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  • Karibische Entwicklungsbank (CDB) und Europäische Investitionsbank (EIB) stellen karibischen Ländern gemeinsam 30 Millionen Euro (36 Millionen US-Dollar) für Coronaimpfstoffe und Neuinvestitionen im Gesundheitswesen bereit
  • Finanzierung zu Vorzugsbedingungen soll Einkauf von Impfstoffen bezahlbar machen und Ländern der Region in dieser kritischen Zeit öffentliche Investitionen im Gesundheitswesen erleichtern
  • CDB und EIB arbeiten seit 40 Jahren zusammen, derzeit vor allem beim Klimaschutz und zur Stärkung der Resilienz

Die Karibische Entwicklungsbank (CDB) und die Europäische Investitionsbank EIB) wollen gemeinsam den kreditnehmenden Mitgliedstaaten der CDB 30 Millionen Euro (36 Millionen US-Dollar) für dringende Gesundheitsausgaben bereitstellen. Die Mittel sind für den Kauf von Impfstoffen gegen Covid-19, Investitionen im Gesundheitswesen und Maßnahmen zur Eindämmung des Virus gedacht. Dies wird helfen, gefährdete Bevölkerungsgruppen zu schützen, und so die Rückkehr der Region zu einem normalen Wirtschaftsleben beschleunigen.

Die Finanzierung soll die öffentlichen Gesundheitssysteme in der Pandemie stärken, etwa durch die Erweiterung von Test-, Nachverfolgungs- und Behandlungskapazitäten, den Ausbau der Logistik, Lager, Transport- und Überwachungsaktivitäten sowie den Einkauf von Impfstoffen und die Durchführung von Impfkampagnen. Sie ist Teil der breiter angelegten Zusammenarbeit zwischen CDB und EIB zur Stärkung der Resilienz in der Region und wird zu Vorzugsbedingungen bereitgestellt.

CDB-Präsident Gene Leon und EIB-Vizepräsident Ricardo Mourinho Félix gaben die Vereinbarung heute anlässlich der virtuellen Vertragsunterzeichnung bekannt.  

CDB-Präsident Gene Leon: „Die Coronapandemie hat die Region hart getroffen. Zahllose Menschen haben ihren Job verloren, Devisenzuflüsse sind ins Stocken geraten, Heimatüberweisungen bleiben aus und traditionelle Einnahmequellen sind ausgetrocknet, während die staatlichen Ausgaben pandemiebedingt in die Höhe schießen. Deshalb begrüßt die CDB die Partnerschaft mit der EIB.  Dadurch sind wir in der Lage, die Bevölkerung mit Impfstoffen und Gesundheitsleistungen zu versorgen, und das ist die Grundlage für die Rückkehr zu einem sicheren Wirtschafts- und Sozialleben.“

EIB-Vizepräsident Ricardo Mourinho Félix: „Dank der Partnerschaft zwischen der CDB und der EIB können die karibischen Länder die Impfkosten strecken und erhalten frisches Geld für Investitionen im Gesundheitswesen. Das hilft ihnen, gefährdete Bevölkerungsgruppen vor den Folgen der Pandemie zu schützen. Die Finanzierung ergänzt den EU-Beitrag von 500 Millionen Euro für die globale Impfallianz Gavi, die 92 Ländern weltweit einen fairen Zugang zu bezahlbaren Impfstoffen sichern soll – darunter die sechs Karibikstaaten Dominica, Grenada, Guyana, Haiti, St. Lucia und St. Vincent und die Grenadinen.“

EIB-Präsident Werner Hoyer: „Wir brauchen eine enge internationale Zusammenarbeit. Anders können wir nicht die Coronakrise überwinden und die weltweite wirtschaftliche und soziale Erholung in Gang setzen. Seit Ausbruch der Pandemie arbeitet die Europäische Investitionsbank mit einer Reihe von Partnern in aller Welt zusammen, um schnell und gezielt zu helfen. Als Teil von Team Europe hat die EIB bereits COVAX bei der Lieferung von Impfdosen an Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen unterstützt. Dafür haben wir den bislang höchsten Finanzierungsbetrag für die öffentliche Gesundheit bereitgestellt. Die heutige Vereinbarung mit der CBD ist ein wichtiger Schritt zu einer schnelleren Erholung in der Karibik.“

Team Europe und COVAX

Die vereinbarte Finanzierung ist Teil des Hilfspakets, mit dem die EIB im Schulterschluss mit der Europäische Kommission auf die Coronakrise außerhalb der Europäischen Union reagiert. Sie ist Teil des Beitrags der EIB zur Antwort von Team Europe auf die Pandemie.

Die Initiative ergänzt den EU-Zuschuss von 8 Millionen Euro (8,6 Millionen US-Dollar) an die Gesundheitsagentur der Karibik (CARPHA), die die regionalen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung koordiniert. Davon wurden 1,9 Millionen Euro für den Kauf von Impfdosen über COVAX verwendet. Die globale Initiative beschafft Impfstoffe zu geringeren Kosten und verteilt sie fair an die teilnehmenden Länder.

Zusammenarbeit von CDB und EIB

Die CDB und die EIB arbeiten bereits seit 40 Jahren zusammen, derzeit vor allem beim Klimaschutz und zur Stärkung der Resilienz. In den letzten zehn Jahren wurden 120 Millionen US-Dollar zu Vorzugsbedingungen für Klimaprojekte in der Karibik bereitgestellt, darunter Investitionen in die Wasserversorgung und Energieeffizienz, in grüne Energie, Überschwemmungsschutz und Klimaresilienz.

Die Covid-19-Gelder werden von der CDB über ihre regulären Darlehen an ihre kreditnehmenden Mitgliedsländer vergeben. Sie sind für operative Kosten und Investitionen zur besseren Bewältigung der Krise gedacht und sollen der Karibik auch helfen, sich besser für künftige Pandemien zu wappnen. Dazu werden vor allem der Kauf von Impfstoffen und die Durchführung von Impfkampagnen unterstützt.

Außerdem sollen Ausrüstung und Verbrauchsmaterial (Schutzausrüstung, Hygiene- und Desinfektionsmittel) finanziert werden, die entsprechend den jeweiligen nationalen Pandemie-, Zivilschutz- oder Katastrophenschutzplänen beschafft werden, um die Pandemie einzudämmen. Als Investitionen in das Gesundheitswesen könnten im Rahmen der Partnerschaft Geräte für die Labordiagnostik, Sauerstoffgeräte und mobile Krankenhäuser für die Notfallversorgung finanziert werden.

Die EIB in der Karibik

Die EIB ist der weltweit größte multilaterale Darlehensgeber. Etwa zehn Prozent ihrer Finanzierungen sind für Vorhaben außerhalb der Europäischen Union bestimmt. Seit Aufnahme ihrer Tätigkeit in der Karibik hat die Bank die Wirtschaft und Entwicklung in der Region mit Darlehen und Eigenkapitalfinanzierungen von insgesamt zwei Milliarden Euro unterstützt.

Als Bank der EU ist die EIB seit 40 Jahren in der Karibik tätig und unterstützt mit ihren Darlehen und Programmen für technische Hilfe die öffentliche Infrastruktur und die Entwicklung des Privatsektors. Die EIB engagiert sich für die Umsetzung der EU-Klimaziele und geht dafür weltweit Partnerschaften ein. Vergangenes Jahr stellte sie mehr als 26 Milliarden Euro für Projekte bereit, die den Klimaschutz und die ökologische Nachhaltigkeit fördern. Seit Ausbruch der Pandemie hat sie mehr als fünf Milliarden Euro zur Bewältigung der Krise vergeben.

Hintergrundinformationen 

Die Karibische Entwicklungsbank (CDB) ist eine regionale Finanzierungsinstitution. Sie wurde im Jahr 1970 gegründet, um zu einem harmonischen Wirtschaftswachstum und zur wirtschaftlichen Entwicklung ihrer kreditnehmenden Mitgliedstaaten beizutragen. Die Bilanzsumme der CDB belief sich zum 31. Dezember 2020 auf 3,64 Milliarden US-Dollar. Sie setzte sich aus ordentlichen Kapitalressourcen von 2,12 Milliarden US-Dollar sowie Mitteln des Sonderfonds von 1,52 Milliarden US-Dollar zusammen. Die Bank wird derzeit von Moody’s mit Aa1 stabil, von Standard and Poor’s mit AA+ stabil und von Fitch mit AA+ negativ bewertet. Weitere Informationen unter caribank.org.

Die Europäische Union (EU) unterhält mit der Karibik Partnerschaften in den Bereichen Handel, Politik und Entwicklung. In puncto Entwicklung ist die EU der wichtigste Partner der Karibik. Im Handelsbereich unterzeichnete die EU 2008 das erste Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (WPA) mit der Region und ist heute ihr zweitgrößter Handelspartner.