- Neue Absichtserklärung soll strategische Investitionen in Italien beschleunigen
- Ziel ist engere Zusammenarbeit bei Infrastruktur, kleinen und mittleren Unternehmen, Klimaschutz und wirtschaftlicher Resilienz
- Vereinbarung ermöglicht mehr gemeinsame Initiativen in Italien; über EIB Global auch außerhalb der EU
Die Europäische Investitionsbank-Gruppe (EIB-Gruppe) – bestehend aus der Europäischen Investitionsbank (EIB) und dem Europäischen Investitionsfonds (EIF) – und die italienische Förderbank Cassa Depositi e Prestiti (CDP) haben heute ihre Absichtserklärung erneuert. Demnach wollen beide Einrichtungen ihre strategische Zusammenarbeit verstärken, um die langfristige Entwicklung Italiens und die Ziele der EU zu fördern. Die Absichtserklärung wurde im Rahmen des EIB-Forums in Luxemburg von EIB-Vizepräsidentin Gelsomina Vigliotti, der geschäftsführenden Direktorin des EIF Marjut Falkstedt sowie dem CEO und General Manager der Cassa Depositi e Prestiti Dario Scannapieco unterzeichnet. Anwesend war auch die Präsidentin der EIB-Gruppe Nadia Calviño. Damit bekräftigen beide Seiten ihren Willen, in einem für Europas Investitionsagenda entscheidenden Moment noch enger zusammenzuarbeiten.
Mit der neuen Vereinbarung knüpfen beide Seiten an ihre erfolgreiche Zusammenarbeit unter der 2022 unterzeichneten Absichtserklärung an und weiten ihre gemeinsamen Initiativen für wirkungsstarke öffentliche und private Investitionen in Sektoren aus, die für Italiens Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit entscheidend sind: soziale und nachhaltige Infrastruktur, Innovationen, Digitalisierung, Klimaschutz und Klimaanpassung, Unterstützung für kleine, mittlere und Midcap-Unternehmen, wirtschaftliche Sicherheit und strategische Autonomie sowie Zusammenhalt mit Schwerpunkt auf Regionen, die besonders dringend gezielte Unterstützung brauchen.
EIB-Vizepräsidentin Gelsomina Vigliotti: „Die Erneuerung dieser Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt für unsere Partnerschaft mit der CDP. So können wir die italienische Wirtschaft noch besser unterstützen. Wir bündeln unser Know-how, unsere finanziellen Ressourcen und unsere langfristige strategische Vision und fördern Schlüsselprojekte für Klimaschutz, digitale Transformation, soziale Infrastruktur und Unternehmen. Gemeinsam sind wir besser in der Lage, aktuelle und künftige Herausforderungen zu bewältigen und zu einem nachhaltigen, resilienten und inklusiven Wachstum beizutragen.“
Dario Scannapieco, CEO und General Manager der Cassa Depositi e Prestiti: „Europa ist ein Kraftzentrum und spielt auf der internationalen Bühne eine wichtige Rolle. Deshalb müssen wir geschlossen handeln. Durch unsere langjährige Zusammenarbeit mit der EIB können wir wirkungsstarke Initiativen skalieren und mehr finanzielle Ressourcen dort einsetzen, wo sie langfristig einen wirtschaftlichen und sozialen Nutzen bringen. Die CDP hat die Aufgabe, strukturelle Veränderungen frühzeitig zu erkennen und strategische Visionen in konkrete Investitionen umzusetzen – für ein nachhaltiges, resilientes Wachstum über die Landesgrenzen hinaus. Mit der neuen Vereinbarung gelingt uns das noch besser.“
Die Absichtserklärung entspricht dem Strategieplan 2025–2027 der CDP und dem Strategie-Fahrplan 2024–2027 der EIB-Gruppe. Sie liefert einen umfassenden Rahmen für die Zusammenarbeit, um Projekte in Italien und anderen Ländern noch besser zu planen und umzusetzen. Beide Banken wollen regionale, nationale und EU-Mittel optimal nutzen – unter anderem über Beratungsplattformen, EU-Mandate und Finanzinstrumente, InvestEU und weitere Mechanismen für hochwertige, zukunftsfähige Investitionen in Italien.
Ziel ist ein abgestimmtes Handeln. Das betrifft die Entwicklung neuer Kreditmodelle, umfassendere Beratungsdienste und schnellere Investitionen in vorrangigen Bereichen. Dabei wird darauf geachtet, dass alle Maßnahmen den nationalen und europäischen Strategien entsprechen. Die Zusammenarbeit gilt auch für die EIB Global, den Geschäftsbereich Entwicklung der EIB. Dabei liegt der Fokus auf wirkungsstarken Initiativen in Partnerländern und auf Maßnahmen, mit denen Italien seinen internationalen Verpflichtungen in den Bereichen Klimaschutz, nachhaltige Infrastruktur, Grundversorgung und Förderung des Privatsektors nachkommt.
Im Rahmen ihrer noch engeren Zusammenarbeit wollen beide Seiten den regelmäßigen strategischen Informationsaustausch koordinieren. Die Absichtserklärung sieht auch den Personalaustausch und Studienbesuche vor, um das institutionelle Wissen zu erweitern und auf operativer Ebene Synergien stärker zu nutzen.
Hintergrundinformationen
EIB-Gruppe
Die EIB-Gruppe ist der Finanzierungsarm der Europäischen Union und eine der weltgrößten multilateralen Entwicklungsbanken. Ihre Anteilseigner sind die 27 Mitgliedstaaten. 2025 unterzeichnete die EIB-Gruppe 100 Milliarden Euro an neuen Finanzierungen und Beratung für mehr als 870 wirkungsstarke Projekte in acht Kernbereichen, die die strategischen Ziele der EU unterstützen: Klima und Umwelt, Digitalisierung und technologische Innovationen, Sicherheit und Verteidigung, territorialer Zusammenhalt, Landwirtschaft und Bioökonomie, soziale Infrastruktur, starke globale Partnerschaften sowie die Spar- und Investitionsunion. Neben der Vergabe langfristiger Darlehen für große Infrastrukturprojekte mobilisiert die EIB-Gruppe privates Kapital für risikoreiche innovative Projekte und Unternehmen. Auf den europäischen Märkten für Venture Debt, Risikokapital, Garantien und Verbriefungen kommt ihr eine wachsende Bedeutung zu.
Der EIF ist die auf Garantien und Eigenkapitalbeteiligungen spezialisierte Tochtergesellschaft der EIB-Gruppe und erleichtert kleinen und mittleren Unternehmen sowie Start‑ups europaweit den Zugang zu Finanzierungen. Als Ankerinvestor mobilisiert der EIF über sein breites Netz von Partnerbanken und Investmentfonds privates Kapital und stärkt das Risikokapital‑Ökosystem der EU, um innovative Unternehmerinnen und Unternehmer in Europa zu fördern.
2023 lancierte der EIF gemeinsam mit sechs Mitgliedstaaten (Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Belgien und Niederlande) die European Tech Champions Initiative, einen Dachfonds zur Förderung innovativer Start-ups. Stand Februar 2026 wurden mit dieser Initiative bereits 13 europäische Risikokapital-Megafonds und das Scale-up von 38 Unternehmen unterstützt, darunter elf Unicorns (Start-ups mit einem Marktwert von über 1 Milliarde Euro). Fotos vom Sitz und vom Management der EIB-Gruppe, Logos und unser B-Roll-Video finden Sie auf unserer Website.
Cassa Depositi e Prestiti
Die Cassa Depositi e Prestiti (CDP) ist Italiens Förderbank und unterstützt seit 1850 die Wirtschaft des Landes. Sie soll die Entwicklung der Industrie und Infrastruktur in Italien voranbringen und damit zum wirtschaftlichen und sozialen Wachstum beitragen. Im Mittelpunkt steht eine nachhaltige Entwicklung auf lokaler Ebene. Dazu unterstützt die CDP italienische Unternehmen auf ihrem Innovations- und Wachstumskurs, auch international. Gebietskörperschaften steht sie bei der Umsetzung von Infrastrukturprojekten und der Verbesserung öffentlicher Versorgungsdienste mit Finanzierungs- und Beratungsleistungen partnerschaftlich zur Seite. Die CDP beteiligt sich aktiv an Initiativen der internationalen Zusammenarbeit für Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Cassa Depositi e Prestiti finanziert sich vollständig aus privaten Quellen, durch Postsparbücher und Postsparbriefe sowie durch Emissionen an den in- und ausländischen Kapitalmärkten.
InvestEU
Das InvestEU-Programm mobilisiert umfangreiche private und öffentliche Mittel für langfristige Finanzierungen in der EU, um die Wirtschaft nachhaltig zu stärken. Es stößt auch private Investitionen an, die zu EU-Zielen wie dem europäischen Grünen Deal und dem digitalen Wandel beitragen. InvestEU vereint alle bisherigen EU-Instrumente zur Förderung von Investitionsprojekten in Europa unter einem Dach und macht ihre Finanzierung dadurch einfacher, effizienter und flexibler. Das Programm hat drei Bausteine: den InvestEU-Fonds, die InvestEU-Beratungsplattform und das InvestEU-Portal. Der InvestEU-Fonds wird von Durchführungspartnern umgesetzt, die bei der Kreditvergabe auf die EU-Haushaltsgarantie von 26,2 Milliarden Euro zurückgreifen können. Diese Garantie erhöht die Risikotragfähigkeit der Partner und mobilisiert so mindestens 372 Milliarden Euro an zusätzlichen Investitionen.