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  • EIB unterstützt den Bau energieeffizienter Sozialwohnungen in Barcelona mit 36,2 Millionen Euro – mögliche Erhöhung auf 65 Millionen Euro im Jahr 2022
  • Neue Finanzierung ergänzt 2017 unterzeichneten Kredit über 125 Millionen Euro
  • Darlehen im Rahmen des EIB-Soforthilfepakets für die Mitgliedstaaten in der Pandemie
  • Beschäftigungseffekt: Jährlich mehr als 570 Arbeitsplätze in der Bauphase

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat mit der Stadt Barcelona eine Vereinbarung geschlossen, um das derzeitige Angebot an Sozialwohnungen in der Stadt zu verbessern. Dazu stellt die Bank der EU dem Institut Municipal de l’Habitatge i Rehabilitació de Barcelona (IMHAB) 36,2 Millionen Euro für elf Entwicklungsvorhaben und den Bau von 489 bezahlbaren Sozialwohnungen an verschiedenen Orten der Stadt zur Verfügung. Die Vereinbarung zwischen der EIB und dem IMHAB sieht ferner vor, dass der Finanzierungsbeitrag bei Bedarf auf 65 Millionen Euro erhöht werden kann. Das Projekt soll bis Ende 2023 durchgeführt werden und in der Bauphase mehr als 570 Arbeitsplätze pro Jahr schaffen.

Die Vereinbarung betrifft Projekte für Stadterneuerung, die Einbindung sozialer Dienste sowie Energieeffizienz- und Klimaschutzmaßnahmen. Dank der Unterstützung der EIB kann die Stadt Barcelona mehr Wohnmöglichkeiten für Gruppen mit niedrigem und mittlerem Einkommen bereitstellen. Außerdem trägt das Projekt dazu bei, den derzeitigen Bestand an sozialem und bezahlbarem Mietwohnraum der IMHAB um voraussichtlich sechs Prozent zu erhöhen und in der Stadt die Mietpreise zu senken, die in den letzten sechs Jahren um 40 Prozent gestiegen sind.

In Einklang mit der EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden und der Strategie „Eine Renovierungswelle für Europa“ sieht die Vereinbarung die Einbindung von sozialen Infrastrukturen und Diensten vor, die die Lebensbedingungen der neuen Mieter verbessern. Geplant sind unter anderem Kindergärten, nachbarschaftsnahe Einrichtungen für Jung und Alt sowie Spielplätze. Darüber hinaus wird die Energieeffizienz aller Wohnungen um mindestens 20 Prozent besser sein als der Mindestwert, der in den spanischen Rechtsvorschriften für den Bau neuer Wohnungen vorgegeben ist. Schätzungen zufolge dürften im Vergleich zum Basisszenario Energieeinsparungen von insgesamt 290,5 Megawattstunden erreicht werden. Das entspricht dem jährlichen Energieverbrauch von 70 Haushalten.

Zu den elf Entwicklungsvorhaben, die von der EIB mitfinanziert werden, gehören einige der innovativsten Projekte von Barcelona, und zwar drei Vorhaben in industrialisierter Bauweise, zwei für die Errichtung von Holzfertighäusern mit 135 Wohnungen am Standort der ehemaligen Kasernen im Stadtteil Sant Andreu und das Vorhaben für 40 Unterkünfte in recycelten Schiffscontainern im Stadtteil Sants-Montjuïc.

Die EIB spielt bei der Planung und dem Bau von Sozialwohnungen in Spanien eine zentrale Rolle, und Barcelona gehört in diesem Bereich zu den ersten, die dafür öffentliche Mittel der EU erhalten haben. Die neue Vereinbarung knüpft an eine Finanzierung von 125 Millionen Euro aus dem Jahr 2017 an, mit der die EIB den Bau von 1 570 Sozial- und bezahlbaren Mietwohnungen unterstützt hat. Insgesamt hat Barcelona von der EIB mehr als 160 Millionen Euro erhalten – ein Betrag, der noch auf knapp 200 Millionen Euro erhöht werden könnte. Mit dem Geld kann die Stadt über 2 000 bezahlbare Wohnungen für mehr als 4 500 Menschen bauen. Die EIB hat kürzlich auch Vereinbarungen mit den Städten Madrid, Málaga, Sevilla und Valencia unterzeichnet.

Ricardo Mourinho Félix, EIB-Vizepräsident mit Aufsicht über die Finanzierungen der Bank in Spanien: „Die Covid-19-Wirtschaftskrise hat gefährdete Gruppen ganz besonders schwer getroffen – Menschen mit niedrigem Einkommen, Jüngere und Ältere und Menschen, die von sozialer Ausgrenzung bedroht sind. Wir werden Barcelonas Investitionspläne für den Bau von fast 500 energieeffizienten Wohnungen unterstützen. Damit tragen wir zur Schaffung von Arbeitsplätzen bei und ermöglichen weitere Maßnahmen, die die Lebensqualität der Einwohnerinnen und Einwohner verbessern.“

Lucia Martín, Stadträtin für Wohnungsbau und ‑sanierung in Barcelona und Präsidentin der IMHAB: „Finanzierungen öffentlicher Banken sind ein wichtiges Instrument, um den jahrzehntelangen Bau von Sozialwohnungen umzukehren, die meist verkauft wurden, in Privathände gelangten und schließlich auf dem freien Markt landeten. Über die EIB bekommt Barcelona für den Bau von sozialem und bezahlbarem Mietwohnraum ein Darlehen zu wesentlich günstigeren Konditionen, als sie von klassischen Privatbanken angeboten werden.“

Die Vereinbarung ist Teil der Antwort der EIB auf die Covid-19-Pandemie, mit der die Bank ihre Hilfen so schnell wie möglich bereitstellen und einen höheren Anteil der Projektkosten übernehmen will, als sie unter normalen Bedingungen finanzieren würde.

Habitatge i Rehabilitació de Barcelona (IMHAB)

Das Institut Municipal de l’Habitatge i Rehabilitació de Barcelona (IMHAB) ist eine öffentliche Einrichtung der Stadt Barcelona, die den Bau von Sozialwohnungen fördert, den Wohnungsbestand verwaltet, Privatwohnungen akquiriert und eine nachhaltige Wohnungspolitik fördert, die unter anderem die Sanierung von Wohnungen und Gebäuden vorsieht. Das IMHAB verwaltet rund 10 000 Wohnungen. Weitere 2 300, die sich im Bau befinden oder kurz vor dem Baubeginn stehen, sind größtenteils als Sozial- und bezahlbare Mietwohnungen vorgesehen.