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©Anne-Cécile Auguin/EIB

Am 7. März 2017 unterzeichneten Ambroise Fayolle, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB), der Bank der Europäischen Union, und Laurent Duporge, der Präsident des Verkehrsverbunds SMT Artois-Gohelle, einen Finanzierungsvertrag über 110 Millionen Euro für die Umsetzung des innovativen und nachhaltigen Metrobus-Projekts Bulles. Bei der feierlichen Unterzeichnung waren außerdem der französische Premierminister Bernard Cazeneuve und der EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation Carlos Moedas anwesend.

Die Finanzierung wird aus dem Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI), dem Kernelement der Investitionsoffensive für Europa, dem sogenannten Juncker-Plan, unterstützt. Für den Verkehrsverbund ist die Finanzierung mit besonders attraktiven Bedingungen verbunden, die an den Sektor und die Art der Investition angepasst sind.

Auf europäischer Ebene ist dieses Projekt außerdem eine der ersten Pilotoperationen der „Fazilität für umweltfreundlicheren Verkehr“, die gemeinsam von der EIB und der Europäischen Kommission eingerichtet wurde, um die Entwicklung umweltfreundlicherer Lösungen für öffentliche Fahrzeugflotten mit bestimmtem Einsatzradius zu unterstützen.

Carlos Moedas, EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation, sagte: „Der heute geschlossene Vertrag zeigt genau, warum der EFSI eingerichtet wurde: Es sollen Investitionen getätigt werden, um Arbeitsplätze und Wachstum zu schaffen und die Lebensqualität der Menschen real zu verbessern. Der Juncker-Plan erleichtert so die Modernisierung der öffentlichen Nahverkehrsnetze, um deren Effizienz, Zuverlässigkeit und Sauberkeit für alle Bewohner zu gewährleisten.“

„Die EIB freut sich, diesen neuen Finanzierungsvertrag von großer gesellschaftlicher Bedeutung zu unterzeichnen, der das tägliche Leben der Einwohner dieser Region verbessern dürfte“, erklärte Ambroise Fayolle, Vizepräsident der EIB. „Dank der Unterstützung durch die Europäische Union kann der Verkehrsverbund die von ihm versorgten Kommunen mit einem leistungsfähigeren und hinsichtlich des Energieverbrauchs und der Umweltfreundlichkeit verbesserten Verkehrsangebot verbinden. Wir hoffen, dass das Projekt auch dazu beiträgt, die Beschäftigungsaussichten in der Region zu verbessern und die durchquerten Gebiete zu beleben. Der Juncker-Plan, der diesem Projekt zugutekommt, gewinnt in Frankreich immer größere Bedeutung: Bislang wurden 58 Investitionsvorhaben genehmigt, die zusätzliche Investitionen von 21,9 Milliarden Euro mobilisieren dürften.“

Das Metrobus-Projekt Bulles

Das Metrobus-Projekt ist ein für den Verkehrsverbund ehrgeiziges Vorhaben, dessen Versorgungsgebiet aus drei Ballungsgebieten mit einer Fläche von nahezu 1 000 Quadratkilometern und mehr als 650 000 Einwohnern besteht.

Das Nahverkehrsprojekt sieht die Einrichtung von sechs neuen Metrobus-Linien vor, die als ein zuverlässiges, schnelles, pünktliches Verkehrsmittel mit hoher Taktfolge das bestehende Nahverkehrsnetz (Zug, Busnetz) ergänzen. Mehr als 200 000 Menschen würden dann weniger als 500 Meter von einer Metrobus-Haltestelle des Verkehrsverbundes entfernt wohnen.

Im Rahmen des Metrobus-Vorhabens werden Straßen auf einer Gesamtlänge von mehr als 110 Kilometern umgebaut, um den Verkehrsfluss zu verbessern. Neben den Bauarbeiten wird der Verkehrsverbund außerdem seine Busflotte stark erneuern, die so von Dieselantrieb nach und nach auf Hybridantrieb umgestellt wird. Die Metrobus-Linie Bulle 6 (zwischen Bruay-la-Buissière und Auchel) wird ausschließlich mit Brennstoffzellen-Bussen bedient werden. Die Energiewende wurde hier somit bereits eingeleitet!

Um die Verkehrsdienste für die Fahrgäste zu verbessern, will der Verkehrsverbund gemeinsam mit dem Betreiber seines Nahverkehrsnetzes TADAO auch die Fahrgastinformation verbessern sowie das Fahrkarten-System erneuern. Außerdem werden gerade zwei neue Busdepots gebaut, um die Gelenkbusse der Metrobus-Linien 1 und 2 unterzubringen. Die zwei bestehenden Depots werden saniert.

Eine wichtige Finanzierung für die Region

Die EIB-Finanzierung von 110 Millionen Euro zugunsten des innovativen, nachhaltigen Projekts mit hohem sozialem Nutzen ist für die Region von großer Bedeutung. Das Projekt wird die Ballungsgebiete Lens-Liévin, Hénin-Carvin und Béthune-Bruay mit einem leistungsstarken Nahverkehrsnetz mit geringem Schadstoffausstoß ausstatten, das die wichtigsten städtischen Zentren der Region und ihre Beschäftigungsgebiete miteinander verbindet. So wird es eine gute Verkehrsanbindung für die schwächsten Teile der Bevölkerung gewährleisten, die über kein eigenes motorisiertes Fortbewegungsmittel verfügen.

Die Bereitstellung der EIB-Mittel ermöglicht die Einrichtung von zwei Metrobus-Linien (1 und 3) sowie die Einrichtung von zugehöriger Infrastruktur, wie etwa 40 Kilometer Fahrradwege, und den Kauf von 41 Hybridbussen und von sechs wasserstoffbetriebenen Bussen, die jeweils 18 bzw. 12 Meter lang sind.

Daneben wird sich das Vorhaben mit 820 Personenjahren während der Umsetzung des Projekts positiv auf die Schaffung von Arbeitsplätzen auswirken, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Wiedereingliederung in die Arbeitswelt und die Beschäftigung von benachteiligten Menschen gelegt werden wird.

Die auf 430 Millionen Euro veranschlagten Gesamtkosten des Projekts werden von der Region Hauts-de-France, der Europäischen Union (EFRE) in Höhe von 105 Millionen Euro und aus Mitteln des französischen Staats finanziert.  Neben der Europäischen Investitionsbank wurden Finanzierungspartnerschaften mit der Caisse des Dépôts et Consignations und weiteren Banken geschlossen (Crédit Agricole, Banque postale, PBB, Société Générale, Caisse d’Epargne). Daneben wird das Vorhaben durch die Kommunalverbände Béthune-Bruay Artois Lys Romane (CABBALR), Hénin-Carvin (CAHC) und Lens-Liévin (CALL) unterstützt.

Sehr konkrete EIB-Unterstützung für eine französische Region

Mit bisher sieben finanzierten Vorhaben gehört die Region Hauts-de-France zu den größten Nutznießern des Juncker-Plans in Frankreich.

Diese neue Finanzierung zeigt das große Engagement der EIB, um die Region Hauts-de-France bei ihren Projekten für wirtschaftliche Entwicklung und sozialen Zusammenhalt zu unterstützen. Insgesamt wurden in den vergangenen zehn Jahren mehr als 1,8 Milliarden Euro in der Region investiert. Dabei wurden konkrete Vorhaben zur Verbesserung des täglichen Lebens der Einwohner unterstützt, sowohl im Bereich der Sekundarschulbildung, um den Schülern größere Erfolgschancen zu geben, als auch im Bereich des Ausbaus des öffentlichen Nahverkehrs in Städten und ländlichen Gebieten, für Projekte in den Bereichen Umwelt und Energieeffizienz sowie Glasfasernetze für alle.