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Die Europäische Investitionsbank (EIB) wird der Emmaüs-Gruppe (Groep Emmaüs – Allgemeen Ziekenhuis Sint-Maarten) 150 Mio EUR für den Bau des neuen Krankenhauses AZ Sint-Maarten in Mechelen (in der belgischen Provinz Antwerpen) zur Verfügung stellen. Geplant ist ein großes Gesundheitszentrum, das ein modernes medizinisches Umfeld und die besten Gesundheitsdienstleistungen für Patienten in der Region bietet.  Das Darlehen deckt fast 50 % des gesamten Finanzierungsbedarfs. Es hat eine Laufzeit von 30 Jahren und wurde am 7. November in Mechelen im Beisein von Minister Jo Vandeurzen, des Verwaltungsratsvorsitzenden Guido Van Oevelen und der geschäftsführenden Direktorin (CEO) der Emmaüs-Gruppe Inge Vervotte unterzeichnet.  Das neue Krankenhaus wird spätestens Ende 2018 den Betrieb aufnehmen.

Das neue Gesundheitszentrum AZ Sint-Maarten wird auf einem bisher unerschlossenen Gelände am Stadtrand von Mechelen errichtet werden und drei bestehende, veraltete Krankenhäuser ersetzen.  Es wird über 654 Betten und 96 tagesklinische Behandlungsplätze verfügen.  Diese neue Infrastruktur wird auch eine moderne Poliklinik umfassen, die fachärztliche und ambulante Behandlungen anbietet.

Vor seiner Genehmigung wurde das Krankenhausprojekt AZ Sint-Maarten einer sorgfältigen und eingehenden Projektprüfung durch die EIB unterzogen.  Das neue Krankenhaus wird den höchsten Energieeffizienzstandards entsprechen. Damit genügt es den energiepolitischen Anforderungen der EIB, die die nachhaltige Kommunalentwicklung (auch im Gesundheitssektor) zu einem ihrer vorrangigen Ziele erklärt hat und solide Investitionsvorhaben bestmöglich unterstützt.  Deshalb hat die EIB beschlossen, sich an dem Projekt zu beteiligen und 50 % des Finanzierungsbedarfs zu decken.

Finanzierung des Krankenhauses

Die Kosten des neuen Krankenhauses werden sich auf 327 Mio EUR belaufen (Gebäude und Ausrüstung).  Hiervon werden 288 Mio EUR von der Zentralregierung und der flämischen Regionalregierung finanziert werden.  Darüber hinaus leistet AZ Sint-Maarten einen Beitrag von 39,9 Mio EUR aus eigenen Mitteln.  Die entsprechende Refinanzierung erfolgt über Geschäftsbankdarlehen (177 Mio EUR) und das Darlehen der Europäischen Investitionsbank von 150 Mio EUR.  Das Darlehen der EIB wird eine Laufzeit von 30 Jahren haben und durch den VIPA[1] besichert werden. 

Geringere finanzielle Belastung

Die Finanzkrise bereitet den Krankenhäusern Probleme. Die meisten Geschäftsbanken haben ihre Darlehensvergabe eingeschränkt oder sich aufgrund von Liquiditäts- und Refinanzierungsengpässen sogar aus dem Markt zurückgezogen. Ein Darlehen der EIB mit einer Laufzeit von 30 Jahren ermöglicht es, bei großen Infrastrukturprojekten wie beispielsweise dem neuen Krankenhaus AZ Sint-Maarten die finanzielle Belastung über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes zu verteilen.  Jan  Ennekens, Generaldirektor von AZ Sint-Maarten, sagte:  „Wir freuen uns über dieses EIB-Darlehen und sind dankbar dafür.  Die EIB ist der solideste langfristige Geldgeber.  Das Darlehen bietet eine auf unser Projekt zugeschnittene Laufzeit und günstige Zinssätze und ermöglicht uns erhebliche Einsparungen.  Außerdem können wir so unsere Finanzierungsquellen diversifizieren. Da das EIB-Darlehen fast 50 % des Mittelbedarfs deckt, stellt unser Finanzierungsbedarf eine geringere Belastung für unsere belgischen Bankenpartner dar.  Schließlich bedeuten die europäischen Finanzierungsmittel, die dieses langfristige EIB-Darlehen anzieht, indirekt eine solide Investition in die regionale Wirtschaft. Sie kommen somit den Bürgern zugute.“

Hilfe und Nutzen für die Region

In einer kurzen Rede wies Minister Jo Vandeurzen darauf hin, wie wichtig es sei, europäische Finanzierungsmittel für den flämischen Gesundheits- und Pflegesektor anzuziehen.  „Es ist begrüßenswert, dass die EIB bei ihren Finanzierungen nicht nur auf die finanzielle Solidität der Einrichtung achtet, sondern auch Faktoren wie Innovation und Nachhaltigkeit berücksichtigt.  Bei der Bereitstellung von VIPA-Mitteln misst die flämische Regierung diesen Faktoren ebenfalls Bedeutung bei.  Investitionen in Innovation und Nachhaltigkeit können kurzfristig verstärkte Anstrengungen erforderlich machen, werden sich jedoch nachhaltig auf die Instandhaltungskosten und die Qualität der Einrichtung auswirken.“

Anlässlich der Vertragsunterzeichnung erklärte EIB-Vizepräsident Pim van Ballekom:  „In allen europäischen Ländern ist die Gesundheit heute weiterhin ein entscheidender Faktor und der Schlüssel zu Wirtschaftswachstum und Entwicklung.  Der Gesundheitssektor hat zahlreiche Herausforderungen zu bewältigen:  Er muss dem wachsenden Bedarf und den steigenden Kosten Rechnung tragen und sich in einem schwierigen finanziellen Umfeld entwickeln.   Wir freuen uns, Ihnen die bestmöglichen Konditionen anbieten zu können, um Ihre Finanzierung zu erleichtern.  Mechelen wird über eine moderne Einrichtung verfügen, die in den kommenden Jahren die beste medizinische Versorgung gewährleisten wird.  Das Gebäude wird den höchsten Energieeffizienzanforderungen genügen, und dies ist ebenfalls eine Priorität für die Europäische Investitionsbank.“

Mit der Bereitstellung von Finanzierungsmitteln für den Bau von Krankenhäusern leistet die EIB einen Beitrag zur Förderung des „Humankapitals“ und der „nachhaltigen Kommunalentwicklung“.  Die Bank hat Projekte des Universitätskrankenhauses UZ Leuven, des Krankenhauses Maria Middelares in Gent, des zur Chirec-Klinikgruppe gehörenden Krankenhauses Delta in Brüssel und zuletzt des Krankenhauses AZ GO in Knokke-Heist finanziert.  Der Vertrag über die Finanzierung des Krankenhauses Delta in Roeselare wird ebenfalls vor Ende des Jahres unterzeichnet werden.  Mit dem für mittelgroße Krankenhausprojekte maßgeschneiderten Programm zur Finanzierung belgischer Krankenhäuser beläuft sich das Engagement auf 912 Mio EUR. Insgesamt sind für den belgischen Gesundheitssektor 1 375 Mio EUR bereitgestellt worden.


[1] Vlaams Infrastructuurfonds voor Persoongebonden Angelegenheden (Flämischer Infrastrukturfonds für personenbezogene Angelegenheiten).