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Philippe Richert, Minister für die Gebietskörperschaften und Präsident des Regionalrates der Region Elsass, und Philippe de Fontaine Vive Curtaz, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB), haben am 5. Dezember 2011 im Haus der Region einen Finanzierungsvertrag über 40 Mio EUR unterzeichnet.Es handelt sich um die erste Tranche eines langfristigen Darlehens im Gesamtbetrag von 130 Mio EUR. Der Vertrag deckt den Finanzierungsbedarf der Region Elsass in den kommenden drei Jahren für die Durchführung der Bauarbeiten des Projekts „LGV Est-Européenne, 2. Bauabschnitt“ und für die Anpassungen des Schienennetzes nördlich von Straßburg.

Der Darlehensvertrag wurde zu den besten derzeitigen Marktbedingungen geschlossen, die im Rahmen der dreimonatigen Verhandlungen zwischen den beiden Parteien festgelegt wurden. Diese von einem öffentlichen Darlehensgeber gewährten Mittel erlauben es der Region Elsass, vor dem Hintergrund einer Verknappung langfristiger Mittel in Europa ihre Finanzierungsquellen bis 2013 zu sichern.

Mittel in Höhe von 130 Mio EUR für ein wichtiges europäisches Infrastrukturprojekt

Als Fortführung der Unterstützung durch die für den ersten Bauabschnitt des Projekts gewährten Finanzierungsmittel hat die EIB beschlossen, der Region Elsass auch für den zweiten Bauabschnitt ein Darlehen über 130 Mio EUR zu gewähren. Diese Finanzierung ermöglicht die Anbindung des Bahnhofs Lorraine TGV in Baudrecourt an den Bahnhof Alsace TGV (Vendenheim) und die Reduzierung der Fahrtdauer zwischen Paris und Straßburg von 2:20 h auf 1:50 h (um 30 Minuten) und zwischen Luxemburg und Straßburg von 2:10 h auf 1:25 h (um 45 Minuten). Die Gesamtkosten liegen bei 2,1 Mrd EUR, von denen die elsässischen Gebietskörperschaften 236 Mio EUR übernehmen, davon 95 Mio EUR allein die Region Elsass. Die erste Tranche der von der EIB gewährten Mittel wird bereits im Dezember 2011 ausgezahlt werden.

Aus den Mitteln der EIB-Finanzierung werden ebenfalls die erforderlichen Anpassungsarbeiten auf dem herkömmlichen Eisenbahnnetz nördlich von Straßburg finanziert werden. Die Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnstrecke wird bei Vendenheim an die herkömmliche Eisenbahnstrecke aus Haguenau angeschlossen werden, so dass der Eisenbahnknotenpunkt von Straßburg mit einer Geschwindigkeit von 160 km/h passiert werden kann.

Mit diesem neuen Darlehen stellt die EIB ein weiteres Mal ihr Engagement zugunsten der wirtschaftlichen Entwicklung des Elsass unter Beweis. Die Bank hat in der Vergangenheit bereits mehrere große Projekte unterstützt, darunter den ersten Bauabschnitt des Projekts „LGV Est-Européenne“ mit 755 Mio EUR und die Straßenbahn von Straßburg, so dass sie allein für den öffentlichen Personenverkehr der Region 1 Mrd EUR bereitgestellt hat. Die EIB hat als führender Geldgeber in Frankreich im Bereich der nachhaltigen öffentlichen Verkehrsmittel bereits acht französische Regionen bei der Sanierung ihres Eisenbahnnetzes unterstützt und 25 Straßenbahnprojekte in ganz Frankreich mitfinanziert. Eine wichtige Rolle bei der Tätigkeit der EIB in Frankreich spielen auch die Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnstrecken: Im Jahr 2011 hat die EIB bereits 1,2 Mrd EUR zur Finanzierung der LGV Sud Europe Atlantique und 552 Mio EUR für die LGV Bretagne Pays de la Loire gewährt. Mit ihren Darlehen setzt die EIB ihre vorrangige Förderung nachhaltiger öffentlicher Verkehrssysteme fort und verfolgt das Ziel weiter, den CO2-Ausstoß und die anderen negativen Umweltauswirkungen des städtischen Verkehrs erheblich zu reduzieren. In den letzten zehn Jahren beliefen sich die Finanzierungsbeiträge der EIB im öffentlichen Nahverkehr in Städten auf über 4 Mrd EUR in Frankreich und 23,7 Mrd EUR in der Europäischen Union.