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EDF unterzeichnet Darlehen der EIB von 800 Millionen Euro, um einen Teil der für die Jahre 2022–2024 geplanten Investitionen des unabhängigen Stromnetzbetreibers Enedis zu finanzieren und dezentral erzeugte erneuerbare Energien einzuspeisen sowie Ladestationen für Elektroautos in Frankreich zu installieren.

2050 dürften 55 Prozent des Endenergieverbrauchs in Frankreich auf den Strom entfallen. In diesem Zusammenhang stellt die grüne Wende in den kommenden Jahren eine große Herausforderung für die französischen Regionen dar, denn sie geht mit dem massiven Ausbau der Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen und dem Einsatz von Elektroautos einher. Dir öffentliche Einrichtung Enedis betreibt 95 Prozent des Verteilnetzes in Frankreich und spielt eine maßgebliche Rolle beim Anschluss von Erneuerbare-Energien-Anlagen und Ladestationen für Elektroautos.

Um die grüne Wende zu beschleunigen, hat EDF, die Muttergesellschaft von Enedis, im Namen ihrer Tochter ein Darlehen der Europäischen Investitionsbank in Höhe von 800 Millionen Euro unterzeichnet. Das Darlehen trägt zur Finanzierung neuer Verteilungsleitungen von mehr als 11 465 Kilometern sowie der zugehörigen Umspannausrüstung im Gesamtvolumen von 1 672 Millionen Euro bei. Es beläuft sich auf 50 Prozent der Investitionsausgaben im Zeitraum 2022–2024.

Fast 90 Prozent der in Frankreich erzeugten Wind- und Sonnenenergie werden in das von Enedis betriebene Verteilungsnetz eingespeist. Frankreich zählte Ende 2021 mehr als 540 000 Erzeuger erneuerbarer Energien; rund ein Drittel von ihnen waren Eigenverbraucher. 2015 belief sich ihre Zahl auf lediglich 3 000, was die exponentielle Zunahme der Anschlussquote zeigt. Dieses Tempo dürfte im Rahmen der nationalen Strategie zur Senkung der CO2-Emissionen beibehalten werden. Somit wird Frankreich 2028 ein bis zwei Millionen Fotovoltaikanlagen aufweisen. 

Momentan sind mehr als 50 000 Ladestationen an das Enedis-Netz angeschlossen und knapp hundert Parkplätze mit Hochleistungsladestationen ausgerüstet. Enedis installiert Ladestationen in Wohngebäuden sowie entlang von Straßen und Autobahnen und will bis 2030 80 Prozent (100 Prozent bis 2035) der Mehrfamiliengebäude mit Ladestationen ausgestattet haben. 

Die EIB ist ein langjähriger Finanzierungspartner der EDF und fördert innovative Projekte mit hohem Potenzial, die zu den Zielen der Europäischen Union beitragen. Ganz oben stehen dabei der Kampf gegen den Klimawandel und der europäische Grüne Deal. Der Grüne Deal will die Netto-Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 senken und bis 2050 das Ziel der Klimaneutralität erreichen. Dafür ist eine konsequente Elektrifizierung notwendig, etwa durch die Bereitstellung von Ladeinfrastruktur für Autos und die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen. Dazu tragen die geplanten Investitionen von Enedis und der Finanzierungsbeitrag der Klimabank der Europäischen Union bei. 

EIB-Vizepräsident Ambroise Fayolle: „Durch die Investitionen von Enedis kann dezentral erzeugte Energie aus erneuerbaren Quellen ins Netz eingespeist werden. Außerdem entstehen neue Ladestationen für Elektroautos, was die Dekarbonisierung des Verkehrs beschleunigt. So erreichen wir eine grundlegende Neuausrichtung der Stromverteilungsinfrastruktur in Frankreich, und wir denken auch beim Autofahren um. Die neuen Nutzungsmöglichkeiten des Verteilungsnetzes resultieren aus der Energiewende; ihre Finanzierung ist zentraler Punkt der Strategie zur Senkung des CO2-Ausstoßes, die die Klimabank der Europäischen Union beschlossen hat. Ihre Investitionsentscheidungen orientieren sich heute in erster Linie am Klimaschutz.“ 

Xavier Girre, Mitglied der Geschäftsleitung der EDF-Gruppe und zuständig für Finanzen: „Enedis erfüllt seinen öffentlichen Auftrag, die Elektromobilität in Frankreichs Regionen zu fördern und immer mehr Energie aus erneuerbaren Quellen in sein Stromnetz einzuspeisen. Ich freue mich, heute mit der EIB einen neuen Finanzierungsvertrag zu unterzeichnen, um die Netzmodernisierung und die grüne Wende in Frankreich voranzutreiben.“

Hintergrundinformationen

Die EIB

Die EIB is seit 2019 ist sie auf ihrem Weg zur Klimabank. Dabei hat sie sich verpflichtet, ab 2025 mindestens 50 Prozent ihrer Finanzierungen für die Bekämpfung des Klimawandels und zur Anpassung an seine Folgen einzusetzen. In Frankreich hat sie dieses Ziel schon 2021 weitgehend erreicht. Dort stellte die EIB mehr als ein Drittel ihres Investitionsvolumens von 9,2 Milliarden Euro, also 3,6 Milliarden Euro, für Innovationsprojekte bereit, die überwiegend zum Klimaschutz beitragen.

EDF

Die EDF-Gruppe spielt eine wichtige Rolle bei der Energiewende. Als integriertes Energieunternehmen deckt sie alle Bereiche ab: Erzeugung, Transport, Verteilung, Handel und Vertrieb von Energie und Energiedienstleistungen. Die Gruppe ist weltweit führend bei der Energieerzeugung aus kohlenstoffarmen Quellen und hat einen diversifizierten Erzeugungsmix entwickelt, der in erster Linie auf Kernenergie und Strom aus erneuerbaren Quellen (darunter Wasserkraft) beruht. Darüber hinaus investiert sie in neue Technologien, um zur Energiewende beizutragen. EDF hat es sich zum Ziel gesetzt, die Energiezukunft CO2-neutral zu gestalten und durch eine gesicherte Stromversorgung und innovative Dienstleistungen nicht nur die Umwelt zu schützen, sondern auch zu Wohlstand und Entwicklung beizutragen. Die Gruppe versorgt rund 38,5 Millionen (1) Abnehmer, davon 29,3 Millionen in Frankreich (2), mit Energie und Dienstleistungen. Ihr konsolidierter Umsatz betrug 2021 84,5 Milliarden Euro. Die Aktien von EDF notieren an der Pariser Börse.

(1)    Die Kunden werden seit 2018 nach Lieferstandorten gezählt; ein Kunde kann über zwei Lieferstandorte verfügen: einen für Strom und einen für Gas.

(2)    (2) Einschließlich ÉS (Électricité de Strasbourg) und SEI.