>@Shutterstock
©Shutterstock
  • miDiagnostics will mit 20-Millionen-Euro-Kredit der Europäischen Investitionsbank Forschung und Entwicklung ausbauen und seine Diagnoselösung schneller auf den Markt bringen
  • EIB-Finanzierung mit EU-Garantie stärkt europäische Technologie – wichtig, um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen
  • Kredit mit Unterstützung der Europäischen Kommission über InnovFin – EU-Mittel für Innovationen aus Mitteln der Fazilität für Projekte zur Erforschung von Infektionskrankheiten

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat mit dem belgischen Diagnostikunternehmen miDiagnostics einen Kreditvertrag über 20 Millionen Euro unterzeichnet. Mit dem Geld will das Unternehmen die Forschung und Entwicklung im Bereich Infektionskrankheiten ausweiten und vor allem die Entwicklung seines neuen PCR-Schnelltests gegen Covid-19 voranbringen. Der EIB-Kredit wird aus den Mitteln der Fazilität für Projekte zur Erforschung von Infektionskrankheiten des Programms InnovFin – EU-Mittel für Innovationen unterstützt. Über das Programm, das unter das Rahmenprogramm der Europäischen Union für Forschung und Innovation Horizont 2020 fällt, werden EIB-Darlehen für hochinnovative Projekte mit Garantien besichert.

Aufgrund der anhaltenden Coronakrise hat miDiagnostics seine FuE- und Produktentwicklungspläne angepasst, um einen PCR-Schnelltest für SARS-CoV-2 zu entwickeln, der genauso zuverlässig ist wie herkömmliche PCR-Tests und genauso schnell wie Antigen-Schnelltests. Der Test wird seit vergangenem Monat in der Praxis erprobt, vor allem am Flughafen Brüssel.

Urbain Vandeurzen, Vorsitzender des Verwaltungsrats von miDiagnostics: „Wir freuen uns sehr über die 20 Millionen Euro von der EIB. Mit dem Kredit können wir voraussichtlich im kommenden Frühjahr unseren ersten ultraschnellen Covid-19-Test auf den Markt bringen. Wir wollen die Entwicklung beschleunigen und damit maßgeblich dazu beitragen, diese und eventuelle künftige Pandemien in den Griff zu bekommen.“

Mariya Gabriel, EU-Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend: „Die Europäische Kommission spielt bei der Förderung von Forschung und Innovation und bei der Koordinierung der europäischen und weltweiten Forschung gegen Corona eine Vorreiterrolle. Wir brauchen Impfstoffe, Medikamente und Diagnostik-Tools. Deshalb unterstützen wir miDiagnostics bei der Entwicklung eines PCR-Schnelltests für SARS-CoV-2.“

EIB-Vizepräsident Kris Peeters: „Wir alle wünschen uns doch, dass die Coronapandemie möglichst bald vorbei ist. Dafür brauchen wir Lösungen, mit denen die Behörden Infektionen schnell und genau identifizieren können. Nur so lassen sich die Infektionsraten im Zaum halten. Der Schnelltest, den miDiagnostics gerade entwickelt, kann da wesentlich mithelfen. Nachdem die EIB schon verschiedene Vorhaben zur Impfstoffforschung und ‑entwicklung unterstützt hat, will sie nun auch diesem Unternehmen unter die Arme greifen.“

Hintergrundinformationen

Allein im Jahr 2020 vergab die EIB in Belgien Darlehen von fast 1,3 Milliarden Euro für Projekte in Bereichen wie Gesundheitsversorgung, Wasserwirtschaft, Bildung und kleine und mittlere Unternehmen.

InnovFin – Infektionskrankheiten (IDFF) wurde im Rahmen des EU-Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizont 2020“ (2014–2020) eingerichtet. Die Initiative bietet verschiedene Finanzierungsprodukte – vom Standarddarlehen bis hin zu eigenkapitalähnlichen Finanzierungen. Über diese Produkte werden in der Regel Finanzierungen zwischen 7,5 Millionen und 75 Millionen Euro an innovative Unternehmen vergeben, die neue Impfstoffe, Arzneimittel sowie medizinische und diagnostische Geräte entwickeln oder neue Infrastruktur zur Erforschung von Infektionskrankheiten aufbauen. Finanziert werden die Kosten für die klinische Prüfung und die Vorbereitung der Markteinführung sowie für die Entwicklung von Prototypen oder die Aufnahme der industriellen Produktion neuer Geräte, außerdem die präklinischen Forschungs- und Entwicklungskosten und der Betriebskapitalbedarf. Die Mittel werden direkt von der EIB vergeben. Bisher stellte sie 479,5 Millionen Euro im Rahmen von InnovFin – Infektionskrankheiten bereit.

miDiagnostics SA/NV ist ein innovatives Medizintechnikunternehmen, das eine Diagnoseplattform der nächsten Generation für patientennahe Tests auf der Basis disruptiver nanofluidischer Halbleitertechnologie entwickelt. Die Technologieplattform könnte den Diagnoseprozess radikal miniaturisieren und vereinfachen. Das würde die Kosten erheblich senken und somit eine echte patientennahe Diagnostik ermöglichen. Das Unternehmen ist ein Spin-off des weltweit führenden Halbleiter-Forschungszentrums IMEC in einem Kooperationsverbund mit der Johns Hopkins University. Aufgrund der aktuellen Coronakrise hat miDiagnostics seine FuE- und Produktentwicklungspläne angepasst, um einen PCR-Schnelltest für SARS-CoV-2 zu entwickeln, der genauso zuverlässig ist wie herkömmliche PCR-Tests und genauso schnell wie Antigen-Schnelltests.