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    Teil 6 der Reihe „Das Erbe des EFSI“

    Der Europäische Fonds für strategische Investitionen, kurz EFSI, war ein Gamechanger – für EU-geförderte Konjunkturprogramme und für die Europäische Investitionsbank. In dieser Reihe erzählen wir die Geschichte des EFSI von 2015 bis 2020 und lassen dazu seine Protagonisten zu Wort kommen: den geschäftsführenden Direktor des Fonds, seine Stellvertreterin, Mitglieder des Investitionsausschusses und Menschen in ganz Europa, die vom EFSI profitieren.

    E-Book „Das Erbe des EFSI“ herunterladen.


    Die EIB-Gruppe bietet heute ein breiteres Spektrum von Finanzprodukten und Dienstleistungen für Unternehmen und andere Kunden an, die ohne den EFSI leer ausgegangen wären. Aus dem Wissen und der Erfahrung aus fünf Jahren EFSI können wir für die Zukunft schöpfen – bei neuen Garantieinstrumenten ebenso wie bei EIB-Finanzierungen auf eigenes Risiko.

    Projekte und ihre Wirkung transparenter machen und besser kommunizieren

    Bei allen künftigen EIB-Projekten werden wir die „Zusätzlichkeit“ deutlicher herausstellen und uns stärker auf Bereiche konzentrieren, in denen der Markt versagt oder suboptimale Investitionsbedingungen herrschen. Wir werden erklären, warum sich die EIB an einem Projekt beteiligt und was sie damit bewirkt. Und wir werden eine Terminologie dafür verwenden, die auch Dritten zugänglich ist (einschließlich dem Direktorium der Bank).

    Den „Gruppenansatz“ von Europäischer Investitionsbank und Europäischem Investitionsfonds vertiefen, in ihrer Tätigkeit, Berichterstattung und Kommunikation

    Projekte und Menschen

    Der EIF beteiligt sich an Frankreichs erstem Fonds für Forschungsausgründungen und fördert damit auch die Krebsforschung von Angelita Rebollo

    In ihrem Pariser Labor an der Université Pierre et Marie Curie unweit der Seine hat Angelita Rebollo eine Methode entwickelt, um bestimmte Funktionen von Proteinen zu blockieren, die eine gesunde Zelle in eine Krebszelle verwandeln. Die Therapie könnte Menschen mit unterschiedlichen Erkrankungen helfen. Erste Ergebnisse lassen erwarten, dass sie zunächst bei Eierstockkrebs und schweren Formen von Brustkrebs eingesetzt wird. Anders als die Chemotherapie, die starke Nebenwirkungen hat und auch viele gesunde Zellen angreift, zerstört Rebollos zielgerichtete Therapie nur die kranken Zellen.

    Die Wissenschaftlerin forscht seit 17 Jahren auf diesem Gebiet und arbeitete anfangs in Madrid, bis sie schließlich mit anderen Wissenschaftlern renommierter französischer Forschungseinrichtungen das Unternehmen PEP-Therapy gründete. Der Firmenname leitet sich aus den Molekülen her, die im Mittelpunkt ihrer Forschung stehen: Peptide, die in Zellen eindringen und auf sie einwirken. PEP-Therapy will auf dieser Grundlage neuartige Medikamente entwickeln, die Leben retten können. „Wir haben das Unternehmen gegründet, um die Früchte unserer Forschung vom Labortisch ans Krankenhausbett zu bringen“, erklärt Rebollo. „Wir wollen ein Molekül entwickeln, das vielen, vielen Menschen hilft.“

    PEP-Therapy erhielt eine Million Euro vom Quadrivium 1, der als erster französischer Beteiligungsfonds Startkapitalkapital in den Bereichen Life Sciences und digitale Technologien bereitstellt. Der Fonds investiert in Projekte, die aus rund einem Dutzend universitärer Forschungseinrichtungen in Frankreich hervorgehen. Es ist ein Modell, das wir von US-Universitäten kennen und mittlerweile auch aus dem Vereinigten Königreich. In Frankreich gab es das bislang noch nicht. „Es war nicht ganz einfach, dieses Konzept hier einzuführen“, meint Philippe Tramoy, der beim Quadrivium 1 für das Life-Sciences-Portfolio zuständig ist. „Wir sind die Ersten. Deshalb stehen wir unter Beobachtung – alle wollen sehen, ob es funktioniert.“

    Der Quadrivium 1 erhielt eine Kapitalspritze von 20 Millionen Euro vom Europäischen Investitionsfonds, abgesichert durch die EFSI-Garantie.

    Die ökonomische Seite der wissenschaftlichen Forschung ist Angelita Rebollo nicht entgangen. Immerhin gab sie ihre Stelle in Madrid auf, weil Forschungsgelder in Spanien knapp waren. In Paris kam sie erst nach Zwischenstationen in Deutschland und Belgien an. „Das Kapital aus dem Fonds hilft uns, die Entwicklung zu finanzieren“, erklärt sie. „Wir brauchten das Geld, um dieses Molekül zu finden – ein Molekül, das hoffentlich Leben retten wird.“

    Die wichtigste Botschaft lautet: Lasst den Markt sprechen

    ©TERMA

    Eine fassettenreiche Geschichte

    Covid-19 mag der EFSI-Story in den letzten Monaten noch ein Kapitel hinzugefügt haben. Doch schon vorher gab es unzählige Möglichkeiten, die Geschichte dieses gewaltigen Unterfangens zu erzählen.

    So wie wir etwa, über die persönlichen Erfahrungen von Menschen in ganz Europa, die ihren Job einem EFSI-geförderten Projekt verdanken.

    Oder anhand einer Karte von Europa – über Projekte von Las Palmas auf den Kanarischen Inseln, wo die EIB mit dem EFSI neue, saubere Busse finanzierte, bis Estland im hohen Norden. Dort erhielt Skeleton Technologies einen Kredit mit EFSI-Garantie für seine Forschung an Energiespeichern und Ultrakondensatoren. Die Karte könnte sogar bis ins All reichen: Das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB erhielt einen EFSI-Kredit für die Entwicklung elektrisch angetriebener Satelliten.

    Man könnte die Geschichte des EFSI auch am Lauf des Lebens erzählen, beginnend mit der EFSI-Finanzierung für Jennewein Biotechnologie und seine Produktion von synthetischem Muttermilchzucker. Weiter geht es mit Science4You, das in Portugal pädagogisches Spielzeug herstellt. Danach folgen Schulprojekte, wie die Finanzierung für eine PPP für staatliche Schulen in Finnland. Und schließlich hat der EFSI auch im Kampf gegen den Tod geholfen – über eine Investition in eine PPP, die in Irland Zentren zur medizinischen Grundversorgung baut. Ebenso ließe sich das Erbe des EFSI an der Geschichte eines Unternehmens erzählen. Nicht wenige Start-ups und junge Unternehmen haben von Finanzierungen profitiert, die durch die EFSI-Garantie abgesichert waren. So wie etwa Winnow, das in seinem Forschungszentrum in Rumänien KI-Tools zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen entwickelt.

    Man könnte auch von Klein bis Groß gehen: Vom westdeutschen Familienbetrieb für Gießereimodellbau, der vom EIF eine Finanzierung mit EFSI-Garantie erhielt, bis zu EIB-Darlehen an Großkonzerne wie Ericsson, Telefonica und die Deutsche Telekom für den Aufbau des 5G-Netzes.

    Weitere Beispiele gefällig? Da wäre die Finanzierung von Ladestationen für E-Autos in Italien. Die Digitalisierung traditioneller Unternehmen in Spanien. Die Forschung in Frankeich an Hochleistungssaatgut für schädlingsresistente Nutzpflanzen. Oder der Bau von medizinischen Einrichtungen in den Niederlanden. All diese Beispiele illustrieren, wie der EFSI den Weg in die Zukunft weist, in ein Europa mit einer innovativen, nachhaltigen Wirtschaft.

    Eines ist allen EFSI-Geschichten gemein: Knappe öffentliche Mittel werden optimal genutzt, um Arbeitsplätze und Wachstum für die Menschen in Europa zu schaffen. Das Erbe des EFSI besteht in den Existenzen, die er sichert. Und in den Erkenntnissen, die die Politik für die nächste Krise daraus ziehen kann.