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Die Europäische Union (EU), die Europäische Investitionsbank (EIB) und die ägyptische Entwicklungsagentur für kleinste, kleine und mittlere Unternehmen (MSMEDA) haben heute drei Projekte besichtigt. Sie sind Teil der zweiten Phase des im Juni 2020 gemeinsam mit dem Ministerium für internationale Zusammenarbeit aufgelegten Programms für kommunale Entwicklung. Die Besichtigung fand in Port Said statt, einem der sechs Gouvernorate, die das Programm abdeckt.

Botschafter Christian Berger, Chef der EU-Delegation in Ägypten, leitete den Besuch vor Ort zusammen mit Alfredo Abad, dem Regionalvertreter der EIB für den Nahen Osten. An der Besichtigung nahmen auch Verantwortliche der MSMEDA teil, darunter Medhat Masoud, Leiter Human and Community Development, und Wael Hamed, Leiter des Büros in Port Said. Generalgouverneur Adel El Ghadban empfing die Delegation in Port Said.

Nevine Gamea, Ministerin für Handel und Industrie und Exekutivdirektorin der MSMEDA sagte anlässlich der Besichtigung: „Der Besuch unterstreicht die enge Zusammenarbeit zwischen der MSMEDA und der EU, die als wichtiger langjähriger Entwicklungspartner unsere Aktivitäten und Pläne in den letzten zehn Jahren über zahlreiche Programme und Vereinbarungen unterstützt hat.“ Sie wies darauf hin, dass die MSMEDA auch mit einer Vielzahl internationaler Agenturen zusammenarbeitet. Hinzu komme die EIB als wichtiger Partner bei einer Reihe von Entwicklungsprojekten in Ägyptens Gouvernoraten.

Die Ministerin sagte weiter: „Von Juli 2014 bis Februar 2021 hat die MSMEDA Kredite und Zuschüsse von 322,6 Millionen ägyptischen Pfund für Port Said mobilisiert. Mit Krediten von 304,1 Millionen Euro haben wir die Gründung von 9 000 kleinen und kleinsten Unternehmen gefördert und damit rund 16 000 Arbeitsplätze geschaffen. Zuschüsse von insgesamt 18,5 Millionen ägyptischen Pfund flossen in den Ausbau von Infrastruktur und in Projekte im Bereich menschliche und kommunale Entwicklung. Das hat rund 44 000 Tagesjobs für junge Menschen im Gouvernorat Port Said gebracht.“

Botschafter Christian Berger betonte, das Programm helfe, das Wohlergehen und die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern. Es sei ein wichtiger Bestandteil des breiteren Kooperationsrahmens zwischen der Europäischen Union und Ägypten, der sich bislang auf Zuschüsse von mehr als 1,2 Milliarden Euro beläuft. Das gemeinsame Programm ist ein Projekt von „Team Europe“, das Ressourcen verschiedener europäischer Partner kombiniert und in enger Zusammenarbeit mit ägyptischen Institutionen wie den Gouvernoraten durchgeführt wird. Berger verwies darauf, dass die Gemeinwesenentwicklung in städtischen Gebieten eine Priorität der Zusammenarbeit zwischen der EU und Ägypten sei. Dabei gehe es vor allem um eine nachhaltige Entwicklung auf lokaler Ebene durch gemeinschaftsnahe Lösungen, die die Bevölkerung vor Ort von der Konzeption bis zur Umsetzung einbinden. Das gelte besonders jetzt mit Blick auf die Auswirkungen der Coronapandemie und ihre Herausforderungen für die Gesundheit, Sicherheit und Wirtschaft.

Alfredo Abad, Regionalvertreter der EIB für den Nahen Osten, sagte: „Anlass des Besuchs ist die Vereinbarung der Bank, die mit der MSMEDA unterzeichnet wurde und von der EU kofinanziert wird. Sie soll in sechs ausgewählten Gouvernoraten umgesetzt werden, darunter Port Said. Die EIB arbeitet seit vielen Jahren eng mit der MSMEDA zusammen, um die sozioökonomische Entwicklung in den Gouvernoraten Ägyptens voranzutreiben und günstige Rahmenbedingungen für junges Unternehmertum zu schaffen.“

Der Generalgouverneur von Port Said Adel El Ghadban betonte, dass die MSMEDA in Abstimmung mit verschiedenen Geberagenturen Initiativen und Vereinbarungen auf den Weg bringen wolle, die den Entwicklungszielen in Ägypten dienten. Es gehe um Projekte in allen Bereichen der menschlichen und kommunalen Entwicklung, die einerseits Tausende menschenwürdige Dauerarbeitsplätze und befristete Jobs schaffen und andererseits die Grundversorgung der Bevölkerung sichern.

Die Delegation besichtigte die drei Projekte, die gemeinsam von der EU und der EIB finanziert werden: 1) ein Projekt zur Sanierung des Abwassernetzes, bei dem insgesamt 11,9 Kilometer Leitung saniert werden; es hat ein Volumen von 30 Millionen ägyptischen Pfund und wird gerade umgesetzt, 2) ein Projekt zur Renovierung und Instandsetzung des Jugendzentrums El kabooty im Umfang von 4 Millionen ägyptischen Pfund, das bereits abgeschlossen ist, und 3) ein Projekt zur Sanierung der El kabany-Schule im Umfang von 2 Millionen ägyptischen Pfund, das noch läuft. Durch diese Projekte sind mehr als 12 000 Tagesjobs für arbeitslose Menschen aus der Gegend entstanden.

Medhat Maosud, Leiter Human and Community Development bei der MSMEDA, wies darauf hin, dass das Programm für kommunale Entwicklung von der EU mit 15 Millionen Euro aus der Nachbarschaftsinvestitionsfazilität (NIF) bezuschusst und von der EIB mit einem Kredit von 45 Millionen Euro zu Vorzugskonditionen finanziert wird. Mit dem EU-Zuschuss sollen die Infrastruktur und Versorgung in ausgewählten städtischen Gebieten verbessert und dazu örtliche Arbeitskräfte beschäftigt werden; das EIB-Darlehen ist für Kredite an kleine und mittlere Unternehmen bestimmt. Das Programm unterstützt mehrere UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung, darunter „menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“, „Industrie, Innovation und Infrastruktur“ sowie „nachhaltige Städte und Gemeinden“. Masoud fügte hinzu, dass die MSMEDA in der zweiten Phase des Programms Rahmenvereinbarungen über insgesamt 111 Millionen ägyptische Pfund mit sechs Gouvernoraten (Alexandria, Port Said, Giza, Assiut, Menufia und Sharkia) unterzeichnet habe, die die Bereitstellung und den Ausbau kommunaler Einrichtungen vorsehen, darunter Trinkwassernetze, Abwassernetze, befestigte Nebenstraßen, Schulen, Kliniken und Jugendzentren.