>@David Yormesor/EIB
©David Yormesor/EIB

Die Europäische Investitionsbank (EIB) und die Karibische Entwicklungsbank (CDB) haben eine gemeinsame Initiative zur Finanzierung von Wiederaufbaumaßnahmen in der Karibik beschlossen. Damit soll der Region geholfen werden, die durch die jüngsten Wirbelstürme entstandenen Schäden zu beseitigen.

Unterstützt werden Projekte zum Wiederaufbau von Infrastruktur, die durch die Naturkatastrophen zerstört wurde. Das neue Finanzierungspaket im Umfang von 24 Millionen US-Dollar ergänzt das im Mai dieses Jahres unterzeichnete zweite Klimaschutz-Rahmendarlehen, das mit 120 Millionen US-Dollar das größte Darlehen der EIB in der Karibik ist.

Aus dem neuen Darlehen soll unter anderem die Wiederherstellung der Infrastruktur finanziert werden, wobei ein besserer Wiederaufbau im Vordergrund steht, der Einschätzungen zu Klimarisiken und zur Anfälligkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels Rechnung trägt. Dadurch soll die Anfälligkeit der kreditnehmenden Länder bei künftigen Naturkatastrophen und gegenüber den immer heftigeren Auswirkungen des Klimawandels verringert werden. Neben Infrastrukturprojekten kommen auch kommunale Maßnahmen zur Minderung des CO2-Ausstoßes und zur Steigerung der Klimaresilienz in Betracht, beispielsweise Vorhaben zur Verbesserung der Wasserbewirtschaftung.

William Warren Smith, Präsident der CDB, und Jonathan Taylor, der für Klimaschutzfinanzierungen zuständige Vizepräsident der EIB, unterzeichneten die neue Vereinbarung anlässlich der UN-Klimakonferenz in Bonn. Kleine Inselentwicklungsländer sind ein wichtiges Thema der diesjährigen Konferenz unter dem Vorsitz Fidschis. Vor diesem Hintergrund stellten die CDB und die EIB im Rahmen einer Veranstaltung zum Klimaschutz in der Karibik in Anwesenheit des Premierministers von Grenada, Keith Mitchell, des Premierministers von St. Lucia, Allen Chastanet, und anderer Interessenvertreter innovative Lösungen zur Bewältigung des Klimawandels vor.

EIB-Vizepräsident Jonathan Taylor erklärte: „Als Reaktion auf die Zerstörungen, die in den vergangenen Wochen durch die Hurrikans in der Region angerichtet wurden, haben die EIB und die CDB rasch zusätzliche Mittel bereitgestellt, um den Wiederaufbau in der Karibik zu unterstützen. Die Wiederaufbauhilfe im Umfang von 24 Millionen US-Dollar ergänzt das Anfang dieses Jahres unterzeichnete Darlehen über 120 Millionen US-Dollar an die CDB, mit dem Projekte zum Klimaschutz, zur Anpassung an den Klimawandel und zur Steigerung der Widerstandskraft gegenüber Klimaveränderungen finanziert werden sollen. Wir wollen die seit 40 Jahren bestehende fruchtbare Zusammenarbeit mit der CDB weiter ausbauen, Projekte zur Verbesserung der Klimaresilienz in der Karibik fördern und die Region bei der Bewältigung des Klimawandels unterstützen.“

William Warren Smith, Präsident der CDB, ergänzte: „Die Hurrikansaison 2017 hat beispiellose Zerstörungen in der Karibik angerichtet und gezeigt, wie dringend wir in unserer Region in eine klimaresistente Infrastruktur investieren müssen. Die Unterzeichnung dieser Vereinbarung ist ein weiterer Meilenstein in unserer langjährigen Partnerschaft mit der EIB. Sie ermöglicht es der CDB, mehr Geld für einen robusteren Wiederaufbau bereitzustellen. Wir werden eng mit unseren Partnern zusammenarbeiten, um die notwendigen Ressourcen für einen besseren Wiederaufbau zu mobilisieren. Trotz der jüngsten Rückschläge wollen wir den am stärksten gefährdeten Ländern in unserer Region weiter helfen, ihre Ziele für eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen.“

Die CDB hat sämtliche im Rahmen des ersten Durchleitungsdarlehens für den Klimaschutz verfügbaren Mittel (65,6 Millionen US-Dollar) für sieben Projekte vergeben. Mit dieser Kofinanzierung konnten Finanzierungen in Höhe von insgesamt rund 191 Millionen US-Dollar für die Projekte bereitgestellt werden.

Seit der Genehmigung der CDB-Strategie zur Stärkung der Klimaresilienz im Jahr 2012 beinhalten 58 Prozent der finanzierten Projekte Maßnahmen zur Bekämpfung der Ursachen und zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels. Diese Projekte betrafen die klimaanfälligen Bereiche Wasser, Bildung, Landwirtschaft und physische Infrastruktur und umfassten beispielsweise den Küstenschutz, Entwässerungssysteme oder Straßen. Nach der gemeinsamen Berechnungsmethode der multilateralen Entwicklungsbanken machten die Klimaschutzfinanzierungen der CDB im Jahr 2015 insgesamt 13 Prozent ihres gesamten Finanzierungsvolumens aus. 2016 genehmigte die CDB 50 Millionen US-Dollar für Projekte, die explizit Maßnahmen zur Förderung der Klimaresilienz und einer nachhaltigen Energieversorgung vorsahen.

Für das neue Darlehen wurden mithilfe eines von der EIB finanzierten Programms für technische Hilfe neue Klimaschutzprojekte im Wert von über 300 Millionen US-Dollar ermittelt, die möglicherweise für eine Förderung in Betracht kommen.

Die EIB hat die Entwicklung und die Wirtschaft in der Karibik bisher mit Darlehen und Kapitalbeteiligungen im Umfang von 1,6 Milliarden Euro unterstützt. Sie ist der weltweit größte multilaterale Geldgeber für den Klimaschutz. Im Jahr 2016 hat die Bank 19 Milliarden Euro hierfür bereitgestellt, davon 1,9 Milliarden Euro für Maßnahmen in Entwicklungsländern.