Smarte Infrastruktur bringt neues Leben in die Altstadt von Wetteren

Erfahren Sie, wie die belgische Kleinstadt ihr historisches Zentrum verwandelte:

  • Intelligente Infrastruktur für veränderte Bedürfnisse
  • Individuelle Planung für jede Stadt
  • Neues Leben in belgischen Innenstädten
  • Ein Drittel der Menschen in Belgien profitiert schon vom Programm der Belfius Bank und der EIB

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„Future Europe“ stellt jedes der 28 EU-Länder in einem Podcast vor. In jeder Folge geht es um ein Projekt, das zeigt, wie wir künftig in Europa leben werden. Darüber sprechen wir mit Menschen, die die Projekte selbst kennen. 

Mit intelligenter Infrastruktur neu belebt

Annemie de Pauw erinnert sich noch gut, wie die Altstadt von Wetteren früher aussah. „Es war finster und trostlos hier.“ Aber jetzt ist ihre Heimatstadt „eine echte Perle“. 

Annemie arbeitet in dem lichten neuen Rathaus von Wetteren. Das Gebäude ist praktisch CO2-neutral und mit dem Aufzug aus der Tiefgarage auch für ältere Leute und Menschen mit Gehbehinderung gut zugänglich.

Wetteren hat rund 25 000 Einwohner. Als eine von hundert „Smart Citys“ in Belgien will die Kleinstadt ihren Bürgerinnen und Bürgern weiter die gewohnten Leistungen anbieten, aber kundenfreundlicher und effizienter. Eine Initiative der belgischen Belfius Bank gab den Anstoß dazu. Die Bank wollte den Städten helfen, mehr für Energieeffizienz, Stadterneuerung und saubere Mobilität zu tun. Ihr Vorschlag: ein Programm für intelligente Städte und nachhaltige Entwicklung. 

„Wir wollen die Lebensbedingungen der Menschen verbessern und ihnen helfen, den Alltag nachhaltig und umweltfreundlich zu bewältigen“, erklärt Jeroen Vandevelde, der bei Belfius für das Programm zuständig ist.

EU-Bank beteiligt sich an der Finanzierung

Die Europäische Investitionsbank erkannte die sozialen und ökologischen Vorteile des Programms und stieg mit ein: Über 100 Projekte in ganz Belgien finanziert die EIB mit. 

In Wetteren wurde eine Brachfläche im Herzen der Stadt saniert. Direkt daneben fließt die Schelde entlang. Rund um den neu gestalteten Platz mit Springbrunnen sind 67 Wohnungen, eine Post und Cafés entstanden – und das neue Rathaus. 

Dank einer Tiefgarage ist das Gelände autofrei. Über die neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer sind die Innenstadt und die dortigen Schulen auch von der anderen Flussseite aus gut erreichbar. Bald soll auch ein neues Gerichtsgebäude fertig werden.

>@EIB
Stéphanie Verbrugghe, Els Van Gyseghem, Annemie De Pauw ©EIB

Bürgerbeteiligung steht im Mittelpunkt

2014 ging es los. Die EIB gab 200 Millionen Euro, Belfius weitere 200 Millionen Euro. Beflügelt vom Erfolg des Programms, hat die EU-Bank mittlerweile den dritten Kredit unterzeichnet. Ein Viertel bis ein Drittel der belgischen Bevölkerung profitiert bereits von den Vorteilen der intelligenten Städte.

Für Leonor Berriochoa, Expertin für Stadtentwicklung bei der EIB, ist es besonders wichtig, die Menschen einzubeziehen: „Intelligente Städte entstehen, wenn wir die Menschen an der Planung beteiligen und alle wichtigen Aspekte berücksichtigen, damit Städte nachhaltiger und intelligenter wachsen. Dann können sie die Migration, Umweltveränderungen, den Klimawandel und all die anderen Herausforderungen der Zukunft besser bewältigen.“

In Wetteren sieht man auf den ersten Blick, was das Programm gebracht hat. Stadtrat Herman Stobbe weiß noch gut, wie sich die Menschen früher für ihre Stadt schämten: „Alles war so heruntergekommen. Dabei sollte der Fluss doch ein Anziehungspunkt sein – ein Juwel. Aber heute verbringen die Leute gern ihre Zeit in der Stadt und engagieren sich für die Gemeinschaft. Es gefällt ihnen, in einer Umgebung zu arbeiten, die mit modernster Technik ausgestattet ist.“

Für Jeroen Vandevelde von der Belfius Bank haben alle Smart-City-Projekte eines gemeinsam: „Sie stellen die Menschen und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt und verbessern das Leben in Belgien. Die Projekte machen das Land fit für die Zukunft, und das ist auch gut für Europa.“