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    Worum geht es

    Mit bezahlbaren Krediten hilft die EU Sambias Landwirtinnen und Kleinbauern, sich an den Klimawandel anzupassen und ihr Geschäft auszubauen.

    Warum das wichtig ist

    In Sambia beschäftigt und ernährt die Landwirtschaft einen Großteil der Bevölkerung. Doch Klimaschocks und hohe Kreditzinsen erschweren Investitionen und bremsen das Wachstum.

    Die Story in Zahlen

    40 Mio. Euro: So viel vergibt die EIB Global über das Programm „Zambia Agriculture Value Chain Facility“ an einheimische Banken in Sambia, die damit Kredite für Landwirte und kleine und mittlere Agrarbetriebe bereitstellen.

    Kredite für eine krisenfeste Landwirtschaft in Sambia

    2024 war für Sambia das schlimmste Dürrejahr seit zwei Jahrzehnten. Kein Regen, keine Ernte. Und weil die Wasserkraftwerke weniger Energie lieferten, musste der Strom immer wieder abgeschaltet werden. Der sogenannte Lastabwurf soll das Stromnetz schützen, war aber ein großes Problem für die Kleinbauern. Sie konnten dadurch ihre Felder nicht bewässern und mit Pflanzenschutzmitteln behandeln.

    Auf der Matuka Farm in Mkushi im Norden Sambias wurde das zur echten Herausforderung. „Das schlimmste waren die Trockenperioden und die Stromabschaltungen“, erzählt Betriebsleiterin Joyce Nambeye. „Wir konnten unsere Felder nicht richtig bewirtschaften. Dadurch sind die Pflanzen vertrocknet oder krank geworden.“

    Ein besonders großes Problem für Kleinbauern und Landwirtinnen wie Nambeye ist der Zugang zu günstigen Krediten. Landwirtschaft gilt als besonders risikoreich. Viele Betriebe bekommen deshalb gar keinen Kredit oder nur zu sehr hohen Zinsen.

    Betriebsleiterin Joyce Nambeye an der Bewässerungsanlage der Matuka Farm

    Und genau hier kommt die Zambia Agriculture Value Chain Facility ins Spiel. Mit diesem Instrument hilft die EIB Global, Finanzierungslücken in einem der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes zu schließen. Die gemeinsame Initiative der Europäischen Investitionsbank und der Europäischen Kommission bietet:

    • langfristige Kredite, die auf die Investitionszyklen in der Landwirtschaft zugeschnitten sind
    • Finanzierungen für Bauernhöfe und kleine landwirtschaftliche Betriebe, die sonst kaum Kredite erhalten
    • Beratung zu Themen wie Bewässerung, Maschinen und klimaresistenten Anbaumethoden
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    Gefördert wurden unter anderem die Matuka Farm und die Galaunia Farm in der Hauptstadt Lusaka.

    „Entscheidend war für uns, dass wir den Kredit in US-Dollar aufnehmen konnten“, sagt Mark Lacey, der die Galaunia Farm leitet. „Denn wir verkaufen unseren Weizen und unsere Soja in Dollar und kaufen auch Maschinen und Betriebsmittel in Dollar. Ein Kredit in derselben Währung und zu einem viel günstigeren Zinssatz sichert unsere Gewinne. So können wir unser Team halten und auch den Menschen in der Umgebung etwas zurückgeben.“

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    Was die EIB für Sambias Landwirtschaft tut

    Die EIB Global, die für die Arbeit der Europäischen Investitionsbank außerhalb der EU zuständig ist, hat seit 2021 insgesamt 40 Millionen Euro an drei sambische Banken vergeben: die Zambia National Commercial Bank (ZANACO), die First Capital Bank und die Zambia Industrial Commercial Bank. Die drei Institute konnten dadurch mehr Kredite im Agrar- und Lebensmittelsektor vergeben. Und die Nachfrage ist hoch. ZANACO hat bereits alle Mittel vergeben.

    Ergänzend zu den Krediten an die Partnerbanken stellt die Europäische Union eine Portfolio-Garantie zur Risikoteilung. Sie soll private Unternehmen im sambischen Agrar- und Lebensmittelsektor stärken. Die Garantie ist eine Art Sicherheitsnetz. Sie senkt das Kreditrisiko für die Partnerbanken, sodass diese bereit sind, auch Kredite an kleinere oder risikoreichere Firmen zu vergeben. So fließt mehr Kapital an Kunden, die kaum Sicherheiten stellen können. Letztlich wird der Sektor dadurch auch für private Investoren attraktiver.

    Ergänzend dazu stärkt technische Hilfe aus EU-Mitteln die Kompetenzen der lokalen Partnerbanken. Sie lernen, Kredite gezielt an Agrarbetriebe zu vergeben. Parallel dazu werden Landwirtinnen und Kleinbauern geschult – etwa zu nachhaltigen Anbaumethoden oder dazu, wie sie ihre Produkte marktfähig machen.

    Was der Experte sagt

    Charmaine Lebese, Analystin der EIB Global

    Charmaine Lebese, Analystin der EIB Global, arbeitet mit Finanzinstituten in Südafrika zusammen.

    F: Warum sind Kredite so wichtig für die Ernährungssicherheit?
    A: Mit rund 80 Prozent der landwirtschaftlichen Produktion sind Kleinbauern das Rückgrat der sambischen Landwirtschaft. Dort sind bis zu 70 Prozent der Bevölkerung beschäftigt. Über kleine und mittlere Unternehmen haben diese Kleinbauern Zugang zu den Märkten. Die Unternehmen verarbeiten die landwirtschaftlichen Produkte und bringen die Wirtschaft voran. Aber dafür brauchen sie Kapital.

    F: Welche Rolle spielen EU-Programme dabei?
    A: Die Kleinbauern steigern mit dem Geld ihre Produktion und exportieren sogar nach Europa. Im Gegenzug importieren sie Landmaschinen. Genau auf solche Win-win-Effekte ist die Global-Gateway-Strategie ausgerichtet.

    Das EIB-Team mit Charmaine Lebese (Dritte von links) beim Besuch auf der Galaunia Farm

    Was ist Global Gateway?

    Mit der Global-Gateway-Strategie fördert die EU Investitionen in nachhaltige Entwicklung und bessere Verbindungen weltweit. Im Mittelpunkt stehen Digitalisierung, Klimaschutz, Energie, Verkehr, Gesundheit, Bildung und Forschung.

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    Konkrete Wirkung

    Für Kreditnehmer wie Amadeus International ist die Wirkung unmittelbar spürbar.

    „Als ich bei ZANACO von dem EIB-Angebot erfuhr, haben wir ein paar Unterlagen ausgefüllt und unsere Einnahmen und Ausgaben vorgelegt. Und kurz danach bekamen wir schon den Kredit“, erzählt Geschäftsführer Rajendra Patel.

    „Mit dem Geld haben wir zusätzliche Bewässerungsanlagen gebaut. Jetzt können wir eine größere Fläche bewirtschaften und zweimal im Jahr ernten. Wir sind besser gegen Dürren gewappnet und verdienen mehr.“

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    Traktor auf dem Feld von Amadeus

    Die wichtigsten Fakten

    • Die EIB Global hat 40 Mio. Euro an drei lokale Partnerbanken in Sambia vergeben
    • Bis zu 70 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten in der Landwirtschaft
    • Das Finanzierungsprogramm entspricht der Global-Gateway-Strategie der EU

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