Ein halbes Jahrhundert ging nichts voran – bis sich die EIB am Bau des modernsten Klinikums in Serbien beteiligte.

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Srbijanka Stojanović erinnert sich noch gut an die Zeit, als sie als Krankenschwester in Niš anfing. Damals gab es große Pläne für ein neues, hochmodernes Krankenhaus in Serbiens drittgrößter Stadt. 1970 ging es auch los mit dem Bau, doch nach vielen Verzögerungen wurde das Projekt auf Eis gelegt – für 30 Jahre.

Seit Dezember 2017 hat Niš nun endlich ein neues Klinikum. Es ist das modernste Krankenhaus Serbiens. Und eine der ersten Patientinnen war im April dieses Jahres Srbijanka Stojanović, die mittlerweile in Rente ist. „Ich kam in die Notaufnahme, wo gleich ein Arzt da war“, erzählt sie. „Die haben sich so gut um mich gekümmert.“

Was lange währt ...

Der Startschuss für den Bau des neuen Krankenhauses fiel 2013. Mit einem 430 Millionen Euro schweren Investitionsprogramm wurden die Planung, der Bau, die Sanierung und die Ausstattung von Kliniken im ganzen Land finanziert. Ziel: die Gesundheitsversorgung in Serbien verbessern und sie für die Menschen besser erreichbar machen. Die Europäische Investitionsbank beteiligte sich mit 200 Millionen Euro an dem Programm, unter das neben Niš auch Kliniken in Belgrad, Novi Sad und Kragujevac fallen.

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In Niš ist auf 45 000 Quadratmetern ein Klinikum mit 17 Operationssälen und mehr als 600 Betten entstanden. Seine intelligente Gebäudetechnik wird von einem Kontrollraum aus gesteuert, der im Notfall autonom funktioniert. Die EIB finanzierte mit 33 Millionen Euro den Bau des Krankenhauses und Sanierungsarbeiten, der serbische Staat gab 16 Millionen Euro für die medizinische Ausstattung dazu.

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„Ich profitiere sehr von den neuen Geräten, das ist unbezahlbar“, sagt Dr. Goran Stanojević, Chirurg im neuen Krankenhaus. „Wir arbeiten jetzt seit einigen Monaten unter besten Bedingungen. Gerade Schwerstfälle können wir viel besser behandeln, sodass die Patienten wieder gesund werden – und das ist das Wichtigste.“

Eine bessere Versorgung für 2,5 Millionen Menschen

Niš liegt 200 Kilometer südlich von Belgrad und hat knapp 200 000 Einwohner. Doch nicht nur für die Stadt ist das neue Klinikum da, sondern auch für rund 2,5 Millionen Menschen im Südosten Serbiens.

Früher wurden die Patienten oft nach Belgrad geschickt, weil in Niš die notwendigen Geräte fehlten. „Aber mit der modernen Ausstattung, die wir jetzt haben, sind die Wartelisten deutlich kürzer geworden“, freut sich der Radiologe Dr. Milan Simić. „Aus Niš muss jetzt keiner mehr nach Belgrad – vielleicht kommen die Leute von dort stattdessen bald zu uns.“

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Neue Chancen für Fachkräfte in der Medizin

Von dem neuen Klinikum haben nicht nur die Patienten etwas. „Wir wollen ein modernes Arbeitsumfeld schaffen, damit junge Ärzte und Pflegekräfte im Land bleiben“, erklärt Anna Solecki, die das Projekt als Kreditreferentin bei der EIB betreut. Das ist besonders wichtig, weil das neue Klinikum auch das Lehrkrankenhaus für die medizinische Fakultät der Universität Niš ist. „Die Studierenden sollen die Möglichkeit haben, an modernen Geräten zu lernen“, sagt Solecki, „aber noch wichtiger ist es, das serbische Gesundheitssystem auf einen guten europäischen Standard zu bringen.“

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„In all den Jahren habe ich nicht so gute Bedingungen gehabt. Als Radiologe weiß ich es sehr zu schätzen, dass ich mit diesen hochmodernen Geräten arbeiten kann. Davon habe ich immer geträumt“, schwärmt Simić.

Das Projekt passt auch zur Resilienzinitiative der EIB, die eine bessere und gleichmäßigere Grundversorgung im Westbalkan anstrebt und sich für den sozialen Schutz der Menschen einsetzt.

Srbijanka Stojanović freut sich besonders über den Komfort für operierte Patienten: „Ein Doppelzimmer mit eigenem Bad ist etwas ganz Besonderes. Man ist hier wie in einem Hotel untergebracht. Das Klinikum ist so wertvoll für Niš, es ist wirklich großartig.“