Virginie Marc und Konstantina Konstantinidi erklären in dieser Podcast-Folge, was unter KYC zu verstehen ist.

Wer Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung vermeiden will, muss seine Kunden genau kennen. Das geht mit KYC.

KYC steht für „Know Your Customer“, „Know Your Client“ oder auch „Know Your Counterparty“. Damit bezeichnet man die erste Prüfung, mit der sich eine Bank vergewissert, dass ihr Kunde nicht an Geldwäsche oder ähnlichen dunklen Geschäften beteiligt ist. Denn das wäre nicht nur illegal, es würde auch dem Ruf der Bank schaden.

Eine KYC-Untersuchung ist wie ein Arztbesuch: Man wird auf Herz und Nieren geprüft. Nur nicht vom Hausarzt, sondern von der Bank.

Sobald Sie ein Konto eröffnen, verlangt Ihre Bank bestimmte Informationen von Ihnen – willkommen bei der KYC. Diese Standardprüfung soll sicherstellen, dass Sie Ihr Konto nicht für Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung missbrauchen.

Aber das würden Sie als gut informierter Hörer unseres Podcasts „A Dictionary of Finance“ ja sowieso nie tun, oder?

Banken kommen um eine KYC-Prüfung nicht herum: Sie müssen alle Unternehmen, Organisationen oder Personen, die einen Kredit beantragen, gründlich durchleuchten, erklärt uns Virginie Marc, die das KYC-Team der Europäischen Investitionsbank leitet.

Die weiteren Themen unserer heutigen Podcast-Folge:

  • Geldwäsche – wenn illegal erwirtschaftetes Geld in den legalen Finanzkreislauf eingeschleust wird, um dessen Herkunft zu verschleiern
  • Terrorismusfinanzierung – wenn jemand Geld legaler oder illegaler Herkunft für terroristische Aktivitäten bereitstellt
  • AML/CFT – wie Banken und andere Institute dagegen vorgehen: ihre Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung

Konstantina Konstantinidi vom KYC-Team der EIB erzählt uns, worauf es bei ihrer Arbeit ankommt. Im Wesentlichen geht es darum, aus einer Fülle von Unterlagen die entscheidenden Informationen herauszufiltern. Außerdem erfahren wir, welche Ausbildung und welche Qualifikationen ein KYC-Experte in der Regel braucht.

Virginie beschreibt uns die vier Stufen der KYC-Prüfung:

  1. Wer genau ist der Vertragspartner oder Kunde?
  2. Wer ist der wirtschaftliche Eigentümer, der letztlich hinter dem betreffenden Kunden steht?
  3. Wofür will der Kunde den Kredit verwenden, und wie zahlt er ihn zurück?
  4. Wie werden die KYC-Akten gepflegt und gegebenenfalls aktualisiert, wenn sich die Eigentümerstruktur eines Kunden ändert oder andere Informationen bekannt werden?

Twittern Sie uns Ihre Meinung an @EIBMatt und @AllarTankler. Wir freuen uns auch über Vorschläge zu anderen Finanzthemen für unseren Podcast.

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