- EIB Global-Kredit über 100 Mio. Euro und EU‑Zuschuss von 34 Mio. Euro finanzieren die Erneuerung eines wichtigen Bahnabschnitts zwischen Serbien und Bulgarien
- Mittel fließen in die Modernisierung des Bahnabschnitts Sićevo–Dimitrovgrad, den Bau einer Bahn-Umgehung um Niš sowie die Elektrifizierung und den Einbau von Signalanlagen auf der gesamten Bahnstrecke
Die Europäische Union stellt 134 Millionen Euro für die Modernisierung, den Umbau und die Elektrifizierung der Bahnstrecke Niš–Dimitrovgrad bereit. Das Finanzierungspaket umfasst einen 100-Millionen-Euro-Kredit der EIB Global, des außereuropäischen Geschäftsbereichs der Europäischen Investitionsbank (EIB), für die Modernisierung des Abschnitts Sićevo–Dimitrovgrad sowie die Elektrifizierung und den Einbau von Signalanlagen auf der gesamten Strecke Niš–Dimitrovgrad. Hinzu kommt ein EU‑Zuschuss von 34 Millionen Euro für den Bau einer Bahn-Umgehung um die Stadt Niš.
Die Investitionen erhöhen die Kapazität, Sicherheit und Qualität der Bahnverbindungen beträchtlich und verringern Verkehrsengpässe in der Stadt Niš. Mit den neuen Finanzierungen beläuft sich die Unterstützung der Europäischen Union für diesen Streckenabschnitt auf 342 Millionen Euro (234 Millionen Euro an EIB Global-Krediten und 108 Millionen Euro an EU‑Zuschüssen). Das Projekt profitierte zudem von Beratungsleistungen der EIB im Rahmen des Programms JASPERS und des Investitionsrahmens für den Westbalkan (WBIF). Die Beratung betraf die Vorbereitung der Umgehung von Niš sowie die Umsetzung der Maßnahmen auf der Strecke Niš–Dimitrovgrad.
EIB‑Vizepräsident Robert de Groot: „Als Teil eines wichtigen internationalen Verkehrsnetzes, das Serbien mit EU‑Ländern verbindet, ist dieses Projekt von zentraler Bedeutung für eine stärkere wirtschaftliche Integration. Es fördert den Handel, zieht Investitionen an und beschleunigt das regionale Wachstum. Es verbessert zudem die Qualität, Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der nationalen und grenzüberschreitenden Bahnverbindungen und ermöglicht einen schrittweisen Umstieg auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel.“
Der EU‑Zuschuss von 34 Millionen Euro unter dem WBIF ermöglicht den Bau der Bahn-Umgehung um Niš. Durch eine integrierte, an EU-Standards angelehnte Verkehrsplanung für die Stadt Niš soll das Projekt Staus verringern und den Verkehrsfluss insgesamt verbessern.
Andreas von Beckerath, EU‑Botschafter in Serbien: „Dieses Projekt ist ein zentraler Baustein von Serbiens breiterem Investitionsprogramm für einen nachhaltigen Verkehr, das Team Europa mit umfangreichen Finanzmitteln und technischem Know-how unterstützt. Die Bahnstrecke Niš–Dimitrovgrad ist ein weiterer Abschnitt des Korridors X, der Teil des größeren Verkehrskorridors Westbalkan–Östliches Mittelmeer ist. Dieser verbindet mitteleuropäische Staaten mit wichtigen Häfen der Adria und des östlichen Mittelmeers. Insgesamt stärkt das Projekt die regionale Konnektivität und bringt den Menschen und Unternehmen in Serbien langfristige Vorteile.“
Finanzminister Siniša Mali: „Der Ausbau der Bahnstrecke Niš–Dimitrovgrad ist ein sehr wichtiges Projekt für unser Land. Damit modernisieren und verbessern wir das serbische Schienennetz weiter. Die Bedeutung dieser Strecke ist enorm, da sie Teil des Korridors X ist, Serbien mit Bulgarien verbindet und große Gütermengen auf dieser Route transportiert werden. Gleichzeitig wird der Eisenbahnknoten in Niš umgestaltet, ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt im Süden Serbiens. Wir treiben die Entwicklung Serbiens weiter voran und verbessern die Lebensqualität in unserem Land. Ein modernes Schienennetz ist dabei ein wesentlicher Schritt.“
Nach dem Ausbau dieser wichtigen Bahnstrecke wird die Reisegeschwindigkeit von derzeit durchschnittlich 50 Kilometern pro Stunde auf bis zu 120 Kilometer pro Stunde steigen. Dadurch soll die Zahl der Fahrgäste von derzeit jährlich rund 170 000 auf etwa 550 000 wachsen. Das Frachtaufkommen dürfte sich von 3,2 Millionen auf rund 6,2 Millionen Tonnen pro Jahr erhöhen.
Aleksandra Sofronijević, Ministerin für Bauwesen, Verkehr und Infrastruktur: „Dank der Unterstützung der Europäischen Union und der Europäischen Investitionsbank haben die Arbeiten an der Strecke Niš–Dimitrovgrad Ende 2023 begonnen. Seither haben die EIB und die EU die Entwicklung und den Bau dieses Infrastrukturprojekts von großer öffentlicher Bedeutung weiter unterstützt, mit neuen Krediten und nicht rückzahlbaren Mitteln. Damit haben sie die finanziellen Weichen für eine kontinuierliche Modernisierung der Strecke gestellt. Die Maßnahmen verbessern die Anbindung an das transeuropäische Verkehrsnetz und sind ein entscheidender Schritt zur Elektrifizierung des letzten nicht elektrifizierten Abschnitts im Korridor X.“
Ministerin Sofronijević dankte der Europäischen Investitionsbank für ihre kontinuierliche Unterstützung des Projekts Niš–Dimitrovgrad. Gleichzeitig bekräftigte sie den Willen Serbiens, gemeinsam mit der EIB ein modernes und wettbewerbsfähiges Bahnnetz aufzubauen, das die Wirtschaft ankurbelt und Serbiens Rolle als Transitdrehkreuz in Südosteuropa festigt.
Hintergrundinformationen
Die EIB und die EIB Global
Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Einrichtung der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen. Ihre Anteilseigner sind die Mitgliedstaaten. Die EIB vergibt Mittel für Investitionen, die zu den Kernzielen der EU beitragen. Die EIB unterstützt Projekte in vier vorrangigen Bereichen: Infrastruktur, Innovation, Klima und Umwelt sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Die EIB Global ist der Geschäftsbereich der EIB-Gruppe für wirksamere internationale Partnerschaften und Entwicklungsfinanzierungen sowie ein zentraler Partner bei der EU-Initiative Global Gateway. Bis Ende 2027 will sie Investitionen von 100 Milliarden Euro mobilisieren, rund ein Drittel des Gesamtvolumens von Global Gateway. Die EIB Global arbeitet als Teil von Team Europa eng und zielorientiert mit anderen Entwicklungsfinanzierungsinstituten und der Zivilgesellschaft zusammen. Über Büros in aller Welt bringt sie die EIB-Gruppe näher zu den Menschen, Unternehmen und Institutionen vor Ort.
Die EIB in Serbien und im Westbalkan
Die EIB ist seit 1977 in Serbien tätig und vergibt landesweit Finanzierungen für wichtige Infrastrukturprojekte sowie für KMU, die Industrie, den Dienstleistungssektor und Gebietskörperschaften. Seit Aufnahme ihrer Tätigkeit in dem Land hat die Bank insgesamt mehr als 7,2 Milliarden Euro für KMU und die Sanierung der Verkehrs-, Bildungs-, Gesundheits- und Versorgungsinfrastruktur bereitgestellt.
Die EIB ist einer der größten internationalen Geldgeber im Westbalkan. Weitere Informationen zur Arbeit der EIB in der Region