an Bedeutung zu verlieren. Ein Grund dafür ist die Bevölkerungsentwicklung, denn die Geburtenrate in Europa ist deutlich niedriger als auf den anderen Kontinenten. Laut Prognosen der Vereinten Nationen werden in Afrika 2100 viermal so viele Menschen leben wie heute und damit fast so viele wie in Asien.

Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker fasst die Situation präzise zusammen: „Die Faktenlage ist simpel: Die Welt wächst. Und wir schrumpfen.“ Das heißt, Europas Gesellschaft altert und der Wirtschaft fehlen Arbeitskräfte.

Gleichzeitig verliert Europa weltweit an Einfluss. Laut EU-Kommission wird 2050 kein EU-Staat unter den sieben führenden Industrieländern sein. In unserer globalisierten Welt mit ihren vielen Problemen ist kein EU-Land allein groß genug, um weltweit Einfluss zu nehmen.

3. Ein Binnenmarkt für alle

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©Uskarp/Shutterstock

Die Europäische Union ist mit rund 500 Millionen Menschen der größte Binnenmarkt der Welt. Dank einheitlicher Regeln und Vorschriften können Waren und Dienstleistungen in der EU frei gehandelt werden. Für die Menschen bedeutet das eine größere Vielfalt, niedrigere Preise und garantierte Qualitäts- und Umweltstandards.

Wer also am Montag italienische Schuhe aus portugiesischem Leder mit eleganten slowenischen Schnallen bestellt, kann die Schuhe schon am Donnerstag in Empfang nehmen – der Binnenmarkt macht's möglich.

Der europäische Binnenmarkt hat bereits 2,77 Millionen Arbeitsplätze geschaffen und dem Handel zusätzliche 233 Milliarden Euro pro Jahr beschert. Wir alle können damit auf die ganze Vielfalt an Erzeugnissen aus allen EU-Ländern zugreifen

Ist die Europäische Union es wert oder sollten wir sie auflösen?