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  • Luxemburg und EIB intensivieren Zusammenarbeit im Kampf gegen den Klimawandel und bei Mikrofinanzierungen in den AKP-Staaten
  • Neu aufgelegter Fonds für finanzielle Inklusion vergibt 3,6 Millionen Euro für besseren Finanzierungszugang von Kleinst- und Kleinunternehmen in den AKP-Staaten
  • Klimafinanzierungsplattform Luxemburg-EIB erhält weitere 40 Millionen Euro und wird bis Ende 2024 verlängert

Das Großherzogtum Luxemburg und die Europäische Investitionsbank (EIB) intensivieren künftig ihre Zusammenarbeit in zwei Bereichen, die für beide Partner prioritär sind: die Entwicklung des Mikrofinanzsektors in den Staaten in Afrika, im karibischen Raum und im Pazifischen Ozean (AKP-Staaten) und der Kampf gegen den Klimawandel. Bei der Jahresgeberkonferenz der EIB, die heute in Luxemburg stattfindet, legten sie einen Fonds für finanzielle Inklusion auf, der 3,6 Millionen Euro für Kleinst- und Kleinunternehmen in Afrika, im karibischen Raum und im Pazifischen Ozean bereitstellt. Außerdem haben Luxemburg und die EIB vereinbart, die 2017 für drei Jahre eingerichtete gemeinsame Klimafinanzierungsplattform fünf weitere Jahre fortzuführen.

Der neue Treuhandfonds wird vom Ministerium der Finanzen und vom Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten finanziert. Er soll Kleinst- und Kleinunternehmen in den am wenigsten entwickelten Ländern der AKP-Region und in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen einen besseren Zugang zu Finanzdiensten ermöglichen. Vor allem mit technischer Hilfe dürfte der Fonds die Kapazität der EIB-Geschäftspartner aus dem Mikrofinanzsektor verbessern, damit sie robuster und nachhaltiger werden. Der Fonds steht auch anderen Gebern offen.

Die Klimafinanzierungsplattform Luxemburg-EIB investiert seit 2017 in Projekte, die den Klimawandel besonders wirksam bekämpfen. Luxemburg hatte den Fonds zunächst mit 30 Millionen Euro ausgestattet. Jetzt sagt das Land weitere 40 Millionen Euro zu, die Laufzeit wird bis zum 31. Dezember 2024 verlängert und der Fonds für weitere Geber geöffnet. EIB-Präsident Werner Hoyer, Luxemburgs Finanzminister Pierre Gramegna und Luxemburgs Ministerin für Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung Carole Dieschbourg unterzeichneten eine entsprechende Absichtserklärung.

Werner Hoyer, Präsident der EIB: „Es ist mir eine besondere Freude, heute diese beiden Initiativen mit dem Großherzogtum bekannt zu geben. Luxemburg ist nicht nur das Land, in dem die Bank der EU ihren Sitz hat. Es zählt auch zu unseren wichtigsten bilateralen Gebern. Unsere erfolgreiche Zusammenarbeit belegt, dass die EIB EU-Länder und private Geber auf dem Weg zu ihren Entwicklungszielen sehr gut unterstützen kann. Wir kombinieren unsere Darlehen mit Zuschüssen unserer Partner, um kritische Finanzierungslücken zu schließen. Mit diesen innovativen Lösungen gewährleisten wir eine starke Wirkung – für die Geberländer und -institute ebenso wie für die Menschen in den Projektregionen.“

Pierre Gramegna, Minister der Finanzen: „Geberregierungen können die Arbeit der Europäischen Investitionsbank entscheidend unterstützen. Sie stellen Mittel bereit, die privates Kapital mobilisieren, Finanzierungslücken schließen und Projektrisiken in Entwicklungsländern mindern. Luxemburg und die EIB haben bereits sehr erfolgreich innovative Finanzlösungen auf den Weg gebracht. Ein Beispiel dafür ist die Klimafinanzierungsplattform Luxemburg-EIB, die den Kampf gegen den Klimawandel und die Anpassung an seine Folgen fördert. Ich freue mich über die beiden Initiativen, die heute unterzeichnet werden, weil sie unsere Zusammenarbeit zugunsten der UN-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung weiter stärken.“

Paulette Lenert, Ministerin für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Angelegenheiten: „Luxemburg ist mittlerweile ein wichtiges Kompetenzzentrum für inklusive Finanzierung. Zusammen mit der Europäischen Investitionsbank haben wir proaktiv die Entwicklung von Instrumenten vorangetrieben, die speziell darauf ausgelegt sind, Geld für Projekte zu mobilisieren, die den UN-Zielen für eine nachhaltige Entwicklung entsprechen. Der Fonds für finanzielle Inklusion ist ein gutes Beispiel hierfür. Luxemburg hat auf diese Weise ein Ökosystem geschaffen, das Innovationen anstößt und fördert.“

Carole Dieschbourg, Ministerin für Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung: „Regierungen und Unternehmen können durch ihr gemeinsames Engagement für den Klimaschutz bereits etwa 75 Prozent der Zusagen aus dem Pariser Abkommen beitragen. Eine sichere, klimaresiliente Zukunft setzt deshalb voraus, dass wir erfolgreich, fair und transparent zusammenarbeiten. Luxemburgs Regierung will bis 2050 den Übergang zur Klimaneutralität schaffen. Unsere nationale Strategie für nachhaltige Entwicklung, der nationale Energie- und Klimaplan, der Fahrplan für nachhaltige Finanzwirtschaft und der Klimapakt bilden die Basis für diese ehrgeizigen Ziele. Pro Kopf gerechnet gehört Luxemburg zu den größten Geldgebern für internationale Klimafinanzierungen – und dies zusätzlich zu unserer öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit, für die wir bereits ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts bereitstellen.“

Die Geberkonferenz der EIB ist eine jährliche Veranstaltung, um geberfinanzierte Aktivitäten vorzustellen und mit Gebern über künftige Partnerschaften zu sprechen. Dieses Jahr standen folgende Fragen im Mittelpunkt: Warum müssen wir die Lücke bei der finanziellen Inklusion schließen? Wie kann finanzielle Unterstützung einheimischen Betrieben und Unternehmern helfen? Unter welchen Voraussetzungen lassen sich private Investitionen ankurbeln?