Das Connected-Schools-Projekt schafft gleiche digitale Bildungschancen für Kinder in ganz Serbien

Ein modernes Lernumfeld in Schulen gehört zu den Voraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes und seine Anpassungsfähigkeit an globale Probleme. Mit dem Connected-Schools-Projekt hat Serbien über 3 800 Schulen mit Highspeed-Internet ausgestattet. Dadurch können über 730 000 Schülerinnen und Schüler und 100 000 Lehrpersonen in einem modernen, digitalen Umfeld arbeiten.  

„Wir wollten die Kinder dazu motivieren, digitale Kompetenzen im Schulalltag zu nutzen, um damit Bildung und Forschung zu stärken. So halten wir mit der vierten industriellen Revolution Schritt und schaffen gleichzeitig ein sicheres digitales Umfeld“, erklärt Mihailo Jovanović, serbischer Minister für Information und Telekommunikation.

Gleiche Chancen für die Menschen in Serbien

In über 1 800 Klassenzimmern in Grund- und weiterführenden Schulen im ganzen Land wurden drahtlose Highspeed-Internetverbindungen installiert, davon 1 000 ultraschnelle Glasfaserverbindungen mit einer Übertragungskapazität von über 300 Megabit pro Sekunde.

„Das Projekt soll in allen Regionen Serbiens gleiche Entwicklungsmöglichkeiten schaffen, damit alle Jugendlichen und Kinder unabhängig von ihrem Wohnort Zugang zu denselben Chancen und Kompetenzen haben, wie ihre Altersgenossen in modernen digitalen Gesellschaften“, erklärt Jovanović.

Das Connected-Schools-Programm hat ein Darlehen der EIB Global von 70 Millionen Euro erhalten, kombiniert mit einem Zuschuss von 1,2 Millionen Euro für technische Hilfe für eine effiziente Umsetzung. Neben der Installation von drahtlosen lokalen Netzen und moderner IT-Ausstattung wie Laptops, Projektoren und Drucker umfasst das Projekt auch digitale Schulungen für die Lehrpersonen und die Schülerinnen und Schüler.



Digitale Chancen für junge Menschen

„Die Politik hat die große Verantwortung, unseren Kindern die Möglichkeiten zu geben, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Sie sollen die Jobs der Zukunft bekommen und sich gegen die hellsten Köpfe weltweit behaupten können“, erklärt die serbische Ministerpräsidentin Ana Brnabić.

„Wir eröffnen neue, digitale Wege. Damit möchten wir Bedingungen schaffen, die es allen Personen ermöglichen, an ihrem Geburts- oder Wohnort zu bleiben“, sagt sie.

Digitale Kompetenzen bereiten junge Menschen auf den Arbeitsmarkt vor und stoppen den Braindrain, der ein schnelles Wirtschaftswachstum in Serbien und im Westbalkan behindert. Ein erheblicher Anteil der Bevölkerung dort lebt bereits im Ausland, und 37 Prozent ziehen dies in Betracht (Balkan Barometer 2021). Zudem gibt es ein Missverhältnis zwischen den beruflichen Anforderungen und den vermittelten Kompetenzen, was zusätzliche Lücken am Arbeitsmarkt schafft.

Früh anfangen lohnt sich

„Das Projekt unterstützt das nationale digitale Bildungsprogramm, indem es die digitale Infrastruktur und das Lehrmaterial verbessert und die Kompetenzen stärkt. Ein früher Erwerb von grundlegenden und später fortgeschrittenen digitalen Kompetenzen gibt enorme Impulse für Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und das Streben nach einer gerechten Gesellschaft in Serbien“, sagt Alessandro Bragonzi, Leiter des Regionalbüros der EIB für den Westbalkan.

„Gleichzeitig entwickelt sich digitale Kompetenz schrittweise zu einem entscheidenden Kriterium der Beschäftigungsfähigkeit. Bereits 90 Prozent der beruflichen Aufgaben in Europa erfordern grundlegende digitale Kenntnisse, und mit der Beschleunigung der Digitalisierung und der KI wird diese Zahl steigen“, so Bragonzi.

Seit 2020 hat die EIB Global 200 Millionen Euro in Projekte zur Digitalisierung der Wirtschaft, des Bildungssektors und kleiner Unternehmen in Serbien investiert.