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EIB-Präsident Werner Hoyer mit Papst Franziskus, der zu mehr Einsatz gegen die Erderwärmung aufruft. ©Matteo Maggiore/EIB

Werner Hoyer, Präsident der Europäischen Investitionsbank (EIB), rief am Montag gemeinsam mit Papst Franziskus, Finanzministern und Klimafachleuten aus aller Welt zu mehr Einsatz gegen die Erderwärmung auf.

Papst Franziskus forderte in Rom anlässlich einer Konferenz für Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung: „Wir müssen entschlossen handeln, um alle Treibhausgasemissionen bis spätestens Mitte des Jahrhunderts zu beenden, und wir müssen noch mehr tun.“

Präsident Hoyer schloss sich dem Aufruf an und erinnerte im Vatikan daran, dass die EIB als Bank der Europäischen Union schon lange mit viel Geld die CO2-arme Wirtschaft, Energieeffizienz-Projekte und Investitionen in den Klimaschutz fördert.

„Wir wollen ehrgeizig sein. Im Moment kommt die Umstellung nicht annähernd so schnell voran, wie es nötig wäre“, so Hoyer. „Die EIB tut viel dafür, dass die Ziele und Verpflichtungen von Paris schneller erfüllt werden. Wir wollen entschlossen den Ausstieg aus der fossilen Energie vorantreiben. Aber wie der Heilige Vater schon sagte: Finanzinstitutionen können Vorschläge machen, gelingen wird der Ausstieg nur mit einem starken politischen Willen.“

Das Treffen war vom chilenischen Finanzminister, der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften in Rom und dem Netzwerk der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklungslösungen organisiert worden und fand im Kontext der jüngst geschmiedeten Klimakoalition der Finanzminister statt. Die Veranstaltung diente zur Vorbereitung auf die 25. UN-Klimakonferenz im Dezember in Santiago de Chile.

Bei dem Treffen am Montag sprachen Finanzminister und Klimafachleute über neueste Daten und schärften das Bewusstsein für den Klimawandel und eine nachhaltige Entwicklung. Es ging aber auch um konkrete Maßnahmen, die auf der Klimakonferenz in Chile verabschiedet werden sollen. Das Treffen stand unter dem Motto „Diskussion über nachhaltige Entwicklungsziele: Klimawandel und neue Erkenntnisse aus Wissenschaft, Technik und Politik.“

Präsident Hoyer hob hervor, dass dringend mehr private Investitionen in den Klimaschutz notwendig seien. „Alle Steuergelder der Welt reichen nicht aus – weder für die nachhaltigen Entwicklungsziele noch für die Ziele des Pariser Abkommens“, gab er zu bedenken. „Wir schaffen das nur, wenn wir den Privatsektor mobilisieren.“

Die EIB begab als Bank der EU im Juli 2007 die erste grüne Anleihe und half damit beim Aufbau eines Marktes, der heute ein Volumen von mehr als 500 Milliarden US-Dollar hat. Die Bank leitet und koordiniert mehrere wichtige Arbeitsgruppen, die sich um die Harmonisierung und Stärkung des Regelungsrahmens für grüne Anleihen bemühen. 2018 brachte die EIB ihre erste Nachhaltigkeitsanleihe für den Wassersektor auf den Markt. Weitere themenbezogene Anleihen sollen folgen, um privates Kapital für die nachhaltigen Entwicklungsziele zu mobilisieren.

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