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  • Aus dem von der EIB verwalteten Fonds StudioSì wurden bereits zinslose Kredite über insgesamt zwei Millionen Euro vergeben. Die Mittel gehen an Studierende aus Süditalien, die an einer Hochschule in Italien oder im Ausland eingeschrieben sind.
  • Der StudioSì-Kredit deckt die Kosten für Studiengebühren, Verpflegung und Unterkunft. Der Fonds unterstützt den Zugang zu Bildung und verbessert die beruflichen Aussichten besonders für Studierende aus einkommensschwachen Familien.
  • Der Europäische Sozialfonds (ESF) stellt 100 Millionen bereit, von denen 75 Prozent für Studierende aus Süditalien bestimmt sind, die einen Masterabschluss erwerben wollen, und 25 Prozent für Studierende aus der gesamten EU, die sich an einer süditalienischen Universität einschreiben.

Aus dem vom italienischen Ministerium für Hochschulen und Forschung eingerichteten und von der Europäischen Investitionsbank (EIB) verwalteten Fonds StudioSì wurden bereits zwei Millionen Euro vergeben, um die Bildungs- und Berufschancen in Süditalien zu verbessern. Der Fonds ist mit 100 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) ausgestattet und unterstützt Studierende aus den acht süditalienischen Regionen, die in Italien oder im Ausland studieren, mit zinslosen Krediten zur Finanzierung der Studiengebühren und der Lebenshaltungskosten.

Die Studierenden können den Kredit bei zwei Finanzinstituten beantragen (Intesa SanPaolo und ICCREA), die jeweils die Hälfte der Mittel verwalten. Die Förderung steht Studierenden offen, die einen Masterstudiengang in einem der zwölf Schwerpunktbereiche der nationalen intelligenten Spezialisierungsstrategie belegen, darunter Agrifood, Design, Energie und nachhaltige Mobilität. Bis zu 25 Prozent der Mittel stehen in Einklang mit den Bestimmungen des nationalen operationellen Programms für Studierende zur Verfügung, die nicht aus Süditalien stammen, aber in einer süditalienischen Region studieren wollen.

EIB-Vizepräsident Dario Scannapieco: „StudioSì ist das erste Instrument in der EU, das für unsere vielversprechenden Studierenden zins- und garantielose Kredite bereitstellt. Dank der Partnerschaft zwischen dem Italienischen Hochschul- und Forschungsministerium und der EIB erhalten Tausende italienische Studierende die Möglichkeit, durch die über die Intesa San Paolo und die Iccrea geleiteten Kredite ohne finanzielle Sorgen zu studieren und so ihre Studienleistungen zu verbessern. Der revolvierende Charakter des Fonds ermöglicht es, die Mittel erneut auszureichen und so mehr Studierende zu unterstützen.“

Nicolas Schmit, EU-Kommissar für Beschäftigung und soziale Rechte: „Wir müssen den jungen Menschen die Mittel an die Hand geben, die sie brauchen, um erfolgreich zu sein. Durch die aus dem Europäischen Sozialfonds bereitgestellten 100 Millionen Euro können wir vielen Studierenden aus Süditalien ein Hochschulstudium ermöglichen. Die zinslosen Kredite aus dem Fonds StudioSì werden es ihnen ermöglichen, ihr Studium und ihre berufliche Laufbahn mit größerer Zuversicht und finanzieller Sicherheit zu beginnen, was angesichts der derzeitigen Unsicherheiten besonders erfreulich ist.“

Ein OECD-Bericht von 2019 zeigt, dass nur 19 Prozent der 25–64-Jährigen in Italien einen Hochschulabschluss hat gegenüber 37 Prozent im Durchschnitt der OECD-Länder. In der jüngeren Generation steigt die Zahl der Hochschulabsolventen jedoch. Die StudioSì-Kredite dürften die Bildungs- und Berufschancen für Studierende aus Süditalien verbessern und dafür sorgen, dass mehr Studierende an süditalienischen Hochschulen studieren. 90 Prozent der ausländischen Studierenden wählen laut dem Bericht des Hochschulkonsortiums AlmaLaurea von 2019 derzeit eine Hochschule in Norditalien. Auf diese Weise kann der Fonds den Beitrag der Hochschulen zur Regionalentwicklung nachhaltig verbessern und den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt stärken. 

Kreditbedingungen:

Die Kredite stehen Studierenden aller Jahrgänge in einem durchgängigen Studiengang oder einem Masterstudiengang zur Spezialisierung in einem der zwölf Schwerpunktbereiche der nationalen intelligenten Spezialisierungsstrategie (SNSI) offen. Das Angebot zielt insbesondere auf die folgenden zwölf Spezialisierungsbereiche ab: Luft- und Raumfahrt, Agrifood, Blaues Wachstum, umweltfreundliche Chemie, Kulturerbe, Design, Kreativität und Made in Italy, Energie, Smart Factory, nachhaltige Mobilität, Gesundheit, Smart, Secure and Inclusive Communities, Smart Living Technologies.

Die Kredite werden zinslos und ohne Garantieanforderung in Tranchen an die Studierenden oder an Dritte vergeben, solange die entsprechenden Bedingungen erfüllt sind (die erste Tranche kann vor Beginn des Studienjahres ausgezahlt werden). Die Auszahlung der Tranchen unterliegt der Leistungskontrolle durch die durchleitenden Finanzintermediäre.

Aus den Mitteln können neben den Studiengebühren von jährlich bis zu 10 000 Euro auch Kosten für Verpflegung und Unterkunft gedeckt werden. Den Studierenden steht es dabei frei, Kredite über niedrigere Summe zu beantragen, die ihrem tatsächlichen Bedarf entsprechen, und den Kredit kostenfrei vorzeitig zurückzuzahlen. Die Endbegünstigten können für den gesamten Studienzeitraum eine Finanzierung in Höhe von höchstens 50 000 Euro beantragen.

Die Kreditlaufzeit beträgt höchstens 25 Jahre ab der Auszahlung der ersten Tranche. Auch kürzere Laufzeiten können zwischen den Vertragsparteien vereinbart werden.

Folgende Studiengänge können gefördert werden: Studiengänge nach einer Dauer von drei Jahren, durchgängige Studiengänge und kohärente Master-Studiengänge, die in Einklang mit der nationalen intelligenten Spezialisierungsstrategie (SNSI) stehen.

Der Europäische Sozialfonds (ESF) ist das wichtigste europäische Instrument zur Förderung der Beschäftigung und der sozialen Teilhabe in der Europäischen Union. Der ESF investiert in das Humankapital Europas: Beschäftigte, junge Menschen und sozial benachteiligte Menschen. Der ESF finanziert die Umsetzung der Grundsätze der Europäischen Säule sozialer Rechte durch Maßnahmen in den Bereichen Beschäftigung, Bildung, Kompetenzen und soziale Teilhabe. Website: https://ec.europa.eu/esf/home.jsp