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  • Anteil der Unternehmen, die investieren, blieb gegenüber 2020 in etwa gleich
  • Anteil der polnischen Unternehmen, die mehr investieren wollen, steigt auf 80 Prozent, nahezu gleichauf mit EU-Durchschnitt
  • Corona hat Umsätze geschmälert: 42 Prozent der Unternehmen verzeichneten Umsatzrückgänge; nur halb so viele (22 Prozent) vermeldeten steigende Umsätze
  • Hälfte aller Unternehmen (53 Prozent) führte 2020 mindestens eine fortschrittliche digitale Technologie ein
  • Unternehmen bestätigen besseren Zugang zu Kapital, nur 8 Prozent hatten Probleme
  • Fast die Hälfte aller Unternehmen (48 Prozent) will in den nächsten drei Jahren in klimafreundliche Initiativen oder Technologien investieren

Der Anteil der polnischen Unternehmen, die 2021 investieren, hat sich seit der Umfrage der EIB-Gruppe zur Investitionstätigkeit und Investitionsfinanzierung vom Vorjahr (EIBIS 2020) nicht verändert. In puncto Planung und Durchführung waren die Unternehmen 2021 jedoch optimistischer gestimmt. Mehr Unternehmen (80 Prozent, wie im EU-Durchschnitt) wollen ihre Investitionen erhöhen.

Mit 49 Prozent stiegen die Anlageinvestitionen 2021 gegenüber den Ergebnissen des Vorjahres (EIBIS 2020: 45 Prozent). Der EU-Durchschnitt liegt bei 50 Prozent. Allerdings gehört Polen nach wie vor zu den EU-Mitgliedstaaten, die am wenigsten in immaterielle Vermögenswerte investieren.

Corona hat die Umsätze geschmälert: 42 Prozent der Unternehmen verzeichneten Umsatzrückgänge. Nur halb so viele (22 Prozent) vermeldeten steigende Umsätze. Corona wirkte sich auch auf die Investitionspläne aus. Ein Drittel der Unternehmen (32 Prozent) hat die Pläne zurückgefahren, und nur 3 Prozent investierten in der schwierigsten Zeit mehr. Auf die Frage, wie sie kurzfristig auf Corona reagieren, gaben die Unternehmen an, vor allem die Digitalisierung im Auge zu haben. Ein Drittel (35 Prozent) hat in digitale Lösungen investiert.

Fast vier von zehn polnischen Unternehmen (38 Prozent) investieren in die Entwicklung oder Einführung neuer Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen. Auch der Anteil der Unternehmen, die 2021 mindestens eine fortschrittliche digitale Technologie eingeführt haben (53 Prozent), stieg im Vergleich zur EIBIS 2020 (50 Prozent). Trotz der schwierigen Bedingungen haben drei Viertel der Unternehmen (76 Prozent) ihre Investitionen in den letzten drei Jahren nach eigenen Aussagen auf einem angemessenen Niveau gehalten. Hingegen war der Anteil der Unternehmen mit voller Kapazitätsauslastung (47 Prozent) gegenüber dem Vorjahr rückläufig (EIBIS 2020: 51 Prozent). Der EU-Durchschnitt liegt bei 49 Prozent.

Der Zugang zu Kapital verbessert sich in Polen. Nur 8 Prozent der Unternehmen hatten Probleme – weniger als im Jahr zuvor (EIBIS 2020: 12 Prozent). Damit lag ihr Anteil erstmals seit Beginn der Umfrage unter 10 Prozent. Die meisten Unternehmen, die externes Kapital aufnehmen, sind mit den angebotenen Konditionen zufrieden. Das größte Problem sind die Besicherungsanforderungen (9 Prozent).

Wegen der Pandemie haben sich 14 Prozent der polnischen Unternehmen stärker verschuldet. Sie erhielten umfangreiche öffentliche Coronahilfen: Insgesamt wurden sechs von zehn polnischen Unternehmen (61 Prozent) in irgendeiner Form finanziell unterstützt und damit etwas mehr als im EU-Durchschnitt (56 Prozent). Insgesamt haben bereits 39 Prozent der polnischen Unternehmen in Klimaschutzmaßnahmen investiert, und fast die Hälfte (48 Prozent) plant solche Maßnahmen für die kommenden drei Jahre. Darüber hinaus hat mehr als ein Drittel (36 Prozent) der polnischen Unternehmen in Energieeffizienzmaßnahmen investiert. Außerdem gibt es in Polen mehr Unternehmen (52 Prozent) als im EU-Durchschnitt (46 Prozent), die sich eigene Ziele für den CO2-Ausstoß und den Energieverbrauch setzen und diese überwachen.

EIB-Vizepräsidentin Teresa Czerwińska: „Polnische Unternehmen entwickeln ein bemerkenswertes Bewusstsein für die Digitalisierung und den Klimaschutz. Mehr als ein Drittel der Unternehmen will die Digitalisierung vorantreiben, und fast die Hälfte plant Investitionen in klimafreundliche Initiativen. Das zeugt von der wachsenden Verantwortung der Unternehmen.“

Link zum EIBIS-Länderüberblick 2021 für Polen

Link zum Investitionsbericht 2021/2022 der EIBIS-Umfrage 2021

Hintergrundinformationen

Die Europäische Investitionsbank (EIB) finanziert Projekte in vier vorrangigen Bereichen – Infrastruktur, Innovation, Klimaschutz und Umwelt sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU). 2020 stellte die EIB-Gruppe 5,2 Milliarden Euro für Projekte in Polen bereit.

Die Investitionsumfrage der EIB

Die jährliche Umfrage der EIB-Gruppe zur Investitionstätigkeit und Investitionsfinanzierung (EIBIS) erstreckt sich auf die gesamte EU. Wir sammeln darin qualitative und quantitative Informationen über die Investitionen kleiner Betriebe (5 bis 250 Beschäftigte) und größerer Unternehmen (mehr als 250 Beschäftigte), über ihren Finanzierungsbedarf und über die Schwierigkeiten, auf die sie stoßen.

Befragt werden rund 13 300 Unternehmen aus den 27 EU-Ländern, dem Vereinigten Königreich und seit 2019 auch aus den Vereinigten Staaten. Die Umfrage basiert auf einer geschichteten Zufallsstichprobe und ist daher repräsentativ, und zwar:

  • auf Ebene der EU
  • auf Länderebene
  • auf Ebene der Sektoren (verarbeitendes Gewerbe, Dienstleistungen, Bau und Infrastruktur) und auf Ebene der Unternehmensgrößenklassen (kleinste, kleine, mittlere und große Unternehmen) (für die meisten Länder)

Alle Umfrageteilnehmer stammen aus der Datenbank ORBIS des Bureau van Dijk. Die Antworten können mit den ausgewiesenen Bilanz- und GuV-Daten der Unternehmen abgeglichen werden. Die EIBIS-Umfrage wird seit 2016 jährlich durchgeführt. Sie dient dazu, einen Bestand von Unternehmensdaten aufzubauen. Dazu werden alle Unternehmen, die an der ersten Befragung teilgenommen haben, bei den nachfolgenden Umfragen erneut interviewt. Um den Stichprobenschwund auszugleichen und zu gewährleisten, dass alle Sektoren angemessen vertreten sind, wird die ursprüngliche Gruppe jedes Jahr entsprechend durch neue Unternehmen ergänzt.

Weitere Informationen: Investitionsumfrage der EIB-Gruppe (EIBIS) – weitere Informationen