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  • Präsidenten von Ruanda und Senegal, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EIB-Präsident Werner Hoyer beraten mit BioNTech-Gründer Uğur Şahin über Aufbau einer Impfstoffproduktion in Afrika
  • BioNTech bestätigt Absicht, mögliche Impfstoffe gegen Malaria und Tuberkulose nach erfolgreicher Entwicklung in Afrika herzustellen

Ruandas Präsident Paul Kagame, der senegalesische Präsident Macky Sall, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EIB-Präsident Werner Hoyer haben heute mit BioNTech-CEO und ‑Mitbegründer Uğur Şahin in der Berliner Barenboim-Said Akademie über den Aufbau einer nachhaltigen Impfstoffproduktion für Afrika beraten.

Das von der kENUP Foundation im Auftrag von BioNTech arrangierte Treffen fand am Rande des „G20-Compact with Africa“-Gipfels statt, zu dem Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeladen hatte. An den Gesprächen nahmen auch Dr. John Nkengasong, Direktor der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (Africa CDC), Dr. Matshidiso Moeti, WHO-Regionaldirektorin für Afrika, und Werner Hoyer, Präsident der Europäischen Investitionsbank (EIB), teil.

Am Ende des Treffens wurde ein gemeinsames Kommuniqué verabschiedet. Darin bekräftigt BioNTech die Absicht, mögliche Impfstoffe, die aus der Entwicklung seiner Kandidaten gegen Malaria und Tuberkulose hervorgehen, in Afrika herzustellen. Das Unternehmen prüft bereits Fertigungsmöglichkeiten in Ruanda und Senegal. An den von der Afrikanischen Union empfohlenen Standorten will auch die WHO ihre neuen Impfstoff-Zentren bauen. In der Zwischenzeit kann BioNTech seinen Covid-19-Impfstoff für den Vertrieb in Afrika grundsätzlich auch in den Anlagen vor Ort herstellen. Um ein nachhaltiges kommerzielles und wissenschaftliches Ökosystem zu schaffen, könnten in den Zentren auch Produktionsanlagen für andere Impfstoffe und Arzneimittel errichtet werden.

eradicateMalaria

Das Malariaprojekt von BioNTech ist Teil der Initiative „eradicateMalaria“, die von der kENUP Foundation angestoßen wurde, um die Ausrottung von Malaria zu beschleunigen. Die kENUP Foundation ist eine gemeinnützige Stiftung, die forschungsbasierte, einem gesellschaftlichen Nutzen dienende Innovationen in der Gesundheitsbranche fördert. Laut der WHO und des wissenschaftlichen Beirats von eradicateMalaria können im Rahmen der Initiative weitere Projekte verschiedener Unternehmen berücksichtigt werden.

Die Zusammenarbeit mit Africa CDC im Rahmen des „Partnership for African Vaccine Manufacturing“-Programms soll die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Impfstoffe von den Produktionsstätten zu den Menschen in Afrika gelangen. Dabei geht es um die Harmonisierung der Vorschriften und Richtlinien sowie die Abstimmung zwischen den Ländern.

Prof. Dr. Uğur Şahin‚ CEO und Mitbegründer von BioNTech: „Wir danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die heutigen Gespräche, für ihre Unterstützung und für das Vertrauen, das sie uns entgegenbringen. Wir wollen in Afrika Impfstoffe entwickeln und eine nachhaltige Impfstoffproduktion aufbauen, um gemeinsam die Qualität der medizinischen Versorgung zu verbessern. Wir werden in Spitzenforschung und Innovation investieren, um die Entwicklung von Impfstoffen, die Einrichtung von Produktionsanlagen und den Transfer von Fertigungskompetenz zu den Produktionsstandorten auf dem afrikanischen Kontinent zu unterstützen.“

Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission: „Diese Zusammenarbeit ist wichtig für Afrika und ein großer Schritt in Richtung Impfstoffgerechtigkeit. mRNA-Impfstoffe sind eine Technologie der Zukunft. Es ist ein starkes Zeichen, dass wir uns nun gemeinsam dafür einsetzen, sie in Afrika herzustellen. Team Europe investiert in Afrika mindestens eine Milliarde Euro in den Bau von Produktionsanlagen für Impfstoffe und in ihre gerechte Verteilung. Wir sind stolz darauf, als Partner aktiv dabei zu sein.“

Werner Hoyer, Präsident der Europäischen Investitionsbank: „Nur durch die Ausweitung der lokalen Impfstoffproduktion können wir Covid-19 überwinden und die Länder widerstandsfähiger gegenüber künftigen Pandemien machen. Seit dem Ausbruch der Coronapandemie arbeitet die Europäische Investitionsbank eng mit afrikanischen und internationalen Partnern zusammen, um private und öffentliche Investitionen zu fördern. Gemeinsam wollen wir die Gesundheitsversorgung verbessern und dazu beitragen, dass Unternehmen weiter investieren können. Wir begrüßen die neue Initiative und werden in den kommenden Monaten technisches Know-how und finanzielle Unterstützung dafür anbieten.“

John Nkengasong‚ Direktor von Africa CDC: „Als Verantwortliche für die Partnership for African Vaccine Manufacturing (PAVM) der Afrikanischen Union begrüßt Africa CDC das Engagement von kENUP, BioNTech und der Europäischen Union für den Ausbau der Produktionskapazitäten für Impfstoffe in Afrika. Die PAVM will die Impfstoffproduktion in Afrika bis 2040 von 1 Prozent auf 60 Prozent bringen. Dabei geht es vorrangig um endemische Krankheiten und solche mit hoher Ausbruchsgefahr, aber auch um Krankheiten, von denen unser Kontinent überproportional stark betroffen ist, wie HIV und Malaria. Wir wollen dafür mit moderner Technologie eine nachhaltige Produktion in Afrika aufbauen. Die neue Initiative ist ein weiterer Schritt neben anderen Projekten, um diese Vision für Afrika zu verwirklichen. Wir möchten weitere Partner, Hersteller und Geldgeber ermutigen, uns ebenfalls bei diesen Zielen zu unterstützen.“