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    Ein niederländischer Lebensmittelhersteller denkt um

    Erfahren Sie, wie die niederländische „Verspillingsfabriek“ die Lebensmittelproduktion revolutioniert und dabei einen sozialen Beitrag leistet:

    • Aussortierte und überschüssige Lebensmittel werden zu leckeren Produkten verarbeitet
    • Die Fabrik ist auch ein Treffpunkt für Experten und Unternehmer, die sich für Lebensmittelrecycling interessieren und engagieren
    • Mit dem neuen System sollen bis 2030 rund 50 Prozent weniger Lebensmittel im Müll landen
    • 70 Prozent der Belegschaft sind Menschen mit Behinderun

    Diese und alle anderen Folgen unseres Podcasts in englischer Sprache finden Sie in iTunesSpotify und Acast.

    „Future Europe“ stellt jedes der 28 EU-Länder in einem Podcast vor. In jeder Folge geht es um ein Projekt, das zeigt, wie wir künftig in Europa leben werden. Darüber sprechen wir mit Menschen, die die Projekte selbst kennen.

    Banken ziehen mit

    Alain Cracau will etwas bewirken. „Statt lang und breit darüber zu diskutieren, wie und wo wir mehr Anbauflächen bewirtschaften können, sollten wir das, was wir haben, einfach besser nutzen.“

    Cracau ist weder Umweltschützer noch Lebensmittelexperte, sondern arbeitet bei der niederländischen Rabobank, die die neue Fabrik in Veghel finanziert.

    „Hier wird einfach alles wiederverwendet, sogar das Gebäude“, sagt er über das heutige Kompetenzzentrum THREE-SIXTY, das in einem ehemaligen Versandlager entstanden ist. „In dem Zentrum kommen Unternehmer, Wissenschaftler, Studierende und Investoren zusammen, die nach innovativen Lösungen für die Lebensmittelverwertung suchen. Wir müssen überdenken, wie wir Lebensmittel produzieren, verteilen und konsumieren.“

    Das THREE-SIXTY wurde vor drei Jahren von Bob Hutten gegründet. Der niederländische Unternehmer stellt dort in seiner Verspillingsfabriek aus aussortierten und überschüssigen Lebensmitteln neue Produkte wie Suppen und Soßen her.

    Halb so viel Abfall

    Huttens Unternehmen tut zweierlei: „Zum einen verarbeiten wir Lebensmittelabfälle und zum anderen beraten wir Unternehmen, Lieferanten, Händler und Verbraucher, wie sie Abfall vermeiden können. Gemeinsam können wir es schaffen, dass bis 2030 rund 50 Prozent weniger Lebensmittel in der Tonne landen.“ 

    Cracau erläutert das Konzept der Verspillingsfabriek anhand von Fast-Food-Ketten: „Für ihre Burger verwenden die von den Tomaten nur die großen Scheiben aus der Mitte“, erklärt er. „Und der Rest? Der wandert in den Abfall. Wenn wir das System verbessern, kommt das den Verbrauchern, den Erzeugern und den Landwirten zugute.“

    Die Lebensmittelproduktion umzukrempeln, ist nicht billig. Aber die Verspillingsfabriek bekam dafür ein sogenanntes „Nachhaltigkeitsdarlehen“, das die Europäische Investitionsbank gemeinsam mit der niederländischen Rabobank vergibt. Solche Kredite sind für kleine und mittelgroße Unternehmen gedacht, die gezielt auf Nachhaltigkeit und soziales Engagement setzen.

    Jeder ist willkommen

    Mit dem Nachhaltigkeitsdarlehen von EIB und Rabobank konnte die Verspillingsfabriek drei Ideen umsetzen:

    • Im THREE-SIXTY wurde der „Waste Hub“ eingerichtet, der die Produktion beherbergt und zugleich ein Ort der Zusammenarbeit für Lebensmittelexperten ist
    • Die Verspillingsfabriek hat ein völlig neues System entwickelt, das anderen Unternehmen hilft, überschüssige Lebensmittel wiederzuverwerten, die bisher weggeworfen wurden
    • Die Fabrik stellt nun Produkte wie Suppen, Soßen und Bier aus Lebensmittelabfällen her und beschäftigt Menschen, die es auf dem Arbeitsmarkt schwer haben

    Nach Aussage von EIB-Kreditreferent Alexander Smits hat die Zusammenarbeit mit einem niederländischen Finanzinstitut zum Erfolg des Projekts beigetragen: „Die Rabobank ist für uns ein ausgezeichneter Partner. Sie ist in den Niederlanden bekannt und erreicht kleine Unternehmen.“ 

    Soziales Engagement für Menschen mit Behinderung

    Die Verspillingsfabriek will nicht nur leckeres Essen herstellen. Sie beschäftigt auch Menschen, die es auf dem Arbeitsmarkt schwer haben.

    „Siebzig Prozent der Beschäftigten sind behindert“, erklärt Cracau. „Aber sie können trotzdem kochen und Lebensmittel verpacken. Und sie sind stolz darauf, hier mitzumachen.“

    In der Fabrik geht es emsig zu. Die Produktion wurde allein im vergangenen Jahr um 150 Prozent nach oben gefahren, um die steigende Nachfrage zu decken.

    Firmengründer Hutten will mit seinem Unternehmen für gutes Essen und ein Umdenken in der Gesellschaft sorgen: „Bei uns ist jeder willkommen. Ich lade alle großen Unternehmen und schlauen Köpfe ein, darüber nachzudenken, wie wir mit Lebensmittelabfällen umgehen – und was wir verändern können. Unsere Fabrik kann einen Beitrag dazu leisten. Er mag klein sein, aber ich denke, da steckt noch viel Potenzial drin.