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Die Europäische Investitionsbank stellt 60 Millionen Pfund Sterling für die Anschaffung neuer Züge in East Anglia zur Verfügung, um die Personenbeförderung auf allen wichtigen Verbindungsstrecken nach London sowie im zwischenstädtischen, Flughafen- und Nahverkehr zu verbessern. Mit den 378 neuen Eisenbahnwaggons ersetzt das Franchise-Unternehmen Abellio veraltete Elektro- und Dieselzüge, die derzeit auf diesen Strecken im Einsatz sind. Das EIB-Darlehen wird durch eine Garantie des Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) im Rahmen der Investitionsoffensive für Europa besichert. Es handelt sich um das erste Darlehen mit EFSI-Unterstützung für den britischen Verkehrssektor.

„Die Anschaffung neuer Züge, die Modernisierung der Eisenbahninfrastruktur und der Bau neuer Strecken haben die Nutzung der Bahn in Großbritannien sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr grundlegend verändert: Heute werden doppelt so viele Bahnpassagiere gezählt wie vor 20 Jahren. Die Europäische Investitionsbank unterstützt Investitionen in neue Züge, die sowohl auf den Pendlerstrecken nach London als auch auf den Nahverkehrsstrecken von Abellio eingesetzt werden. Mit der Bereitstellung dieser Mittel führen wir unsere erfolgreichen Maßnahmen zur Förderung nachhaltiger Verkehrsinvestitionen im Vereinigten Königreich und weltweit fort”, so Jonathan Taylor, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank.

„Die Investitionsoffensive für Europa bewirkt spürbare Verbesserungen im Alltag der Menschen: Die EIB trägt durch ihre neuerliche Finanzierung dazu bei, das Bahnverkehrsangebot in East Anglia aufzuwerten und den Pendlern das Leben zu erleichtern. Ich bin stolz, dass wir die Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur auf diesem Weg unterstützen können“, ergänzte der für Beschäftigung, Wachstum, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission Jyrki Katainen.

„Wir freuen uns, dass unsere zweite Finanzierung für rollendes Material gesichert ist. Dies gilt besonders angesichts der Volatilität, die die Märkte nach dem Brexit-Referendum erfasste. Unsere erstklassigen institutionellen Investoren haben langfristige Mittel zu äußerst günstigen Konditionen bereitgestellt. Damit dürfte für die Bahnpassagiere in East Anglia, aber auch für den Steuerzahler ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis während der Nutzungsdauer der Züge gewährleistet sein“, bestätigte Rock Rail-Gründer Mark Swindell.

„Die Finanzierung dieser wichtigen Verbesserung der Bahninfrastruktur in East Anglia stellt ein weiteres Kapitel in unserem erfolgreichen Joint Venture mit Rock Rail dar. Zudem sehen wir erhebliches Potenzial für weitere Finanzierungsprojekte im britischen Eisenbahnnetz“, erläuterte Dominic Helmsley, Head of SL Capital Infrastructure, eine Tochter von Standard Life Investments.

Das Darlehen der Europäischen Investitionsbank hat eine Laufzeit von 28 Jahren. Mit den Mitteln wird Rock Rail East Anglia PLC neues rollendes Material für den Zugbetreiber Abellio East Anglia Limited anschaffen. Abellio ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der staatlichen niederländischen Eisenbahngesellschaft Nederlandse Spoorwegen.

Die Federführung für die Finanzierung der neuen Züge lag bei Rock Rail und SL Capital. GLIL, ein Joint Venture für Infrastrukturinvestitionen von Greater Manchester Pension Fund und London Pensions Fund Authority, brachte über eine Ko-Investition zusätzliches Eigenkapital ein.

In den zurückliegenden zehn Jahren hat die Europäische Investitionsbank über 8,4 Milliarden Pfund Sterling für Verkehrsprojekte im Vereinigten Königreich sowie knapp 160 Milliarden Euro für Verkehrsprojekte weltweit bereitgestellt. Unter anderem unterstützte sie in der Vergangenheit Investitionen in neue Eurostar- und Intercity-Züge sowie in Züge der London Underground. Das Crossrail-Projekt, die Verlängerung der Northern Line sowie neue Straßenbahnnetze in Manchester und Nottingham wurden ebenfalls mitfinanziert.

Im letzten Jahr stellte die EIB im Vereinigten Königreich insgesamt 5,6 Milliarden Pfund Sterling bereit. Dies war der höchste Betrag, den sie seit Aufnahme ihrer Tätigkeit in diesem Land im Jahr 1973 vergeben hat. Insgesamt unterstützte sie damit landesweit 40 Vorhaben mit Investitionskosten von nahezu 16 Milliarden Pfund Sterling. Dabei ging es um Schulen, Universitäten, Krankenhäuser, die Modernisierung von Stromübertragungsleitungen, Erneuerbare-Energien-Projekte und die Wasserinfrastruktur.