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Unterzeichnung eines Finanzierungsvertrags über 40 Millionen Euro für das Projekt eines Wasserstoff-Korridors in Okzitanien

Die Region Okzitanien engagiert sich für den Ausbau neuer und emissionsarmer Energien und beschloss deswegen 2019 einen klimafreundlichen Wasserstoffplan über 150 Millionen Euro, um entsprechende Lösungen großflächig umzusetzen. Anlässlich der Eröffnung des Energieforums EnerGaïa in Montpellier haben die Präsidentin der Region Carole Delga und der Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank Ambroise Fayolle mitgeteilt, dass sie einen Darlehensvertrag über 40 Millionen Euro für die Finanzierung des in Europa einzigartigen Projektes eines Wasserstoff-Transportkorridors (Corridor H2) unterzeichnet haben.

Die Region Okzitanien hat gemeinsam mit ihren Einrichtungen Ad’Occ (Einrichtung für wirtschaftliche Entwicklung) und AREC (Regionale Einrichtung für Energie und Klima) das Projekt eines Wasserstoff-Korridors ausgearbeitet. Es umfasst die Einrichtung von Wasserstofftankstellen auf der Nord-Süd-Achse vom Mittelmeer bis zur Nordsee und auf sekundären Autobahnstrecken in Okzitanien (A61 und A20) sowie den Aufbau einer Flotte schwerer Fahrzeuge für den Güter- und Personentransport (Lkw und Busse).

Das Projekt eines Wasserstoff-Korridors ist für folgende Einsatzbereiche bestimmt:

  • Kühllogistik (Kühlaggregate) mit wasserstoffbetriebenen vollelektrischen Lösungen. Diese könnte in neue oder bestehende Anhänger/Auflieger eingebaut werden;
  • Schwere Fahrzeuge, insbesondere mittelschwere Lastwagen (16/27 t) für lokale Lieferungen und Abholungen, Zugmaschinen (44 t) für den nationalen und europäischen Fernverkehr;
  • Die von der Busgesellschaft SPL „d’Un point à l’Autre“ im Departement Tarn betriebenen Buslinien.

Acht Tankstellen werden eingerichtet, um Fahrzeuge direkt an den großen Verkehrsachsen betanken zu können. Des Weiteren werden je nachdem, wie sich die Einführung von wasserstoffbetriebenen E‑Fahrzeugen auf dem europäischen Markt entwickelt, Anlagen für erste Lkw eingerichtet.

Bis 2023 soll Folgendes erreicht werden:

  • 20 nachgerüstete Kühleinheiten (Motor des Fahrzeugs wird durch eine Wasserstoff-Brennstoffzelle ersetzt), 40 Kühlanhänger, 40 Lkw mit Wasserstoffantrieb, 15 nachgerüstete Busse;
  • 8 Wasserstofftankstellen, die 225 Tonnen Wasserstoff/Jahr vertreiben (wodurch 2,6 Millionen Liter Diesel eingespart werden);
  • 2 klimafreundliche Wasserstofffabriken in Okzitanien.

Durch das Projekt eines Wasserstoff-Korridors können jährlich 2,6 Millionen Tonnen Diesel eingespart werden.

Auf europäischer Ebene besteht das Projekt eines Wasserstoff-Korridors aus mehreren Einzelinitiativen und wird durch die Beteiligung französischer und europäischer Regionen bereichert, die ihren jeweiligen Beitrag zur Einrichtung einer Nord-Süd-Achse leisten.

Eine vielversprechende Partnerschaft zwischen der EIB und der französischen Region

Das auf etwa 110 Millionen Euro veranschlagte Projekt eines Wasserstoff-Korridors wird von der Europäischen Investitionsbank (EIB) mit einem Darlehen über 40 Millionen Euro finanziert. Die Finanzierung steht in Einklang mit dem vorrangigen Ziel der Bank der Europäischen Union (EU), die Klimafolgen zu mindern. Die EIB ist überzeugt, dass die Wasserstofftechnologie eine wichtige Rolle bei der Beschleunigung der Energiewende spielen kann, und hat die Unterstützung für entsprechende Projekte erhöht, die somit auch von ihrem Know-how profitieren.

EIB-Vizepräsident Ambroise Fayolle: „Das Projekt stellt eine Etappe beim Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur in den Städten und Regionen dar. Deswegen freue ich mich über die Unterzeichnung dieser neuen Finanzierung mit der Region Okzitanien, mit der wir erfolgreich zusammenarbeiten. Die Finanzierung neuer Technologien und innovativer Projekte, die zur Energiewende beitragen und den Alltag der Menschen verbessern, ist ein vorrangiges Ziel der Klimabank. Wir tragen damit zur Zukunft der jungen Generationen bei.“

Die Vereinbarung steht in Einklang mit der am 8. September 2020 veröffentlichten „Nationalen Strategie für die Entwicklung von CO2-freiem Wasserstoff in Frankreich“. Sie legt den Grundstein für eine neue Ära, in der sich Wasserstoff als strategischer Industriezweig in Frankreich und in Europa etabliert.

Die Region Okzitanien hat sich im Rahmen des europäischen Aufrufs zur Einreichung von Vorhaben des Kombinationsinstruments der CEF für den Verkehrssektor um Zuschussmittel beworben. Sie ist als erste französische Region in der Lage, eine Bewerbung einzureichen. Die Region könnte mehrere Millionen Euro an Zuschüssen erhalten, die die Darlehensmittel von 40 Millionen Euro ergänzen, falls ihr Projekt ausgewählt wird. Bereits im ersten Quartal 2021 könnte die Region Okzitanien eine Aufforderung zur Einreichung von Projekten veröffentlichen, um die Zuschüsse zu verteilen. Sie könnten Unternehmen, die Wasserstoff erzeugen und vertreiben, Transportunternehmen, die wasserstoffbetriebene Lkw und Kühlauflieger kaufen, sowie der Region selbst im Rahmen der Beschaffung von 15 Wasserstoffbussen zugutekommen. Die AREC fungiert bei den Infrastrukturvorhaben als Koinvestor.

Corole Delga: „Die Region Okzitanien hat sich immer als Vorreiter bei der Entwicklung des Wasserstoffsektors positioniert. 2019 haben wir das bereits mit der Verabschiedung des hervorragenden Wasserstoffplans für den Klimaschutz über 150 Millionen Euro bewiesen, der es insbesondere ermöglichen sollte, Okzitanien bis 2050 zur ersten Plusenergie-Region Europas zu machen. Der Vertrag, den wir heute mit der Europäischen Investitionsbank unterzeichnen, zeigt unseren Willen, Wasserstoff in Okzitanien im Rahmen des Projekts eines Wasserstoff-Korridors zu einer Energie der Zukunft zu machen. Er zeigt außerdem unsere enge Verbindung zur EU, die durch ihre finanzielle Unterstützung dazu beiträgt, die Energiewende zu verwirklichen.“

Hintergrundinformationen

Als Klimabank der EU will die EIB die Finanzierung von Klima- und Umweltprojekten ausweiten. Bis 2025 sollen bis zu 50 Prozent ihres Geschäfts auf diese Projekte entfallen. Dies bedeutet, dass die EIB-Gruppe bis 2030 mindestens eine Billion Euro für Investitionen mobilisieren wird, die zu den Klima- und Umweltzielen beitragen. 2019 hat die EIB in Frankreich 47 Prozent der Finanzierungen – etwa 3,28 Milliarden Euro – für den Kampf gegen den Klimawandel bereitgestellt