>@Shutterstock
©Shutterstock
  • OSE Immunotherapeutics erhält Kredit für klinische Entwicklung von Produktkandidaten gegen Krankheiten mit hohem ungedecktem medizinischem Bedarf
  • Zwei Tranchen von je zehn Millionen Euro und dritte Tranche von fünf Millionen Euro
  • Immuntherapieprogramme und SARS-CoV-2-Impfstoffprogramm von OSE entsprechen EIB-Strategie zur Unterstützung von Biotech-Unternehmen beim Kompetenzaufbau in verschiedenen Bereichen

OSE Immunotherapeutics (ISIN: FR0012127173, Mnemo: OSE) hat heute bekannt gegeben, dass das Unternehmen mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) einen Kreditvertrag über bis zu 25 Millionen Euro unterzeichnet hat.

Der Betrag wird in drei Tranchen unterteilt – zwei Tranchen von jeweils zehn Millionen Euro und eine dritte Tranche von fünf Millionen Euro.

Mit der ersten, unbedingten Tranche von zehn Millionen Euro, die OSE bis Ende Mai 2021 abrufen wird, will das Unternehmen die klinische Entwicklung von Tedopi® in Kombination mit einem Checkpoint-Inhibitor bei zusätzlichen Krebsindikationen ausweiten. Mithilfe dieser Tranche will OSE auch den Anti-PD-1-Antikörper OSE-279 für eine onkologische Nischenindikation in die Phase I/II bringen. Mit OSE-279 entwickelt OSE Immunotherapeutics einen eigenen Anti-PD-1-Antikörper, den das Unternehmen dann in Kombination mit anderen Wirkstoffkandidaten in seinem Produktportfolio einsetzen will. Darüber hinaus ist OSE-279 die zentrale Anti-PD-1-Backbone-Komponente der Plattform für bifunktionale Checkpoint-Inhibitoren BiCKI® und auf PD-1 und andere neue Targets in Verbindung mit neuartigen Immuntherapien ausgerichtet.

Die beiden anderen Tranchen von zehn bzw. fünf Millionen Euro sind verfügbar, sobald bestimmte klinische Meilensteine erreicht sind, und sollen die klinische Entwicklung anderer Programme des Unternehmens beschleunigen. Dabei geht es vor allem um den CD28-Antagonisten FR104 und den neuen Anti-ChemR23-Agonisten OSE-230.

Alexis Peyroles, CEO von OSE Immunotherapeutics: „Wir stehen an einem Wachstumswendepunkt und freuen uns, dabei von einer großen europäischen Finanzierungsinstitution wie der EIB unterstützt zu werden. Durch die erste Tranche von zehn Millionen Euro erhält OSE finanzielle Planungssicherheit bis zum zweiten Quartal 2022. Die neue flexible Finanzierung hilft uns, mehr Wirkstoffe in die klinische Phase zu bringen, ihre Entwicklung zu beschleunigen und gleichzeitig neue therapeutische Indikationen zu erforschen, für die ein hoher medizinischer Bedarf besteht. Auf diese Weise kann OSE international seine Position als wichtiger Akteur für Immuntherapien stärken.“

EIB-Vizepräsident Ambroise Fayolle: „Die EIB will OSE unterstützen. Das innovative Biotech-Unternehmen forscht auf Spitzenniveau, beschäftigt hoch qualifizierte Mitarbeiter und verfügt im Bereich monoklonaler und bispezifischer Antikörper über höchstes fachliches Know-how. OSE Immunotherapeutics entwickelt Produkte für verschiedene therapeutische Bereiche wie Immunonkologie und Autoimmunerkrankungen und arbeitet an einem Impfstoffprojekt gegen SARS-CoV-2. Damit könnte sich das Unternehmen als wichtiger Akteur im Gesundheitssektor positionieren. Das Projekt entspricht genau dem Auftrag der EIB, Innovationen in ganz Europa zu unterstützen.“

Das Darlehen hat einen festen Zinssatz von jährlich fünf Prozent und eine Laufzeit von fünf Jahren (sie läuft für jeden Mittelabruf getrennt). Die Rückzahlung jeder Tranche erfolgt somit fünf Jahren nach ihrer Auszahlung.

Für die ersten beiden Tranchen wird der Kreditvertrag durch eine Vereinbarung zur Ausgabe von Optionsscheinen an die EIB ergänzt. So erhält die Bank bei Auszahlung der ersten Tranche 850 000 Optionsscheine.   550 000 weitere könnten folgen, wenn OSE Immunotherapeutics die zweite Tranche von zehn Millionen Euro abruft. Jeder Optionsschein räumt das Recht ein, eine Stammaktie von OSE Immunotherapeutics zum Bezugskurs von 0,01 Euro zu zeichnen. Der Ausübungspreis wird auf der Grundlage des volumengewichteten Durchschnitts der drei Handelstage vor der Preisfestsetzung (Ende Mai 2021) mit einem Disagio von 2,5 Prozent berechnet.

Die Optionsscheine haben eine Ausübungsfrist von zwölf Jahren.

Vorbehaltlich einiger üblicher Ausnahmen können die Optionsscheine erst fünf Jahre nach Abruf der betreffenden Tranche ausgeübt werden. Das begrenzt die Auswirkungen in Bezug auf Verwässerung und Volatilität in den kommenden Jahren.

Die Optionsscheinvereinbarung enthält eine Klausel zur Anpassung des Ausübungsverhältnisses, die beispielsweise im Fall einer Kapitalerhöhung Anwendung findet. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die EIB verlangen, dass OSE Immunotherapeutics die Optionsscheine für höchstens 15 Millionen Euro zurückkauft, für den darüber hinausgehenden Betrag einen Käufer findet und Zinsen auf die übrigen Optionsscheine zahlt. 

OSE Immunotherapeutics

OSE Immunotherapeutics ist ein integriertes Biotechnologie-Unternehmen. Es entwickelt allein oder in Partnerschaft mit anderen Akteuren Therapien zur Immunregulation für die Immunonkologie und zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen. Seine Plattform für immunologische Forschung und Entwicklung ist auf drei Bereiche ausgerichtet:  T-Zell-basierte Impfstoffe, Immunonkologie (Schwerpunkt myeloische Targets), Autoimmun- und Entzündungskrankheiten. Sein erstklassiges klinisches und präklinisches Portfolio ist ausgewogen und hat ein diversifiziertes Risikoprofil:

Impfstoffplattform

  • Tedopi® (innovative Kombination von Neoepitopen): das am weitesten fortgeschrittene Produkt des Unternehmens; positive Ergebnisse für Stufe 1 der Phase-III-Studie (Atalante 1) bei nichtkleinzelligem Lungenkrebs nach Versagen eines Checkpoint-Inhibitors.

In Phase II bei Bauchspeicheldrüsenkrebs (TEDOPaM, Sponsor: GERCOR) in Kombination.

Infolge der Covid-19-Krise dürfte die Rekrutierung neuer Patienten für TEDOPaM 2021 fortgesetzt werden.

  • CoVepiT: ein prophylaktischer Covid-19-Impfstoff der zweiten Generation, der auf optimierten Epitopen gegen SARS-CoV-2 basiert und gegen verschiedene Varianten wirkt. Positive Ergebnisse der präklinischen humanen Ex-vivo-Studie vom August 2020; die klinische Studie beginnt voraussichtlich im ersten Quartal 2021.

Immunonkologie-Plattform

  • BI 765063 (OSE-172, monoklonaler Anti-SIRPα-Antikörper (moAk), der die SIRPα/CD47-Interaktion hemmt): in Partnerschaft mit Boehringer Ingelheim entwickelt; myeloischer Checkpoint-Inhibitor in Phase I bei fortgeschrittenen soliden Tumoren.
  • CLEC-1 (neuartiges myeloisches Checkpoint-Target): Identifizierung von moAk-Antagonisten von CLEC-1, die das „Friss mich nicht“-Signal blockieren und sowohl die Phagozytose von Tumorzellen durch Makrophagen als auch die Antigenaufnahme durch dendritische Zellen erhöhen.
  • BiCKI®: Plattform für bispezifische Fusionsproteine auf Basis der zentralen Anti-PD-1-Backbone-Komponente (OSE-279) in Kombination mit neuen Immuntherapie-Targets; zweite Generation von PD-(L)1-Inhibitoren zur Erhöhung der Antitumor-Wirksamkeit.

Plattform für Autoimmun- und Entzündungskrankheiten

  • FR104 (monoklonaler Anti-CD28-Antikörper): positive Ergebnisse der Phase-I-Studie; laufende Phase-I/II-Studie bei Nierentransplantation, für Phase II qualifizierender Wirkstoff für eine Nischenindikation bei Autoimmunerkrankungen.
  • OSE-127/S95011 (humanisierter monoklonaler Antikörper, der auf den IL-7-Rezeptor abzielt): in Partnerschaft mit Servier entwickelt; positive Ergebnisse der Phase-I-Studie; in Phase II bei Colitis ulcerosa (Sponsor: OSE); eine unabhängige Phase-II-Studie bei Sjögren-Syndrom (Sponsor: Servier) ist geplant.
  • OSE-230 (ChemR23-Agonist-moAk): erster therapeutischer Wirkstoff, der durch Wiederherstellung der Gewebsintegrität chronisch-entzündliche Erkrankungen stoppen könnte.