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Die Europäische Investitionsbank (EIB) und die spanische Nationalbank Banco de España haben heute gemeinsam in Madrid eine Konferenz zum Thema „Investitionen und ihre Finanzierung – der Fall Spanien“ abgehalten. Die Konferenz ist Teil einer Reihe von Veranstaltungen, auf denen aktuelle Investitionstrends in den verschiedenen EU-Mitgliedstaaten diskutiert werden.

Eröffnet wurde die Konferenz, an der auch Ökonomen, Politiker sowie Vertreter von Finanzinstituten und der Wirtschaft teilnahmen, vom Gouverneur der spanischen Zentralbank Luis M. Linde und von EIB-Vizepräsident Román Escolano. Die Schlussrede hielt der spanische Bau- und Verkehrsminister Íñigo de la Serna.

Die EIB stellte auf der Veranstaltung die Ergebnisse ihrer jährlichen Umfrage zur Investitionstätigkeit (EIBIS) vor. Die Umfrage der Bank und ihr Jahresbericht über „Investitionen und ihre Finanzierung in Europa“ gewähren einen Einblick in die konjunkturelle und strukturelle Dynamik hinter den Investitionen und Finanzierungsmöglichkeiten in Europa und ermöglichen somit eine genaue Beurteilung der Situation in den einzelnen EU-Volkswirtschaften.

In ihrem letzten Jahresbericht über „Investitionen und ihre Finanzierung in Europa“ präsentierte die EIB eine gründliche Analyse der schleppenden Erholung der Investitionstätigkeit in der EU. Zudem zeigte sie auf, dass die Investitionen in öffentliche Infrastruktur deutlich unter dem langfristigen Trend liegen, da die staatlichen Bruttoanlageinvestitionen aufgrund der Haushaltskonsolidierung in mehreren Mitgliedstaaten unter Druck stehen. Um in diesem Umfeld angemessene Interventionsstrategien festzulegen, muss man verstehen, warum sich die Investitionstätigkeit so langsam erholt.

Aus diesem Grund hat die EIB 2016 die EIBIS-Umfrage ins Leben gerufen. Sie befragt darin EU-weit 12 500 Unternehmen mit mindestens fünf Beschäftigten. Die Fragen sind für alle Unternehmen einheitlich und beziehen sich auf die Unternehmensmerkmale und die Unternehmensleistung, die bisherige Investitionstätigkeit und zukünftige Planung sowie auf Finanzierungsquellen und sonstige Themen, die für die Unternehmen wichtig sind.

Diese Umfrage liefert wertvolle Informationen, die über quantitative Erkenntnisse (die sogenannten „harten“ Fakten) hinausgehen: Dazu gehören Informationen über Investitionspläne, wahrgenommene Defizite, die Qualität des Kapitalstocks, die Art der Investitionen, die Finanzierungsbedingungen und Finanzierungshindernisse. Die Ergebnisse der diesjährigen EIBIS-Umfrage werden im Jahresbericht 2017 der EIB über „Investitionen und ihre Finanzierung in Europa“ genauer analysiert. Dem Bericht zufolge geht die Erholung der Investitionstätigkeit maßgeblich von den Unternehmen aus; weiterhin zeigt der Bericht Lücken bei der Qualität des Kapitalstocks sowie einen Bedarf an zusätzlichen Maßnahmen auf, die die Verbreitung und Akzeptanz neuer Technologien und der Innovationstätigkeit fördern.

EIBIS-Ergebnisse für Spanien

Die zweite EIBIS-Umfrage, an der in Spanien 515 Unternehmen teilnahmen, bestätigt im Wesentlichen die Ergebnisse des Vorjahres: Den Zugang zu externen Finanzierungsmitteln beurteilen spanische Unternehmen insgesamt als unproblematisch – Finanzierungsengpässe sind Jahre nach der Krise offenbar nicht mehr das größte Investitionshindernis. Im Vergleich zu anderen EU-Ländern liegt Spanien hier im Mittelfeld.

Stattdessen scheint laut dem diesjährigen EIBIS-Bericht vor allem die Unsicherheit das Investitionswachstum in Spanien langfristig zu behindern, gefolgt von der Regulierung (Unternehmen und Arbeitsmarkt) und den Energiekosten. Die Unsicherheit wirkt jedoch weniger belastend als zuvor, was generell auch für die meisten anderen Faktoren gilt, die die Investitionstätigkeit in Spanien behindern. Die Umfrageergebnisse für Spanien legen nahe, dass Investitionen vor allem im Infrastruktursektor gefördert werden sollten, damit Produktionskapazitäten erneuert werden können. Sie zeigen außerdem, dass spanische Unternehmen öffentliche Investitionen in die Energie- und IKT-Infrastruktur als vorrangig betrachten – und zwar in stärkerem Maß als in den meisten anderen EU-Ländern.

Laut der Umfrage wird zudem die Qualität des Kapitalstocks in Spanien als relativ hoch angesehen. Bei den immateriellen Investitionen liegt das Land dagegen unter dem EU-Durchschnitt. Dies gilt insbesondere für Investitionen in die Aus- und Weiterbildung. Angesichts einer zunehmend wissensbasierten Wirtschaft müssen die immateriellen Investitionen eventuell gesteigert werden. Gleichzeitig zeigt die EIBIS-Umfrage 2017, dass spanische Unternehmen auch erheblich in Prozesse und Produkte an der Technologiegrenze investieren.

In seiner Eröffnungsansprache betonte EIB-Vizepräsident Román Escolano „die positive Wirkung der EIB-Tätigkeit auf die spanische Volkswirtschaft. Die Bank stärkt die Investitionstätigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit und die Beschäftigung und trägt dadurch zur nachhaltigen Erholung des Landes bei. Die EIB hat in Spanien von Beginn an wichtige Infrastruktur, aber auch KMU-Projekte unterstützt, indem sie zu günstigen Konditionen Mittel bereitgestellt hat. Ich bin zuversichtlich, dass uns die EIB-Umfrage wertvolle Erkenntnisse liefern wird, um die spanische Volkswirtschaft auch weiterhin unterstützen zu können.“