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Der erste Teil der EIB-Klimaumfrage 2021–2022 untersucht, wie die Menschen in einer sich rasch verändernden Welt zum Klimawandel stehen. Die Ergebnisse beleuchten, wie die Bevölkerung den Klimawandel wahrnimmt und welche Maßnahmen sie von ihrem Land erwartet. 

  • 79 Prozent der Menschen in den Benelux-Ländern halten den Klimawandel und seine Folgen für die größte Herausforderung der Menschheit im 21. Jahrhundert (EU-weit 81 Prozent)
  • 66 Prozent glauben, dass sie sich mehr Sorgen um den Klimanotstand machen als ihre Regierung (EU-weit 75 Prozent)
  • 64 Prozent finden, dass sich der Klimawandel auf ihren Alltag auswirkt (EU-weit 77 Prozent)
  • 65 Prozent befürworten strengere staatliche Maßnahmen, die Verhaltensänderungen erzwingen (EU-weit 70 Prozent)
  • 67 Prozent sind für eine Steuer auf Produkte und Dienstleistungen, die am stärksten zur Erderwärmung beitragen (EU-weit 69 Prozent)
  • 63 Prozent der Befragten glauben nicht, dass es ihrem Land gelingt, seine CO2-Emissionen bis 2050 drastisch und Paris-konform zu senken (EU-weit 58 Prozent)
  • 87 Prozent wollen Kurzstreckenflüge in Zusammenarbeit mit den Nachbarländern durch umweltfreundliche Schnellzugverbindungen ersetzen (EU-weit 87 Prozent)

79 Prozent der Menschen in den Benelux-Ländern halten den Klimawandel und seine Folgen für die größte Herausforderung der Menschheit im 21. Jahrhundert. Je nach politischer Anschauung gibt es deutliche Unterschiede: 90 Prozent der eher linksorientierten Befragten sehen im Klimawandel die größte Herausforderung für die Menschheit im 21. Jahrhundert, bei den eher rechtsorientierten sind es 69 Prozent.

Die große Mehrheit der Bevölkerung in den Benelux-Ländern (64 Prozent) ist der Meinung, dass sich der Klimawandel auf ihren Alltag auswirkt (13 Prozentpunkte weniger als der europäische Durchschnitt von 77 Prozent).

Doch der Konsens trügt. Denn je nach Bevölkerungsgruppe gibt es erhebliche Unterschiede. Wie groß die Klimabedenken sind und welche konkreten Erwartungen die Menschen haben, variiert zwischen Jung und Alt, Rechts und Links, Mann und Frau sowie abhängig von der sozioökonomischen Gruppenzugehörigkeit.

Dies sind einige Resultate der ersten Ergebnisreihe der Klimaumfrage 2021–2022, die die Europäische Investitionsbank (EIB) am 27. Oktober veröffentlichte. Die EIB ist die Einrichtung der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen und der weltweit größte multilaterale Geldgeber für Klimaschutzprojekte.

Wahrnehmung der Klimakrise/Klimaschutzmaßnahmen des Landes

Die große Mehrheit der Bevölkerung in den Benelux-Ländern (64 Prozent) findet, dass sich der Klimawandel auf ihren Alltag auswirkt. Das geben vor allem die 15- bis 29-Jährigen (73 Prozent) an. Bei den über 64-Jährigen sind es 14 Prozentpunkte weniger (59 Prozent). 70 Prozent der eher linksorientierten Befragten sagen, dass sie die Auswirkungen des Klimawandels im Alltag spüren. Das sind 11 Prozentpunkte mehr als bei den eher rechtsorientierten (59 Prozent).

66 Prozent glauben, dass sie sich mehr Sorgen um den Klimanotstand machen als ihre Regierung. Folglich sehen sie die Chancen für eine grüne Wende in ihrem Land eher pessimistisch. Nur 37 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass es ihrem Land gelingt, seine CO2-Emissionen bis 2050 Paris-konform zu senken. Die Mehrheit (63 Prozent) ist überzeugt, dass die Benelux-Länder ihre Emissionsziele verfehlen werden. Hier klafft zwischen Jung und Alt ein deutlicher Unterschied von 15 Prozentpunkten: Bei den unter 30-Jährigen glauben 46 Prozent, dass die Benelux-Länder die grüne Wende schaffen, bei den über 64-Jährigen nur 31 Prozent. 69 Prozent der über 64-Jährigen meinen, dass die Benelux-Länder das Ziel für 2050 nicht erreichen werden. 54 Prozent der 15- bis 29-Jährigen teilen diese Skepsis. Dieser Pessimismus ist bei den Befragten aller politischen Richtungen in etwa gleich stark ausgeprägt (66 Prozent bei den eher Linksorientierten und 60 Prozent bei den eher Rechtsorientierten). 49 Prozent der Befragten mit Kindern unter 18 Jahren glauben, dass es ihrem Land gelingen wird, seine CO2-Emissionen zu reduzieren; bei den Befragten ohne jüngere Kinder sind es 17 Prozentpunkte weniger (32 Prozent).

Entsprechend befürworten fast zwei Drittel (65 Prozent) der Befragten in den Benelux-Ländern strengere staatliche Maßnahmen (ähnlich denen in der Coronakrise), um die Menschen zu Verhaltensänderungen zu zwingen (5 Prozentpunkte unter dem EU-Durchschnitt von 70 Prozent).

Unter den eher Linksorientierten glauben nur 4 Prozent, dass die Erderwärmung nicht auf menschliches Handeln zurückgeht – das sind 10 Prozentpunkte weniger als bei den Rechtsorientierten (14 Prozent). 23 Prozent der stark rechtsorientierten Befragten bezweifeln weiterhin, dass der Mensch die Hauptursache für die Klimakrise ist.

Streitthema Energie

Auf die Frage, welche Energiequelle ihr Land nutzen sollte, um die Erderwärmung zu bekämpfen, befürwortet knapp die Hälfte der Bevölkerung in den Benelux-Ländern erneuerbare Energien (49 Prozent, 14 Prozentpunkte unter dem EU-Durchschnitt von 63 Prozent). Die eher linksorientierten Befragten setzen stärker auf erneuerbare Energien als die rechtsorientierten (60 Prozent gegenüber 42 Prozent; ein Unterschied von 18 Prozentpunkten).

Insgesamt sind die Menschen in den Benelux-Ländern etwas mehr für die Kernenergie als andere Europäerinnen und Europäer (18 Prozent gegenüber 12 Prozent). Die über 64-Jährigen (22 Prozent) befürworten die Kernenergie stärker als die unter 30-Jährigen (17 Prozent); der Unterschied zwischen den Geschlechtern ist noch deutlicher: Männer (26 Prozent) plädieren viel stärker für die Kernenergie als Frauen (11 Prozent). Ebenso sprechen sich Rechtsorientierte mit 29 Prozent viel stärker für den Ausbau der Kernenergie aus als Linksorientierte (13 Prozent). Dabei sind Personen mit höherem Einkommen eher für den Ausbau der Kernenergie (25 Prozent) als Personen mit niedrigerem Einkommen (15 Prozent).

Deutlich mehr Befragte setzen zur Bekämpfung des Klimawandels auf Energieeinsparungen als auf einen stärkeren Einsatz von Erdgas (21 Prozent gegenüber 7 Prozent). Das gilt besonders für die über 64-Jährigen, die zu 21 Prozent Energieeinsparungen favorisieren. Das sind 6 Prozentpunkte mehr als bei den unter 29-Jährigen, die nur zu 15 Prozent Energieeinsparungen Priorität einräumen. Auffällig ist auch hier der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Frauen (27 Prozent) sind viel eher bereit, Energieeinsparungen zu unterstützen, als Männer (16 Prozent).

Bevorzugte Lösungen gegen den Klimawandel

Die meisten Menschen in den Benelux-Ländern (67 Prozent und damit 2 Prozentpunkte unter dem EU-Durchschnitt) würden eine Steuer auf Produkte und Dienstleistungen begrüßen, die am stärksten zur Erderwärmung beitragen. Dies würden sogar 67 Prozent der Befragten mit geringerem Einkommen befürworten. Die Bevölkerung in den Benelux-Ländern ist auch für eine Garantie von mindestens fünf Jahren auf Elektro- oder Elektronikgeräte (89 Prozent) und dafür, Kurzstreckenflüge durch umweltfreundliche Schnellzugverbindungen zu ersetzen (87 Prozent). Außerdem befürworten die Befragten „weichere“ Maßnahmen wie die Verbesserung der Bildung und eine stärkere Sensibilisierung der Jugend für einen nachhaltigen Konsum (90 Prozent).

Kris Peeters, Vizepräsident der EIB: „Vielleicht im Gegensatz zu dem, was oft in den Medien berichtet wird, fordert eine Mehrheit der Menschen in den Benelux-Ländern von der Regierung strengere Maßnahmen und Instrumente, um den Klimawandel zu bekämpfen. Im Vorfeld des Klimagipfels COP26 müssen wir unsere Anstrengungen verstärken und die grüne Wende beschleunigen. Die EIB ist bereit und willens, auch in den Benelux-Ländern neue Klimaprojekte zu unterstützen, vor allem innovative Vorhaben mit einem hohen Nutzen für die Menschen.“

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Excel-Rohdaten für alle 30 Länder hier herunterladen. Weitere Informationen zu den wichtigsten Ergebnissen der vierten Klimaumfrage der EIB finden Sie hier auf unserer Website.

Hintergrundinformationen

Die Umfrage der EIB zum Klimawandel

Die Europäische Investitionsbank hat in ihrer vierten Klimaumfrage Menschen eingehend zum Klimawandel befragt. Gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen BVA wollte sie herausfinden, welche Einstellungen und Erwartungen die Menschen in Bezug auf den Klimaschutz haben. Für die Umfrage wurde zwischen dem 26. August und dem 22. September 2021 in jedem der 30 teilnehmenden Länder eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung befragt – insgesamt mehr als 30 000 Menschen.

Die Europäische Investitionsbank

Die EIB ist in rund 160 Ländern tätig und einer der weltweit größten multilateralen Geldgeber für Klimaschutzprojekte. Vor Kurzem hat die EIB-Gruppe ihren Klimabank-Fahrplan verabschiedet, um ihre ehrgeizigen Ziele zu erreichen: In den nächsten zehn Jahren bis 2030 will sie eine Billion Euro für Klimaschutz und ökologisch nachhaltige Investitionen mobilisieren und bis 2025 mehr als 50 Prozent ihrer Finanzierungen für Klimaschutz und ökologische Nachhaltigkeit bereitstellen. Gemäß diesem Fahrplan richtet die EIB-Gruppe außerdem seit Anfang 2021 alle neuen Finanzierungen an den Zielen und Grundsätzen des Pariser Abkommens aus.

Die EIB auf der COP26

Die EIB ist mit einem Pavillon in Halle 4 des Scottish Event Campus vertreten und führt eine Reihe von Nebenveranstaltungen zu verschiedenen Themen durch. Das Veranstaltungsprogramm finden Sie hier.

BVA

BVA ist ein Meinungsforschungs- und Beratungsunternehmen, das als einer der innovativsten Marktforschungsanbieter in seinem Sektor gilt. Schwerpunkt seiner Arbeit ist das verhaltensbasierte Marketing. Durch die Kombination von Daten- und Sozialwissenschaften gelangt BVA zu aufschlussreichen und aussagekräftigen Untersuchungsergebnissen. Das Unternehmen ist Mitglied im Worldwide Independent Network of Market Research (WIN), einem globalen Netz weltweit führender Markt- und Meinungsforschungsunternehmen mit mehr als 40 Mitgliedern.