Borislav Bonev glaubte zunächst nicht an eine Chance auf einen Job in der bulgarischen Pharmabranche. Dank der Bank der EU arbeitet er heute bei Biovet in Peschtera.


  Намерих си работа: Заетост в новите технологии в България


Als Borislav Bonev in Sofia Biotechnologie studierte, war er keineswegs sicher, in Bulgarien einen passenden Job zu finden. Das Angebot in seiner Fachrichtung ist mager.

„Wer wie ich einen Job in der Pharmaproduktion sucht, hat es schwer“, bedauert der 26-Jährige aus dem südbulgarischen Plowdiw. „In dem Bereich gibt es nicht viele Firmen – weder in Bulgarien noch anderswo.“

Zum Glück expandierte der Pharmahersteller Biovet in Peschtera, 120 Kilometer südöstlich von Sofia. Dort startete Bonev 2014 ein Praktikum als Schichtleiter und „Technikexperte“. Nach kurzer Zeit bekam er eine Festanstellung. Heute kümmert er sich um die Technik einer neuen Fermentationsanlage in der Unternehmenszentrale in Peschtera.

„Jeden Tag lerne ich etwas Neues. So kann ich mein Fachwissen zu verschiedenen Themen ausweiten. Ein Bürojob hat mich nie interessiert.“

Bulgarisches Pharmaunternehmen expandiert mithilfe der Bank der EU

Für seine Expansionspläne bekam Biovet von der Europäischen Investitionsbank einen Kredit über 100 Millionen Euro. Das Unternehmen, eine Tochter des weltweit tätigen Pharmakonzerns Huvepharma, ist ein führender Hersteller von Tierarzneimitteln. Biovet gehört zu den ersten bulgarischen Unternehmen, die aus dem Europäischen Fonds für strategische Investitionen unterstützt werden. Der Fonds fördert Vorhaben innovativer Unternehmen.

Biovet hat gut 2 000 Beschäftigte. Durch den neuen Kredit kommen noch über 200 dazu. Bonev ist sich ziemlich sicher: „Ohne die Hilfe von Einrichtungen wie der Europäischen Investitionsbank wären Expansionen wie unsere nicht machbar.“

Sein Arbeitsplatz ist einer von Millionen, die mithilfe der Europäischen Investitionsbank entstanden sind. Allein die 2017 von der EIB-Gruppe finanzierten Investitionen werden bis 2021 in der EU viel bewirken: Sie dürften das Bruttoinlandsprodukt um 1,1 Prozent steigern und 1,2 Millionen Jobs schaffen. Selbst 2036 werden sie das BIP noch um 0,7 Prozent erhöhen und 650 000 weitere Arbeitsplätze ermöglichen.

>@Biovet
Borislav Bonev begann bei Biovet als Schichtleiter und „Technikexperte“. ©Biovet

Tiermedizin aus Bulgarien – Schlüssel in der Nahrungskette

Tierarzneimittel sind wichtig für eine sichere Nahrungskette. Medikamente für Tiere können Infektionen vorbeugen und gegen viele andere Erkrankungen helfen, wie etwa Floh- und Zeckenbefall, Tollwut, Diabetes und Krebs. Biovet will die Arzneimittelproduktion ausbauen und errichtet dafür zwei neue Anlagen: eine Fermentationsfabrik für Nahrungsergänzungs- und Arzneimittel für Mensch und Tier sowie ein Werk zur Herstellung von Tierimpfstoffen.

 „Für uns kommt es vor allem darauf an, wettbewerbsfähig zu bleiben. Das geht nur, wenn die Qualität unserer Produkte stimmt und wir genug davon herstellen“, erklärt Bonev. „Dazu müssen wir unsere Technologie, die Fabriken und alles andere ständig weiterentwickeln und verbessern. Ich lerne ständig etwas Neues – das ist es, was ich an meinem Job so mag.“