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Philippe de Fontaine Vive Curtaz, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB), Jean-Paul Huchon, Präsident des Regionalrats Île-de-France und des Verkehrsverbundes STIF, und Sophie Mougard, Generaldirektorin des STIF, unterzeichnen heute in Paris einen Darlehensvertrag über 600 Mio EUR. Die Mittel sind für die Erneuerung und Modernisierung der Schienenfahrzeuge im Verkehrsnetz der Region Île-de-France bestimmt.

Es handelt sich um das erste Darlehen an den STIF. Der Verkehrsverbund ist für die Organisation des öffentlichen Personennahverkehrs in der Île-de-France zuständig.

Die Region soll moderne, attraktive und leistungsfähige Schienenfahrzeuge erhalten, die den Mobilitätsbedürfnissen ihrer Bewohner auf lange Sicht gerecht werden. Die Gesamtkosten dieses umfangreichen Projekts werden auf über 2 Mrd EUR veranschlagt, die jeweils zur Hälfte vom STIF und von der staatlichen Eisenbahngesellschaft SNCF getragen werden.

Der Finanzierungsbeitrag der EIB in Höhe von insgesamt 600 Mio EUR ermöglicht es konkret,

  • 172 Francilien-Züge (Elektrotriebwagen des Typs NAT) und 24 Triebwagen des Typs AGC anzuschaffen und
  • die Doppelstockzüge auf den Linien RER C und D zu modernisieren (Typ Z2N).

Das Vorhaben wird dazu beitragen, die Kapazität des Schienennetzes zu erhöhen. Gleichzeitig wird es die Zuverlässigkeit, die Schnelligkeit und den Komfort des Nahverkehrs wesentlich verbessern. Durch ein überzeugendes Serviceangebot sollen die Bewohner der Region dazu bewegt werden, den öffentlichen Nahverkehr verstärkt in Anspruch zu nehmen. Dies würde die Umweltbelastung durch den Stadtverkehr mindern und einen Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel leisten.

Anlässlich der Vertragsunterzeichnung erklärte EIB-Vizepräsident Philippe de Fontaine Vive: „Der Abschluss dieses ersten Darlehensvertrags zwischen der EIB und dem STIF zur Modernisierung des Schienenverkehrsangebots in der Region ist eine gute Nachricht, die deutlich macht, dass Europa einen nachhaltigen städtischen Nahverkehr unterstützt. In der Tat stellt die Entwicklung des Bahnverkehrs ein vorrangiges Ziel in Europa dar. Das Schienenverkehrsangebot ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung der Wirtschaft, der Gesellschaft und der Menschen in der Île-de-France und spielt für die Lebensqualität von Millionen von Einwohnern der Region eine wichtige Rolle. Die EIB ist ein langfristiger Finanzierungspartner und begründet deshalb durch dieses Darlehen eine Partnerschaft mit der Region Île-de-France, die in Zukunft weiter ausgebaut werden soll.“

Mit dem Darlehen werden die bisherigen vorrangigen Ziele der EIB in Frankreich weiterverfolgt. Kamen die Maßnahmen bislang den Hochgeschwindigkeitsstrecken zwischen Paris und London, Brüssel, Luxemburg, Straßburg, Genf und Marseille zugute, erstreckt sich die Förderung der Bank nun zunehmend auf die Ebene der Regionen. 2009 wurde über eine Milliarde Euro für die Modernisierung des öffentlichen Verkehrs bereitgestellt. So beteiligte sich die EIB an der Finanzierung von Nahverkehrsprojekten der Städte Lyon, Bordeaux und Paris, wo die Straßenbahnlinie T3 zwischen Porte d'Ivry und Porte de la Chapelle in die östlichen Stadtteile ausgebaut wird. 2010 hat die EIB Mittel für Straßenbahnprojekte in Dijon und in Brest bereitgestellt.

Jean-Paul Huchon, Präsident des Regionalrats Île-de-France und Präsident des STIF, rief in Erinnerung: „Im Jahr 2006, als die Gebietskörperschaften unter dem Vorsitz der Region Île-de-France die vollständige Verantwortung für den öffentlichen Nahverkehr in der Region übernahmen, mussten wir feststellen, dass 30 Jahre lang zu wenig in die Infrastruktur und in die Fahrzeuge investiert worden war. Deshalb beschloss der STIF als eine der ersten Maßnahmen, die Züge seines Schienennetzes zu erneuern. Das Ziel dabei lautet: Bis 2016 sollen – und werden – in der Île-de-France nur noch neue oder vor höchstens 10 Jahren modernisierte Züge verkehren!“

Unterlagen:

Pressefotos und Pressemappe zum Francilien-Zug: www.lepremierfrancilien.com

Hinweise an die Redaktion;

Die EIB und ihre Maßnahmen zur Förderung des städtischen Nahverkehrs

Die EIB sieht ihre Darlehensvergabe zugunsten öffentlicher Verkehrsmittel mit eigener Fahrspur als Bestandteil ihrer Maßnahmen zur Förderung einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Umweltbelastung in städtischen Gebieten zu verringern und die Lebensqualität zu verbessern. Sie hat bei zahlreichen Nahverkehrsprojekten mitgewirkt – in Frankreich in Bordeaux, Clermont-Ferrand, Grenoble, Le Mans, Lyon, Marseille, Montpellier, Mulhouse, Nancy, Nantes, Nizza, Orleans, Paris, Reims, Straßburg, Toulon, Toulouse und Valenciennes. Im vergangenen Jahrzehnt erreichten die Finanzierungsbeiträge der EIB im öffentlichen Nahverkehr den Betrag von insgesamt 4 Mrd EUR in Frankreich und 23,7 Mrd EUR in der Europäischen Union. Die Bank hat sich unter anderem an Verkehrsvorhaben in Athen, Alicante, Barcelona, Bilbao, Brüssel, Berlin, Valencia, Lissabon, London, Madrid, München, Düsseldorf, Manchester, Dublin, Budapest und Prag beteiligt.

Die EIB ist die Finanzierungsinstitution der Europäischen Union. Ihre Aufgabe besteht in erster Linie darin, mit langfristigen Darlehen tragfähige private und öffentliche Investitionsvorhaben zu unterstützen, die zur Integration, zum Zusammenhalt und zur ausgewogenen Entwicklung der EU beitragen. Dabei verfolgt sie sechs strategische Prioritäten: wirtschaftlicher und sozialer Zusammenhalt, Schutz der natürlichen und städtischen Umwelt, Forschung und Innovation, Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen, transeuropäische Verkehrsnetze sowie nachhaltige, wettbewerbsfähige und sichere Energieversorgung. Im Jahr 2009 stellte die EIB 70 Mrd EUR für Finanzierungsvorhaben in der Europäischen Union bereit. Das entspricht einem Anstieg um 36% gegenüber 2008 (51,7 Mrd EUR). Insgesamt belief sich die Finanzierungstätigkeit der Bank im Jahr 2009 in und außerhalb der EU auf 79 Mrd EUR. Sie half vor allem Gebietskörperschaften und Unternehmen dabei, die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu bewältigen.

Der Verkehrsverbund STIF, zuständig für den öffentlichen Nahverkehr in der Region Île-de-France

Der STIF ist für die Planung, Organisation, Koordination und Finanzierung des gesamten öffentlichen Personenverkehrs der Region Île-de-France verantwortlich. Er beauftragt Bauunternehmen und Verkehrsgesellschaften mit der Durchführung der entsprechenden Tätigkeiten.

Der STIF sieht sich dem Dienst an der Öffentlichkeit und der Verteidigung des öffentlichen Interesses verpflichtet. Seine Aufgabe lautet, den Bewohnern der Region Île-de-France möglichst attraktive und gute Nahverkehrsleistungen zu bieten. Zu diesem Zweck pflegt der STIF regelmäßigen Kontakt zu den Fahrgästen, hauptsächlich durch öffentliche Diskussionen und Veranstaltungen.

Der Verkehrsverbund, in dem die Region Île-de-France, die Stadt Paris und die sieben anderen Departements der Region vertreten sind, ist für die Organisation des öffentlichen Nahverkehrs in der Île-de-France zuständig.

Der STIF spielt die Hauptrolle bei der Schaffung eines nachhaltigen Nahverkehrsangebots in der Île-de-France und reagiert dabei auf die Dynamik der Entwicklung in der Region. Er betrachtet die Anpassung des Nahverkehrsangebots an neue Arbeits- und Lebensgewohnheiten als ständige Aufgabe und berücksichtigt dabei auch die Thematik der Nachhaltigkeit.

Pressekontakte:

STIF: www.stif.info