Suche starten DE menü Kundenportal der EIB-Gruppe
Suche starten
Ergebnisse
Top-5-Suchergebnisse Alle Ergebnisse anzeigen Erweiterte Suche
Häufigste Suchbegriffe
Meistbesuchte Seiten
KARNO

Die Europäische Investitionsbank (EIB) und der belgische Wärmenetz-Spezialist KARNO haben einen ELENA-Vertrag für den großflächigen Ausbau klimaneutraler Wärme- und Kältenetze unterzeichnet, die für die Energiewende wichtig sind.

ELENA ist ein Förderprogramm für Energieeffizienz-Projekte. Im Rahmen des Programms erbringt die EIB Beratungsdienste, die aus dem InvestEU-Programm der Europäischen Kommission finanziert werden.

Vor dem Hintergrund der Energie- und Klimakrise und Europas Abhängigkeit von Gasimporten erhält KARNO einen ELENA-Zuschuss von 2,97 Millionen Euro. Ziel ist der nachhaltige Ausbau von Wärmenetzen in Belgien und Luxemburg. Damit unterstreicht Europa die Bedeutung eines regulierten Modells für klimaneutrale Wärme, das KARNO in beiden Ländern umsetzen will. Der Zuschuss finanziert technische Hilfe für Machbarkeitsstudien, Projektmanagement, Energieaudits, technische Studien, Rechtsberatung und Unterstützung bei der Auftragsvergabe.

Für die EU leisten Wärmenetze einen wichtigen Beitrag zu mehr strategischer Autonomie. KARNO will lokal verfügbare erneuerbare Energieträger bündeln und so die Abhängigkeit von Gasimporten verringern. Gleichzeitig soll eine optimierte Stromnutzung dazu beitragen, dass weniger zusätzliche Energie erzeugt werden muss. Damit trägt das Unternehmen zum EU-Ziel einer gerechten Energiewende für alle bei.

KARNO will über einen Zeitraum von drei Jahren mit Investitionen von insgesamt 82,5 Millionen Euro parallel mehrere Netze aufbauen.

Regulierte Netze in der EU – von der Vision zur Realität

Der Vertrag unter dem ELENA-Programm, das Kommunen bei der Energiewende unterstützt, hilft KARNO beim Aufbau von Wärme- und Kältenetzen. In Belgien laufen bereits einige Projekte. KARNO folgt dabei den EU-Richtlinien, d. h. das Unternehmen ist im öffentlichen Raum tätig, holt Betriebsgenehmigungen ein und unterliegt der Aufsicht regionaler und nationaler Behörden. Zudem garantiert das Unternehmen den offenen Netzzugang und schützt die Endkunden.

Dieser regulierte Rahmen ermöglicht eine effiziente, gerechte Nutzung lokal verfügbarer Energiequellen. CO₂-freie Netze basieren hauptsächlich auf Erdwärme, Aquathermie, Abwärmenutzung (hohe und niedrige Temperatur) und Biomethanisierung. Moderne Verteilnetze minimieren Verluste, optimieren Temperaturen, gewährleisten langfristig eine gute Energieeffizienz und setzen auf viele verschiedene Energiequellen, um die Resilienz zu sichern.

Arnaud Latiers, Mitgründer von KARNO Arnaud Latiers

„KARNO war von Anfang an auf die Energiewende ausgerichtet. Wir wollen politische Visionen und Klimaziele mit zuverlässigen Energiesystemen umsetzen, die konkrete, messbare Ergebnisse liefern.

Ob Stadtviertel, Industriestandorte oder Wohnbauten – unsere aktuellen Projekte zeigen, dass die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung technisch ausgereift und wirtschaftlich sinnvoll ist. Der regulierte Rahmen sichert Investitionen, garantiert Servicequalität und schützt langfristig die Verbraucher.“

Mathieu Hallot, Energieexperte der EIB EIB

„ELENA unterstützt seit 2013 Energieeffizienzprojekte in Belgien, vor allem für Wohn- und Nichtwohngebäude. Über das EU4H-Projet von KARNO hilft ELENA nun beim Aufbau von Fernwärmenetzen in Belgien und Luxemburg.

Diese Netze dekarbonisieren die Wärmeerzeugung und fördern gleichzeitig die Elektrifizierung. Damit verbessern sie die Energiesicherheit.“

Grégory Meys, Mitgründer von KARNO Grégory Meys

„60 Prozent der CO₂-Emissionen in Städten gehen heute auf das Konto der Wärmeversorgung, und trotzdem wird Wärme immer noch hauptsächlich mit Gas erzeugt.

Unser Ziel sind nachhaltige, offene und wettbewerbsfähige Netze, die im großen Maßstab lokal verfügbare erneuerbare Energieträger einsetzen. Mit dem ELENA-Zuschuss können wir über einen Zeitraum von drei Jahren parallel mehrere Netze aufbauen. Damit wird aus Einzelprojekten eine echte Branchendynamik – gesteuert und überwacht von öffentlichen Behörden.“

 

Aktuelle Schlüsselprojekte für die Dekarbonisierung von Wärme


1. Kuebebierg, Luxemburg

Erstes großes, vollständig dekarbonisiertes Fernwärmenetz in Europa

Das neue Stadtviertel Kuebebierg gilt als europäisches Referenzprojekt. Der Fonds Kirchberg hat das Projekt an das Konsortium KARNO – Cordeel – Hydrogaz (KCH) vergeben. Auf 33 Hektar versorgt das Netz rund 3 500 Wohnungen, Schulen und Senioreneinrichtungen. Das sind insgesamt etwa 8 000 Menschen.

Die Infrastruktur basiert auf 21 Erdwärme-Hubs mit Tiefengeothermie und effizienten Wärmepumpen. Kuebebierg ist das bisher größte Projekt von KARNO. Es zeigt, dass sein technisch-wirtschaftliches Modell im großen Maßstab funktioniert. Das Modell ist reguliert, wettbewerbsfähig und lässt sich flexibel an den Bedarf anpassen Und es dient als Muster für ähnliche Projekte in anderen Ländern.

2. Be.SHARE im Maximilianpark, Brüssel

Stadtpark als Energiespeicher

KARNO bringt bei dem Projekt im Maximilianpark seine Expertise in ein CO2-armes Wärme- und Kältenetz ein. Mit oberflächennaher Geothermie wird der Untergrund zum Energiespeicher: Im Sommer gespeicherte Wärme wird im Winter genutzt. Und an heißen Sommertagen dient das Netz zur Kühlung. Es versorgt künftig im Quartier Nord Bürogebäude, Gebäude mit Mischnutzung und Sozialwohnungen und trägt zu weniger CO2-Emissionen und niedrigeren Energiekosten bei.

3. Parc d’Enhaive, Namur

Wallonische Hauptstadt setzt auf klimaneutrale Wärme für Wohngebäude

Thomas & Piron und UNIBRA bauen im Parc d’Enhaive ein Wärmenetz der fünften Generation mit offener Geothermie. Es versorgt künftig 391 Wohnungen und eine Schule mit Wärme und Kälte. Durch intelligentes Teilen von Energie entsteht ein nachhaltiges Stadtviertel mit geringer CO₂-Bilanz.

4. Aerospacelab und Sambrinvest, Charleroi

Größte Geothermieanlage in Wallonien für die Industrie der Zukunft

In Charleroi trägt KARNO mit 93 Erdwärmesonden in einer Tiefe von 140 Metern zur Dekarbonisierung der Industrie bei. Die Anlage soll die Megafactory von Aerospacelab versorgen. Das Projekt zeigt, dass Geothermie den Wärmebedarf der Hightech-Industrie decken und gleichzeitig die CO2-arme Reindustrialisierung fördern kann.

5. MontLégia und LégiaPark, Lüttich

Geothermie für Wohnen und Gesundheit

MontLégia versorgt bereits etwa 100 Wohnungen mit Erdwärme. Nun soll das Projekt auf den LégiaPark und weitere Standorte ausgeweitet werden. KARNO arbeitet hier mit dem Bauträger D2B, dem Bauunternehmen Thomas & Piron und SPW Énergie zusammen. Das Projekt zeigt, wie sich Fernwärmenetze bei der Transformation von Krankenhauskomplexen und Wohngebieten einbinden lassen.

6. Matexi, Jodoigne

Erstes Erdwärmenetz für ein privates Wohnbauprojekt in Belgien

In der Stadt Jodoigne baut KARNO ein Wärmenetz für 140 neue Wohnungen. Das Projekt entsteht zusammen mit SPW Énergie und zeigt, dass in Wallonien auch mittelgroße Städte klimaneutral mit Wärme versorgt werden können, nicht nur Metropolen.

7. Fleurus

Erneuerbare Wärme aus Biomethanisierung

In Fleurus versorgt ein städtisches Fernwärmenetz mit hohen Temperaturen (85 °C–65 °C) 120 Wohnungen und das neue Gebäude der Gemeindeverwaltung. An dem Projekt, bei dem Wärme vor Ort in einer Biomethanisierungsanlage gewonnen wird, sind Cinergie, die interkommunale Energiegemeinschaft CENEO und die Gemeinde Fleurus beteiligt. Fleurus zeigt, wie sich die Verwertung organischer Abfälle in die Wärmeversorgung integrieren lässt.

8. Nivelles

Wärmenetze für Gewerbegebiete

In den Gewerbegebieten von Nivelles entstehen derzeit zwei Wärmenetze. Diese Projekte zeigen, wie sich mit dem regulierten Modell der Energiebedarf von Unternehmen bündeln lässt. Das macht Gewerbegebiete wettbewerbsfähiger und verbessert gleichzeitig ihre CO2-Bilanz.

9. Edenya – zehnter Themenbereich im Zoo Pairi Daiza, Brugelette

Dekarbonisierung für mehr Biodiversität und klimafreundliche Tier- und Freizeitparks

Im Zoo Pairi Daiza gewährleistet KARNO die CO2-arme Wärmeversorgung für das Tropenhaus Edenya. Auf einer vier Hektar großen Fläche herrscht ganzjährig Äquatorialklima – bei deutlich geringerer Umweltbelastung und ganz im Sinne der Naturschutzmission des Parks. Die Erdwärme kommt aus etwa 100 Metern Tiefe. Ihre natürliche Temperatur liegt bei durchschnittlich 14 °C und steigt bei weiteren 100 Metern um 3 °C. Dank dieser unerschöpflichen, sauberen Energiequelle herrscht in Edenya ganzjährig tropisches Klima – ganz ohne Öl und Gas. Das Projekt wurde zusammen mit dem Ingenieurbüro Resolia und SPW Énergie realisiert.

10. Anderlecht, Brüssel

Wärme- und Kältenetz der 5. Generation

In Anderlecht entwickelt KARNO ein Wärme- und Kältenetz der 5. Generation, das mit Erdwärme läuft. Das Netz versorgt 160 Wohnungen, 1 000 m² Gewerbeflächen und 500 m² Gemeinschaftseinrichtungen. Das Niedertemperatur-Netz in Anderlecht ist ein Beispiel dafür, wie sich regulierte Infrastruktur nahtlos in dichtes Stadtgefüge einbinden lässt und Wärme- und Kälteversorgung mit minimalem CO2-Ausstoß bietet.

Pressekontakte:

Karno: Mathias Langre | communication@karno.energy | +32 490/30 57 00
Europäische Investitionsbank: Tim Smit | t.smit@eib.org | +352 691 286423