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Der für Klima- und Umweltschutzfinanzierungen zuständige Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) hat die Weltgemeinschaft nachdrücklich aufgefordert, verstärkt private Investoren in Klimaschutzprojekte einzubinden.

Auf dem Climate Finance Day im Vorfeld des Weltklimagipfels One Planet Summit sagte EIB-Vizepräsident Jonathan Taylor:

„Die EIB unterstützt das Pariser Klimaschutzabkommen und die UN-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung. Sie ist der weltweit größte multilaterale Geldgeber für Klimaschutzmaßnahmen und will hierfür im Fünfjahreszeitraum bis 2020 100 Milliarden US-Dollar bereitstellen. Insgesamt dürften dadurch Investitionen von rund 300 Milliarden US-Dollar für klimafreundliche Investitionen mobilisiert werden. Im Zuge des Pariser Klimaschutzabkommens stellen wir außerhalb der EU mehr Mittel für den Klimaschutz zur Verfügung – 2020 dürfte der Anteil bei 35 Prozent der Finanzierungen liegen. Unser Fokus richtet sich verstärkt auf die effektive Wirkung, die Anpassung und die systematische Berücksichtigung von Klimaaspekten bei allen unseren Aktivitäten. Im Kampf gegen den Klimawandel spielt eine verstärkte Zusammenarbeit des privaten und des öffentlichen Sektors eine Schlüsselrolle. Ein Beispiel für unsere Maßnahmen zur Mobilisierung privater Mittel für den Klimaschutz ist die Klimafinanzierungsplattform Luxemburg-EIB: Damit stellt erstmals ein Mitgliedstaat Mittel für eine komplette Plattform für Klimafinanzierungen bereit statt für einzelne Klimaschutzvorhaben. Davor gab es bereits den Globalen Dachfonds für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Hier wurde ein Erstverlustpuffer aus öffentlichen Mitteln mit privatem Kapital von institutionellen Anlegern kombiniert, um Kapitalbeteiligungen an kleinen und mittelgroßen Erneuerbare-Energien-Projekten in Entwicklungsländern zu fördern.“

Er fügte hinzu: „Was Kapitalmärkte und grüne Anleihen angeht, war die EIB ein Vorreiter. Sie ist der größte Emittent in diesem Markt. Dieses Jahr feiern wir den zehnten Jahrestag der ersten Klimaschutzanleihe der Bank mit einem Emissionsvolumen von ca. 20 Milliarden Euro. Wir sind Wegbereiter für mehr Transparenz am Markt für grüne Anleihen, um mehr Anleiheemittenten und ‑investoren zu überzeugen und jene Mittel zu mobilisieren, die wir für die künftigen Herausforderungen benötigen.“

Vizepräsident Taylor nahm an einer Diskussion über Möglichkeiten für eine stärkere Zusammenarbeit des öffentlichen und privaten Sektors im Bereich Klimaschutz teil. Die EIB wird zusammen mit Partnern aus dem öffentlichen und privaten Sektor beim One Planet Summit am 12. Dezember neue Klimaschutzinitiativen und -projekte ankündigen.

http://www.eib.org/infocentre/events/all/eib-at-one-planet-summit

Weitere Informationen zur EIB und zu Klimafinanzierungen

2007 emittierte die EIB die erste grüne Anleihe. 2016 übertraf sie ihr Klimaschutzziel das siebte Jahr in Folge: Sie stellte mehr als 19,5 Milliarden Euro für die Bekämpfung des Klimawandels und die Anpassung an seine Folgen bereit.

Die Klimastrategie der EIBsetzt einen neuen Akzent auf die Berücksichtigung von Klimaaspekten bei allen ihren Aktivitäten und Instrumenten sowie auf den Einfluss von Klimaschutzaspekten auf Sektorstrategien, zum Beispiel durch die Festsetzung von Schattenpreisen für Kohlenstoffemissionen, Emissionsstandards und andere Mechanismen.

Klimafinanzierungsplattform Luxemburg-EIB: Das Modell dieser Plattform kann ausgebaut und in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union repliziert werden. Luxemburg wird in den nächsten drei Jahren nachrangige Mittel in Höhe von 30 Millionen Euro (25 Prozent des Luxemburger Klimaschutzengagements bis 2020) für Anlageinstrumente in Luxemburg bereitstellen, mit denen besonders klimawirksame Projekte finanziert werden. Dadurch kann sich die EIB als Ko-Investor beteiligen, und es wird für private Investoren attraktiv, ebenfalls Mittel beizusteuern. Beim Bonner Klimagipfel wurde eine erste Investition von fünf Millionen Euro in den Green for Growth Fund angekündigt, der an der Plattform beteiligt ist. Dadurch dürften 100 Millionen Euro an öffentlichen und privaten Mitteln für Energieeffizienz- und Erneuerbare-Energien-Projekte in der Region Naher Osten und Nordafrika mobilisiert werden.

Am 10. November unterzeichnete die EIB auf der UN-Klimakonferenz in Bonn ihr bisher größtes Darlehen im Pazifik: ein Wasserprojekt für Fidschis Hauptstadt Suva, durch das die Wasserversorgung widerstandsfähiger gegen den Klimawandel werden soll.

Vor einigen Monaten genehmigte die EIB außerdem eine Beteiligung von 20 Millionen US-Dollar am Sustainable Ocean Fund. Der Fonds stellt Geld für Meeres- und Küstenunternehmen bereit, die zum Schutz der Meere, zur Verbesserung der Existenzgrundlagen und zu besseren wirtschaftlichen Erträgen beitragen.

Hintergrundinformationen:

Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist in rund 160 Ländern tätig. Sie ist die Bank der Europäischen Union – ihre Anteilseigner sind die 28 Mitgliedstaaten – und der weltweit größte Geldgeber für Klimaschutzinvestitionen. Vor zehn Jahren begab die EIB die erste grüne Anleihe, und heute ist sie der größte Emittent in diesem Markt. Ein Viertel ihrer Finanzierungen dienen dem Klimaschutz. In den fünf Jahren bis 2020 will sie 100 Milliarden US-Dollar für Klimaschutzinvestitionen bereitstellen. Bis 2020 will die EIB den Anteil von Klimafinanzierungen in den Entwicklungsländern auf 35 Prozent erhöhen.

Hier erfahren Sie mehr über die EIB beim One Planet Summit:

http://www.eib.org/infocentre/events/all/eib-at-one-planet-summit

Weitere Informationen zur EIB und zum Klimaschutz:

Die EIB und Klimaschutz

Grüne Anleihen

http://www.eib.org/infocentre/blog/all/podcast-green-bonds

http://www.eib.org/infocentre/blog/all/green-bonds-turn-gold

http://www.eib.org/investor_relations/cab/ten-years-of-green-bonds