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Das Projekt wurde mit der Unterstützung der Region Wallonien und des Programms Smart Cities & Sustainable Development realisiert und erfüllt den wachsenden Bedarf an Wohn- und Pflegeeinrichtungen für ältere Menschen auf intelligente und nachhaltige Weise. Das neu gebaute Senioren- und Pflegeheim des öffentlichen Sozialhilfezentrums der Gemeinde Sambreville verfügt über 100 Betten (nach zuvor 78), drei Spezialabteilungen sowie einen eigenen Therapiegarten für demente oder geistig verwirrte Patienten. Das Gebäude ist energiesparend und mit intelligenter Gebäudetechnik ausgerüstet. Das Haus wurde am 12. Dezember in Anwesenheit von Minister Maxime Prévot, kommunalen Amtsträgern und Vertretern der EIB und der Belfius Bank eingeweiht.

Nach 56 Jahren hat das Senioren- und Pflegeheim „La Sérénité“ in der Ortschaft Tamines seinen bisherigen Sitz aufgegeben und ist in einen Neubau im Herzen des Clos de la Roseraie umgezogen. Die neue Einrichtung umfasst insgesamt sieben Abteilungen, darunter drei Spezialabteilungen und ein eigener Therapiegarten für an Demenz erkrankte oder geistig verwirrte Patienten.

Mit einer Fläche von 22 Quadratmetern (ehemals 12 Quadratmeter) sind die Zimmer der neuen „La Sérénité“ dazu ausgelegt, kommunale Pflegedienstleistungen unter optimalen Bedingungen zu erbringen und gegebenenfalls ein Bett für ein zusätzliches Familienmitglied aufzunehmen.  Jede Abteilung verfügt über eigene Gemeinschaftsräume wie Speiseräume, die die Bewohner auf Wunsch nutzen können, oder Arbeitsräume für Pflege- und anderes Personal. Das neue Senioren- und Pflegeheim umfasst darüber hinaus eine Tagesstätte mit 15 Plätzen sowie eine moderne Großküche, die nicht nur das öffentliche Sozialhilfezentrum und insbesondere das Heim selbst, sondern auch mehrere Schulen in Sambreville und den Nachbargemeinden mit warmen Mahlzeiten versorgt. Gleichzeitig wird das ehemalige Gebäude der „La Sérénité“, das die Auflagen nicht mehr erfüllen konnte, saniert. Das Haus soll künftig neue Dienstleistungen anbieten, die dem Ansatz einer Kreislaufwirtschaft entsprechen, wie ihn die Europäische Union anstrebt und Belfius und die EIB fördern.

Bei der Planung des Neubaus wurde insbesondere darauf geachtet, den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen des Gebäudes deutlich zu reduzieren. Dies steht im Einklang mit dem Aktionsplan für nachhaltige Energie, zu dem sich die Gemeinde nach ihrem Beitritt zum Konvent der Bürgermeister verpflichtet hat und der eine Senkung der CO2-Emissionen um jährlich mehr als 36 000 Tonnen vorsieht. Das Ergebnis ist ein besonders energiesparendes Senioren- und Pflegeheim, das allen Zielen der Europäischen Union im Kampf gegen den Klimawandel entspricht.

Mit der modernisierten und erweiterten Senioren- und Pflegeeinrichtung, die nachhaltiger wirtschaftet und dem neuesten Stand der Technik entspricht (digitalisierte Patientenakten, intelligente Gebäudetechnik usw.), reagiert die Gemeindeverwaltung von Sambreville auf den wachsenden Bedarf an seniorengerechten Pflege- und Wohneinrichtungen in der Region und stärkt und diversifiziert zugleich das allgemeine Angebot an hochwertigem Wohnraum im Einzugsgebiet der Gemeinde. 

Eine besonders günstige Finanzierung

Nach ausführlicher Begutachtung kamen die Experten der EIB und der Belfius Bank zu dem Schluss, dass das Projekt einen strategischen, innovativen und nachhaltigen Ansatz verfolgt und somit für eine Kreditförderung im Rahmen des gemeinsamen Programms Smart Cities & Sustainable Development (intelligente Städte und nachhaltige Entwicklung) in Frage kommt. 

Die Baukosten der neuen Pflege- und Senioreneinrichtung beliefen sich auf insgesamt 14 Millionen Euro, die zur Hälfte durch den Kredit von Belfius und EIB und zur Hälfte durch regionale Subventionen gedeckt wurden. Das Senioren- und Pflegeheim in Sambreville ist mittlerweile das dritte Projekt, das in der belgischen Provinz Namur durch das Programm Smart Cities & Sustainable Development gefördert wurde. 

Smart Cities: Bereits 62 Projekte für mehr als 1 400 000 Menschen 

In den vergangenen zweieinhalb Jahren hat das Programm Smart Cities & Sustainable Development mehr als 62 „intelligente“ Projekte mit Krediten von insgesamt rund 400 Millionen Euro unterstützt, darunter den Ausbau der Uferpromenade in Dinant, die Modernisierung des Tourismusbüros in Hastière oder das neue Rathaus von Gembloux. Diese 62 fertiggestellten oder noch im Bau befindlichen Projekte stehen potenziell 1 400 000 Menschen zur Verfügung.

Angesichts des großen Erfolges des Programms, das im Juni 2014 europaweit als erstes seiner Art aufgelegt wurde, haben Belfius und die Europäische Investitionsbank am 8. Dezember angekündigt, gemeinsam weitere 400 Millionen Euro für die Finanzierung intelligenter, inklusiver und nachhaltiger Projekte bereitzustellen, die von Städten und Gemeinden oder auch von gemeinnützigen Trägern aus den Bereichen Bildung und Gesundheit realisiert werden. 

Mit dieser Neuauflage unter dem Titel Smart Cities, Climate Action & Circular Economy hat das Programm somit seinen Adressatenkreis auf den Sozialsektor erweitert und berücksichtigt nun ausdrücklich auch Ansätze einer Kreislaufwirtschaft. Im Mittelpunkt des Programms stehen künftig nicht mehr nur Energieeffizienz, Mobilität und Stadtentwicklung, sondern auch die Wasserwirtschaft (Verteilungsnetze, Abwassersysteme, Dränage, Aufbereitung), die Müllwirtschaft (getrennte Abfallsammlung, Wertstofftrennung, biologische Aufbereitung und Aufbereitung von Klärschlämmen, Energieerzeugung) sowie E-Government (vor allem Open Data). Neben einem integrierten, innovativen und nachhaltigen Ansatz finden somit künftig auch die Themen Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz bei der Analyse und Bewertung der Projekte besondere Beachtung.

Mithilfe dieses neuen Programms wollen Belfius und EIB auch in Zukunft der Umbau der belgischen Städte zu Smart Cities aktiv fördern und so ein nachhaltiges Wachstum als Grundlage für Wohlstand und sozialen Fortschritt im Interesse der Bürgerinnen und Bürger und der Unternehmen fördern.