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  • Dank regulatorischer und finanzieller Hilfe können Banken in Mittel-, Ost- und Südosteuropa auch nach dem Corona-Wirtschaftsschock weiter Kredite vergeben
  • Banken vermelden steigende Kreditnachfrage bei gleichzeitig verschärften Anforderungen für Neukredite
  • Weiterhin starkes mittelfristiges Bekenntnis internationaler Bankengruppen zur Region, Strategien sind auf Expansion oder Stabilität ausgerichtet

Heute veröffentlichte die EIB die Frühjahrsausgabe ihrer regelmäßigen Umfrage zum Kreditgeschäft der Banken in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Sie liefert Einblicke in die Tätigkeit von Bankengruppen, deren Tochtergesellschaften sowie lokalen Banken und gibt Aufschluss über ihre Erwartungen zur Kreditvergabe. Im Mittelpunkt stehen Finanzierungsangebot und ‑nachfrage bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), Großunternehmen und Haushalten, die Refinanzierungskonditionen von Banken, ihre Bewertung von Marktpotenzial und Positionierung und die Entwicklung der notleidenden Kredite.

Die jüngste Umfrage zeigt, dass sich die Kreditanforderungen an kleinere Unternehmen und Großunternehmen verschärfen. Für private Haushalte dürften sie hingegen akkommodierender sein. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Finanzierungen in allen Kundensegmenten. Internationale Bankengruppen wollen die Region intensiv unterstützen.

Zur vollständigen Umfrage und Analyse.

Angebot une Nachfrage - netto

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Anmerkung: Positive Zahlen stehen für eine steigende Nachfrage (gelockerte Anforderungen beim Angebot).

Quelle: EIB CESEE Bank Lending Survey – Spring 2021

EIB-Vizepräsident Ricardo Mourinho Félix, zuständig für volkswirtschaftliche Studien: „Unsere jüngste Umfrage zeigt, dass die wirtschaftspolitischen Maßnahmen wesentlich dazu beigetragen haben, die negativsten Folgen des Covid-19-Schocks für den Bankensektor in Mittel-, Ost- und Südosteuropa 2020 und Anfang 2021 einzudämmen. Angesichts der restriktiveren Kreditvergabe an kleinere Unternehmen und Großunternehmen und der Beendigung der Kreditmoratorien kann sich die Region auf ihre internationalen Partner verlassen. Die EIB-Gruppe wird den Ländern weiter dabei helfen, die Wirtschaft wiederaufzubauen und umweltfreundlicher, digitaler und wettbewerbsfähiger zu werden. Dabei setzt sie vor allem auf den Paneuropäischen Garantiefonds und ihre Finanzierungs- und Beratungstätigkeit.“  

EIB-Chefvolkswirtin Debora Revoltella: „Das Finanzsystem in Mittel-, Ost- und Südosteuropa zeigt sich in einer der größten Wirtschaftskrisen der Region bemerkenswert resilient. Internationale Banken wollen die Länder weiter intensiv unterstützen. Dennoch lässt unsere Umfrage auf eine schwache Investitionsnachfrage und verschärfte Kreditanforderungen an kleinere Unternehmen und Großunternehmen schließen. Deshalb müssen sich der öffentliche und der private Sektor sowie multilaterale Partner weiter gemeinsam dafür einsetzen, dass die Investitionstätigkeit Fahrt aufnimmt – eine Voraussetzung dafür, dass sich die Region nicht nur erholen, sondern auch mehr Wohlstand erreichen und den ökologischen und digitalen Wandel schaffen kann.“

Die Umfrage zum Kreditgeschäft der Banken in Mittel-, Ost- und Südosteuropa (CESEE Bank Lending Survey) ist Teil der regelmäßigen Berichterstattung der EIB, des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) und der Weltbank für die Wiener Initiative (Koordinationsinitiative europäischer Banken), die die Finanzstabilität europäischer Schwellenländer wahren soll. Die Umfrage für die neue Ausgabe wurde mitten in der Coronapandemie durchgeführt. Zu früheren Ausgaben der Umfrage.

Welche Zukunftspläne haben die Bankengruppen für die Region?

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass sich die internationalen Bankengruppen weiter zu Mittel-, Ost- und Südosteuropa bekennen und ihre Strategien auf Expansion oder Stabilität ausgerichtet sind. Dennoch schwächten sich in der Pandemie ihre Aktivitäten ab, womit sie ihr Kapital schonten.

Wie entwickeln sich Kreditnachfrage und ‑angebot?

Die Tochtergesellschaften internationaler Bankengruppen und lokale Banken vermelden eine steigende Kreditnachfrage. Gleichzeitig haben die Banken ihre Kreditanforderungen wieder allgemein verschärft, wenngleich weniger als in der ersten Phase der Covid-19-Krise

In den letzten sechs Monaten war zwar die Kreditnachfrage für Investitionen geringer, doch der Bedarf an Betriebskapital ließ die Gesamtnachfrage weiter steigen. Die Aussichten auf dem Wohnungsmarkt unterstützten die Nachfrage erheblich und sorgten für deutlich mehr Anträge auf Hypothekenkredite. In den letzten sechs Monaten führten vor allem die lokalen Marktaussichten und die Zunahme notleidender Kredite zu einem restriktiveren Kreditangebot. In Zukunft dürften sich die Anforderungen nur für kleine und mittlere Unternehmen sowie für Großunternehmen weiter verschärfen.

Weitere Einzelheiten in der vollständigen Umfrage und Analyse.

Hintergrundinformationen

Die Hauptabteilung Volkswirtschaftliche Analysen der EIB

Die Abteilung Volkswirtschaftliche Analysen der EIB befasst sich mit Wirtschaftsforschung und volkwirtschaftlichen Studien. Außerdem untersucht sie die Investitionstätigkeit in der Europäischen Union und anderen Regionen. Sie unterstützt damit die Bank bei ihrer Arbeit und Positionierung und bei der Festlegung ihrer Strategien und Leitlinien. Das 40-köpfige Team wird von Chefvolkswirtin Debora Revoltella geleitet.

CESEE Bank Lending Survey

Die Umfrage der EIB zum Kreditgeschäft der Banken in Mittel-, Ost- und Südosteuropa ist eine in dieser Form einmalige halbjährliche Befragung von rund 90 Banken, Bankengruppen und Finanzinstituten in dieser Region. In der aktuellen Umfrage, die im März 2021 durchgeführt wurde, erhob die EIB Daten zum Zeitraum Oktober 2020–März 2021 und fragte nach den Erwartungen für den Zeitraum März–September 2021. Im Mittelpunkt stehen Daten zu Kreditanforderungen und ‑konditionen, Genehmigungsquoten und den verschiedenen Einflussfaktoren im Inland und international. Bei der Untersuchung der Kreditnachfrage werden auch Kreditanträge und deren Qualität analysiert. Die Umfrage enthält konkrete Fragen zur Kreditqualität und zu den Refinanzierungskonditionen der Banken. Damit kann ein Datenbestand für eine Zeitreihenanalyse aufgebaut werden. Die Gesundheit des Bankensektors in Mittel-, Ost- und Südosteuropa lässt sich so nahezu in Echtzeit beurteilen. Die Umfrage wurde von der Hauptabteilung Volkswirtschaftliche Analysen der EIB entwickelt und ist Teil einer Berichtsreihe für die  Wiener Initiative.

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