- Neues Rekordvolumen für Polen; EU-Förderbank ist seit über 30 Jahren im Land tätig
- Bisher größter Beitrag zu Energiewende- und Verkehrsprojekten
- EIB ist größter Geldgeber für Polens Offshore-Windanlagen
- Erste Finanzierungen von 2026 fördern Wettbewerbsfähigkeit in Landwirtschaft und Verteidigungsindustrie
Die EIB-Gruppe hat 2025 in Polen neue Finanzierungen von 8 Milliarden Euro unterzeichnet. Damit erreichte die EU-Förderbank, die seit über 30 Jahren in Polen tätig ist, eine neues Rekordvolumen. Mehr Mittel denn je flossen in kritische Infrastrukturprojekte, die die Energiewende und den Ausbau des Verkehrsnetzes voranbringen. Parallel dazu erhöhte die EIB-Gruppe ihre Unterstützung für technologische Innovationen, die die Wirtschaft wettbewerbsfähiger machen.
Für den Bau von Offshore-Windparks stellte die EIB 2 Milliarden Euro bereit. Damit ist sie in Polen der größte Geldgeber dieser boomenden Branche. Insgesamt unterstützte sie vergangenes Jahr mehr als 100 Investitionsprojekte im Gesamtwert von 22,8 Milliarden Euro. Das entspricht 2,5 Prozent des polnischen Bruttoinlandsprodukts.
EIB-Vizepräsidentin Teresa Czerwińska: „Von Windparks in der Ostsee über Straßen und Bahnlinien im Südosten Polens bis hin zu innovativen KI-Lösungen – die EIB-Gruppe hat 2025 einen neuen Rekord aufgestellt und 8 Milliarden Euro für strategische Projekte vergeben, die die Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Resilienz stärken. Damit machen wir Polen stärker und sicherer. Und 2026 wurden bereits zwei neue Vereinbarungen unterzeichnet, die unser kontinuierliches Engagement bekräftigen. Mehr als eine halbe Milliarde Euro sollen in Polens Landwirtschaft und ländliche Entwicklung fließen sowie in die Verteidigungsbranche. Polen gehört zu den größten Mittelempfängern der EIB-Gruppe. Mit jedem Euro, den wir investieren, mobilisieren wir wichtiges privates Kapital.“
2025 investierte die EIB-Gruppe in Polen 40 Prozent mehr als im Jahr zuvor und fast 25 Prozent mehr als im Pandemiejahr 2021, als sie den Rekordbetrag von 6,5 Milliarden Euro bereitstellte. Insgesamt hat die EIB-Gruppe landesweit bereits über 100 Milliarden Euro vergeben.
Finanz- und Wirtschaftsminister Andrzej Domański: „Mit den Finanzierungen der EIB-Gruppe im Rekordvolumen von 8 Milliarden Euro bringen wir Investitionen auf den Weg, die 2,5 Prozent unseres BIP entsprechen. Das zeigt, dass wir die Entwicklung unseres Landes modern und verantwortungsvoll mitgestalten und dabei dynamisches Wachstum mit Innovationen, Energiewende und makroökonomischer Stabilität verbinden.“
Kritische Infrastruktur
2025 vergab die EIB in Polen mit 5,5 Milliarden Euro doppelt so viel Geld wie im Jahr zuvor für Klima- und Umweltprojekte, einschließlich der mehrdimensionalen Energiewende. Die Bank ist ein wichtiger Geldgeber für Offshore-Windprojekte in der polnischen Wirtschaftszone der Ostsee. Dazu gehören Baltica 2 des polnischen Energiekonzerns Polska Grupa Energetyczna (PGE) und des dänischen Offshore-Unternehmens Ørsted, Bałtyk 2 und Bałtyk 3 des größten privaten polnischen Energiekonzerns Polenergia und der norwegischen Equinor sowie BC-Wind, ein Joint Venture von ENGIE und EDPR. Nach ihrer Fertigstellung sollen die von der EIB mitfinanzierten Offshore-Windparks bis 2030 fast ein Zehntel des polnischen Stroms produzieren und mehr als ein Drittel der Haushalte mit sauberer Energie versorgen.
Für den Ausbau von Ökostromanlagen an Land vergab die EIB 520 Millionen Euro an PGE.
Als zuverlässiger Partner für große Infrastrukturprojekte unterzeichnete die Bank zudem Finanzierungsverträge über 2,9 Milliarden Euro für den Ausbau und die Modernisierung der Verkehrsnetze sowie für die nachhaltige Entwicklung von Städten und Regionen. Davon floss der Rekordbetrag von 2,6 Milliarden Euro in Verkehrsverbindungen, etwa in den Bau mehrerer Abschnitte der Schnellstraßen S17 und S74 sowie in die Modernisierung einer wichtigen Bahnstrecke im Südosten des Landes. Diese Investitionen kurbeln die Wirtschaft an und können auch für die militärische Mobilität relevant sein.
In Städten wie Gdańsk, Szczecin und Lublin sowie in der nordpolnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern unterstützt die EIB kommunale Investitionsprogramme für den Bau hochwertiger ziviler Infrastruktur.
Technologische Innovation und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit
Aus dem TechEU-Programm der EIB-Gruppe für Innovationen und technologische Kompetenz in Europa gingen Mittel an Synerise für Big-Data- und KI-Lösungen, an den Schienenfahrzeughersteller PESA für neue Produkte und die internationale Expansion sowie an die Schlesische Universität für neue Forschungs- und Lehreinrichtungen.
Zusammen mit der nationalen Förderbank BGK richtete der Europäische Investitionsfonds (EIF) den neuen Dachfonds Future Tech Poland ein. Der 1,5 Milliarden Złoty schwere Fonds soll das polnische Risikokapital-Ökosystem stärken.
Neben Investitionen in die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und in polnische Tech-Champions förderte die EIB-Gruppe auch die Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen. Das kam mehr als 41 000 Firmen zugute und sicherte über eine halbe Million Arbeitsplätze.
Gelungener Auftakt ins Jahr 2026
Für 2026 plant die EIB-Gruppe erneut Rekordfinanzierungen von 100 Milliarden Euro. Mit ihren ersten Unterzeichnungen in diesem Jahr unterstrich die Bank bereits ihr Engagement für die nachhaltige Entwicklung in Polen, das im weltweiten Ranking auf Platz 20 rangiert.
Am 19. Februar gaben die EIB und das polnische Finanzministerium eine Finanzierung über 500 Millionen Euro bekannt. Sie ist Teil eines neuen Pakets von 1,3 Milliarden Euro für die Landwirtschaft und ländliche Regionen in Polen. Das Geld geht an kleine Unternehmen und landwirtschaftliche Betriebe und fördert unter anderem Investitionen in Digitalisierung, Energieeffizienz, Aufforstung und Bodenschutz sowie Tierwohl in der Lebensmittelproduktion. Der Kredit ist die dritte EIB-Finanzierung dieser Art in Polen. Die beiden vorherigen Kredite von insgesamt 1,4 Milliarden Euro wurden vollständig und effektiv weitergeleitet.
Im Januar 2026 vergab die Bank außerdem einen Kredit über 33 Millionen Euro an das Luftfahrtunternehmen WZL-1 (Wojskowe Zakłady Lotnicze). Mit dem Geld will das Unternehmen neue Service- und Tech-Support-Kapazitäten aufbauen, die die polnische Industrie moderner und Europa in Sachen Sicherheit und Verteidigung autonomer machen. Die günstige Finanzierung mit langer Laufzeit hilft beim Aufbau des europaweit ersten Servicezentrums in Dęblin. Das Projekt stärkt das industrielle Potenzial der Muttergesellschaft Polska Grupa Zbrojeniowa (PGZ) und schafft in Europa zusätzliche Kapazitäten für die Reparatur und Instandhaltung wichtiger Militärfahrzeuge der polnischen Streitkräfte. Die Vereinbarung entspricht sowohl Polens Strategie für mehr Sicherheit an der Ostgrenze von EU und NATO als auch der strategischen Priorität der EIB-Gruppe, die europäische Verteidigungsindustrie zu unterstützen.
Zum Monatsende endet Polens sechsjähriges Amtsdauer im Direktorium der EIB-Gruppe. Entsprechend den Vorschriften und Verfahren prüfen die Leitungsorgane der Bank derzeit den von der kroatischen Regierung nominierten Kandidaten, der künftig die Ländergruppe aus Polen, Kroatien und Ungarn vertritt.
Hintergrundinformationen
EIB-Gruppe
Die Europäische Investitionsbank-Gruppe (EIB-Gruppe) ist der Finanzierungsarm der Europäischen Union und eine der weltgrößten multilateralen Entwicklungsbanken. Ihre Anteilseigner sind die 27 Mitgliedstaaten. 2025 unterzeichnete die EIB-Gruppe 100 Milliarden Euro an neuen Finanzierungen und Beratung für mehr als 870 wirkungsstarke Projekte in acht Kernbereichen, die die strategischen Ziele der EU unterstützen: Klima und Umwelt, Digitalisierung und technologische Innovationen, Sicherheit und Verteidigung, territorialer Zusammenhalt, Landwirtschaft und Bioökonomie, soziale Infrastruktur, starke globale Partnerschaften sowie die Spar- und Investitionsunion. Neben der Vergabe langfristiger Darlehen für große Infrastrukturprojekte mobilisiert die EIB-Gruppe privates Kapital für risikoreiche innovative Projekte und Unternehmen. Auf den europäischen Märkten für Venture Debt, Risikokapital, Garantien und Verbriefungen kommt ihr eine wachsende Bedeutung zu.
Der Europäische Investitionsfonds (EIF) ist die auf Garantien und Eigenkapitalbeteiligungen spezialisierte Tochtergesellschaft der EIB-Gruppe und erleichtert kleinen und mittleren Unternehmen sowie Start‑ups europaweit den Zugang zu Finanzierungen. Als Ankerinvestor mobilisiert der EIF über sein breites Netz von Partnerbanken und Investmentfonds privates Kapital und stärkt das Risikokapital‑Ökosystem, um innovative Unternehmerinnen und Unternehmer in Europa zu fördern.
2023 lancierte der EIF gemeinsam mit sechs Mitgliedstaaten (Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Belgien und Niederlande) die European Tech Champions Initiative, einen Dachfonds zur Förderung innovativer Start-ups. Mit dieser Initiative wurden bislang bereits 13 europäische Risikokapital-Megafonds und das Scale-up von 38 Unternehmen unterstützt, darunter elf Unicorns (mit einem Marktwert von über 1 Milliarde Euro).
EIB Group invested record €8 billion in Poland in 2025
©EIB
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