Suche starten DE menü Kundenportal der EIB-Gruppe
Suche starten
Ergebnisse
Top-5-Suchergebnisse Alle Ergebnisse anzeigen Erweiterte Suche
Häufigste Suchbegriffe
Meistbesuchte Seiten

Warum Biotech für Europas Wirtschaft und Souveränität wichtig ist

Von Impfstoffen und Medizintechnik bis zu KI: Die Biotechnologie ist für Europa strategisch wichtig. Doch sie braucht geduldiges Kapital und einen gesamteuropäischen Markt

Video placeholder

Um dieses Video anzusehen, müssen Sie den YouTube-Nutzungsbedingungen zustimmen. YouTube erfasst möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten.
Weitere Informationen

Invested by Europe ist ein Podcast über die europäische Wirtschaft. Von Wohnraum, Energie und Innovation bis hin zu Infrastruktur, Sicherheit und Verteidigung: Fachleute verraten in jeder Folge, wo die großen Herausforderungen liegen. Wir wollen wissen, was sich ändert, welche Lösungen es gibt und wie Europa in seine Zukunft investiert.

Darum geht es in dieser Folge

Biotechnologie ist zentral für Europas Gesundheitssysteme, Innovationskraft und wirtschaftliche Resilienz. Die Branche entwickelt Impfstoffe und Medikamente, OP-Roboter, Diagnosegeräte und andere Medizintechnik sowie digitale Technologien, die die Diagnostik verbessern und die Produktentwicklung beschleunigen.

In dieser Folge von Invested by Europe erklärt Antoine de Lachaux, Leiter des Bereichs Life Sciences und Biotech bei der Europäischen Investitionsbank, warum Biotech für Europa strategisch wichtig ist und weshalb langfristige, geduldige Investitionen für eine innovative Patientenversorgung unverzichtbar sind.

Kurzfassung

Die Biotechnologie ist ein breites Ökosystem, das Medikamente, Impfstoffe, Medizintechnik und digitale Medizin umfasst. Hinzu kommen Schlüsseltechnologien wie KI und zunehmend auch Advanced Computing. Damit können Forschende die Diagnostik verbessern und schneller neue Produkte entwickeln.

Europa ist stark in Life Sciences und Biotech. Wir punkten mit wissenschaftlicher Exzellenz und Innovationskraft. Doch der Sektor ist auch besonders anspruchsvoll. Die Entwicklung neuer Produkte dauert lange, erfordert enorm viel Kapital und birgt ein hohes Risiko des Scheiterns. Viele Produkte kommen nie auf den Markt.

Eine der größten Herausforderungen Europas ist die Fragmentierung. Anders als in den USA, wo Unternehmen direkt einen Markt von fast 350 Millionen Menschen bedienen können, ist Europa in nationale Märkte mit unterschiedlichen Regeln und Systemen unterteilt. Das erschwert die Skalierung und erhöht die Kosten für Unternehmen, die grenzüberschreitend tätig sein wollen.

Problematisch ist auch der Zugang zu Kapital. Die Biotech-Branche ist äußerst kapitalintensiv. Sie erfordert massive Investitionen, lange bevor Geld verdient wird. Während sich US-Risikokapitalgeber bereitwillig für solche Projekte engagieren, gibt es in Europa relativ wenige Investoren mit der nötigen Expertise und Finanzstärke, um Unternehmen über den gesamten Entwicklungsprozess hinweg zu begleiten.

Europa will sein Biotech-Ökosystem stärken. Eine aktuelle Initiative ist der vorgeschlagene Biotech-Rechtsakt, der den Marktzugang erleichtern, Regeln EU-weit harmonisieren und den Patentschutz verbessern soll. Unternehmen sollen so Anreize erhalten, in allen 27 Mitgliedstaaten tätig zu sein und nicht nur im Heimatmarkt.

Die Europäische Investitionsbank unterstützt den Sektor maßgeblich. In den letzten zehn Jahren investierte der Finanzierungsarm der EU 4 Milliarden Euro in rund 150 Unternehmen. Damit konnten Pharma- und Medizintechnik-Firmen lebensrettende Produkte auf den Markt bringen und Partnerschaften mit Risikokapitalfonds knüpfen. Ein besserer Kapitalzugang ist auch ein zentrales Ziel der Spar- und Investitionsunion. Sie soll ein stärker integriertes europäisches Investitionsumfeld schaffen.

Eine der bekanntesten Investitionen der EIB ist BioNTech. Die Bank finanzierte die mRNA-Forschung des Unternehmens bereits vor Corona. Diese Forschung führte schließlich zur Entwicklung des weltweit am häufigsten eingesetzten Covid-19-Impfstoffs.

Künstliche Intelligenz dürfte die Biotechnologie grundlegend verändern. Sie kann die Entwicklung von Medikamenten beschleunigen, indem sie frühe Screening-Phasen optimiert und die Analyse großer Protein- oder Molekülbibliotheken automatisiert. Zudem verbessert sie die Diagnostik, weil sie in medizinischen Bilddaten Muster erkennt, die für das menschliche Auge schwer erfassbar sind. Auch Regulierungsprozesse werden mit KI effizienter. Langfristig dürfte sie jeden Schritt der „Patient Journey“ beeinflussen – von der Diagnose bis zur Behandlung.

„Das können wir nicht an andere Länder delegieren oder auslagern.“

Fazit

  • Biotech ist strategisch wichtig für Europas Gesundheit, Wirtschaft und Souveränität
  • Der fragmentierte europäische Markt erschwert die Skalierung; Initiativen wie der Biotech-Rechtsakt stärken das europäische Ökosystem
  • KI wird branchenweit Innovationen beschleunigen

Unser Gast

Antoine de Lachaux ist Leiter des Bereichs Life Sciences und Biotech bei der Europäischen Investitionsbank. Er betreut Investitionen in den Bereichen Biotechnologie, Pharma, Medizintechnik und digitale Gesundheit. Im Fokus stehen dabei die Förderung von Innovation, ein besserer Kapitalzugang und die Stärkung des europäischen Life-Sciences-Ökosystems.

Invested by Europe anhören und abonnieren

Hier finden Sie Invested by Europe:

Freuen Sie sich jede Woche auf eine neue Folge.

Mehr Infos