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  • Investitionsprogramm umfasst rund 150 Projekte in ganz Portugal, darunter auch Projekte für Menschen mit Behinderungen
  • Bau, Sanierung und Modernisierung von Einrichtungen verbessern die Langzeitpflegedienste
  • Wichtige Pflegeverbände des dritten Sektors am Projekt beteiligt

Die Europäische Investitionsbank (EIB) und die Instituição Financeira de Desenvolvimento (IFD) finanzieren gemeinsam ein Investitionsprogramm im Umfang von 400 Millionen Euro, das der Modernisierung der Infrastruktur für langfristige Pflege und Seniorenbetreuung in ganz Portugal dient. Etwa 150 Projekte fallen unter das Programm. Die Mittel fließen an Einrichtungen des dritten Sektors, die bereits in der Altenpflege in Portugal tätig sind – vor allem in den Bereichen Gesundheit, Unterbringung und soziale Unterstützung.

Die Bank der EU vergibt ein Darlehen von 200 Millionen Euro an die IFD. Die Mittel werden an portugiesische Finanzinstitute weitergeleitet. Diese wiederum stellen die Gelder Einrichtungen zur Verfügung, die die entsprechenden Infrastrukturanlagen bauen, sanieren und modernisieren. Ausgewählt werden die zwischengeschalteten Finanzinstitute durch ein Ausschreibungsverfahren der IFD. Die Institute müssen den von der EIB vergebenen Betrag durch Mittel in gleicher Höhe ergänzen, wodurch insgesamt bis zu 400 Millionen Euro für das Investitionsprogramm verfügbar sind. Es handelt sich um das dritte gemeinsame Projekt von EIB und IFD.

Das Projekt soll das Angebot von Pflegediensten für Senioren und Menschen mit Behinderungen in ganz Portugal verbessern. Das steigert nicht nur die Lebensqualität der Pflegebedürftigen unmittelbar, sondern wirkt sich auch positiv auf diejenigen aus, die sich um sie kümmern – also Familienmitglieder und medizinisches Personal.

Der Prozentsatz älterer Menschen über 65 Jahre mit gesundheitlichen Problemen ist in Portugal einer der höchsten in Europa. Dies trifft auch auf den Alterungsindex zu, der 2017 bei 153,2 Prozent lag. Mithilfe dieses Projekts können Einrichtungen des dritten Sektors wie etwa Misericórdias und Instituições Particulares de Solidariedade Social (IPSS) ein wichtiges Investitionsprogramm auf die Beine stellen, das mit Akteuren aus dem Sektor und aus ganz Portugal entwickelt wird. Damit sollen die bestehenden Kapazitäten ausgebaut werden, da die vorhandenen Einrichtungen veraltet sind und in vielen Fällen nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen. Daher muss der portugiesische Staat Dauerpflege weiterhin in Krankenhäusern bereitstellen. Dadurch gerät entweder das Gesundheitssystem des Landes unter enormen Druck, oder Familienmitglieder müssen sich als ehrenamtliche Pfleger betätigen oder ungeschulte Kräfte verpflichten.

Der Schwerpunkt dieses Programms liegt hauptsächlich auf kleinen und mittleren Investitionsvorhaben mit Einzelkosten von unter 50 Millionen Euro. Bei den Endbegünstigten handelt es sich um Einrichtungen im Sozialsektor, die bereits Langzeitpflegedienste und Seniorenbetreuung anbieten. Die Endbegünstigten werden in Absprache mit lokalen Behörden und wichtigen Interessengruppen ausgewählt, unter Berücksichtigung des tatsächlichen Bedarfs. Die IFD wird mithilfe eines zweistufigen Validierungssystems sicherzustellen, dass die vorgeschlagenen Projekte in Betracht kommen.

Ricardo Mourinho Félix, EIB-Vizepräsident mit Aufsicht über die Finanzierungen der Bank in Portugal: „Ich freue mich sehr, dass ich gleich nach der Übernahme meiner neuen Aufgaben als Vizepräsident der EIB mit Aufsicht über Finanzierungen in Portugal diese Partnerschaft mit der IFD bekannt geben kann. Das Projekt wird die Pflegeinfrastruktur für die Schwächsten der portugiesischen Bevölkerung verbessern, wie etwa Ältere und Menschen mit Behinderung, und sich positiv auf das Wohlergehen und die Lebensqualität pflegebedürftiger Personen, ihrer Familien und Pflegekräfte auswirken. Die EIB will auch weiterhin Projekte fördern, die den dringendsten Bedarf der europäischen Bürgerinnen und Bürger decken.“

Henrique Cruz, CEO der IFD: „Diese Initiative ist das jüngste Beispiel für die engen Beziehungen zwischen der IFD und der EIB-Gruppe. Sie wird gemeinsam mit Einrichtungen aus dem dritten Sektor umgesetzt und trägt entscheidend dazu bei, die Marktschwächen zu beheben, die aus der sehr langen Laufzeit dieser Projekte und ihrer Abhängigkeit von Investitionen und Maßnahmen der öffentlichen Hand resultieren. Besonders in Coronazeiten ist dieses Marktversagen sehr akut, weil mehr Kapazitäten und eine bessere Altenpflege erforderlich sind. Zwischengeschaltete Finanzinstitute haben sich sehr interessiert daran gezeigt, die bereitgestellten Mittel weiterzuleiten.“

Die IFD ist das nationale portugiesische Förderinstitut. Sie entwickelt Finanzierungsinstrumente, um Marktschwächen bei Finanzierungen für KMU und Midcap-Unternehmen zu beseitigen. Weitere Informationen über die Tätigkeit des IFD sind hier abrufbar.