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In den nächsten neun Jahren könnten weltweit alle Menschen Zugang zu sauberer, bezahlbarer Energie haben, wenn die Länder moderat mehr investieren würden. Das geht aus neuen, in dieser Woche veröffentlichten Berichten der Vereinten Nationen hervor. Mit jährlichen Investitionen von rund 35 Milliarden US-Dollar könnten 759 Millionen Menschen einen Zugang zu Elektrizität bekommen, und 25 Milliarden US-Dollar pro Jahr könnten 2,6 Milliarden Menschen bis 2030 ein umweltfreundliches Kochen ermöglichen.

Der vorgeschlagene globale Fahrplan zeigt konkret, wie die Energieversorgung bis 2030 weltweit sauber und bezahlbar und bis 2050 emissionsneutral werden soll. In virtuellen Foren mit wichtigen Akteuren auf Ministerebene wurden diese Woche detaillierte Empfehlungen zu fünf Schwerpunkten vorgestellt, um Maßnahmen im Vorfeld des „High-Level Dialogue on Energy“ im September 2021 anzustoßen.

Der vorgeschlagene Fahrplan wird in den „High-Level Dialogue on Energy“ im September einfließen und in der politischen Gipfelerklärung berücksichtigt. Er beruht auf Berichten von fünf technischen Arbeitsgruppen, in denen seit März mehr als 160 Fachleute unter Leitung von 16 UN- und internationalen Organisationen zusammengearbeitet haben. Die fünf Schwerpunktbereiche sind:

  • Zugang zu Energie
  • Energiewende
  • Verwirklichung der UN-Entwicklungsziele (SDG) durch eine gerechte Energiewende für alle
  • Innovation, Technologie und Daten
  • Finanzierung und Investitionen

Die Europäische Investitionsbank war gemeinsam mit der Internationalen Energie-Agentur, der International Finance Corporation und der UN-Wirtschaftskommission für Afrika federführend an dem Bericht „Finance and Investment“ beteiligt.

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Mit Blick auf die Energieziele für 2030 und 2050 wird darin empfohlen, die Investitionen in saubere Energien bis 2030 auf fünf Billionen US-Dollar jährlich zu verdreifachen. Um diese Mittel zu mobilisieren und private Investoren anzuziehen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: den verstärkten Einsatz von Blended-Finance-Mechanismen und multilateralen Portfoliogarantien in Verbindung mit ergebnisorientierter Finanzierung, Risikoteilungsmodellen und kommerzieller Finanzierung, sowie den Abbau regulatorischer Hürden.

Der Bericht enthält neun Empfehlungen, wie diese Finanzströme ausgeweitet werden können. Sie beziehen sich auf vier vorrangige Ziele:

  • Fortschritte auf dem Weg zu einem für alle gerechten, nachhaltigen Aufschwung und Mobilisierung finanzieller Ressourcen für entwickelte und sich entwickelnde Märkte
  • Ausrichtung der Finanzströme auf das Pariser Abkommen, das UN-Entwicklungsziel Nr. 7 und das Ziel der Emissionsneutralität
  • Unterstützung lokaler Finanzmärkte und Intermediäre in vielen Ländern sowie Zusammenarbeit von öffentlichem Sektor und Privatwirtschaft
  • Aufbau einer robusten Pipeline von Projekten für saubere Energie, die über Risikoteilungsmodelle privates Kapital anziehen

Auf dem Themenforum auf Ministerebene am 25. Juni nahm EIB-Präsident Werner Hoyer an der offiziellen Vorstellung des Berichts über Finanzierung und Investitionen teil. Er dankte den Partnern der EIB und legte die Ziele der EIB für Klimaschutz und Energie dar.