>@Unsplash
©Unsplash
  • Schnelle EIB-Finanzierung im Rahmen von Team Europe
  • Mehr als 25 Prozent der Mittel für Unternehmerinnen und Klimaschutz vorgesehen
  • Afrikaweite Soforthilfe zur Abfederung der Folgen von Covid-19 und für den Klimaschutz
  • Programm zur Förderung des Handels und zur weiteren Versorgung mit medizinischem Material

Die Europäische Investitionsbank (EIB), die Finanzierungseinrichtung der Europäischen Union, und die African Export-Import Bank (Afreximbank), Afrikas größte multilaterale Bank für Handelsfinanzierungen, stellen 300 Millionen Euro bereit, um afrikanische Staaten krisenfester zu machen und ihre von der Corona-Pandemie geschädigte Wirtschaft wieder anzukurbeln. Mit dem Geld soll gewährleistet werden, dass Afrikas Unternehmen über das notwendige Betriebskapital verfügen, damit sie Arbeitsplätze erhalten und weiterhin lebenswichtige Güter importieren können. Zudem ist mindestens ein Viertel der Mittel für die Bekämpfung der Ursachen und Folgen des Klimawandels vorgesehen und soll Afrikas Chancen für einen grünen Wiederaufbau verbessern.

Das Hilfspaket ist die erste Covid-19-Sofortmaßnahme für die gesamte Region südlich der Sahara, die die EIB im Rahmen von Team Europe durchführt. Insgesamt stehen 6,7 Milliarden Euro bereit, um den am stärksten gefährdeten und betroffenen Ländern dabei zu helfen, auf die akute Gesundheitskrise zu reagieren, ihre sozialen und wirtschaftlichen Folgen abzufedern und die Krisenresilienz zu stärken.

Die finanzielle Hilfe, die über die Afreximbank in Subsahara-Afrika geleistet wird, setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: 200 Millionen Euro, die ursprünglich für handelsfördernde Investitionen vorgesehen waren, sollen nun gezielt für Sektoren bereitstehen, die am stärksten unter der Pandemie leiden. Wegen des dringenden Bedarfs stellen die Afreximbank und die EIB weitere 100 Millionen Euro bereit. Durch die Kombination aus vorhandenen und neuen Mitteln und dank der guten Marktposition der Afreximbank vor Ort können die Hilfen sofort aktiviert werden, was im Rahmen eines neuen Vertrags nicht möglich gewesen wäre. Zudem gewährleistet die Afreximbank mit ihrem fundierten Know-how und ihrer breiten Präsenz in Afrika, dass das Geld Unternehmen und Gemeinschaften auf dem ganzen Kontinent erreicht.

Die Volkswirtschaften in Afrika leiden wie andere Länder weltweit in beispiellosem Ausmaß unter der Covid-19-Pandemie. Im verarbeitenden Gewerbe haben unterbrochene globale Lieferketten die Produktion ins Stocken gebracht. Gleichzeitig sind die Geldüberweisungen von Migranten in ihre Herkunftsländer zurückgegangen, was die Lage in einigen der ärmsten Länder noch verschärft hat. Inzwischen haben viele afrikanische Volkswirtschaften enorme Probleme mit der Liquidität, können mitunter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nicht bezahlen und leiden unter Haushaltsengpässen. Zudem bleiben ausländische Direktinvestitionen, langfristige Finanzierungen und Portfolioinvestitionen aus.

Ein Teil des Hilfspakets der Afreximbank und der EIB soll den grenzüberschreitenden Handel mit medizinischem Material und Geräten erleichtern, um die weitere Ausbreitung von Covid-19 zu bremsen. Darüber hinaus werden langfristige Investitionen in die Ausweitung des Handels finanziert, um das Warenangebot zu verbessern und den wirtschaftlichen Wohlstand zu fördern. Mit dem Paket werden die Mitgliedstaaten der Afreximbank unterstützt, darunter 46 Länder südlich der Sahara, die das Abkommen von Cotonou unterzeichnet haben.

Zwei Schwerpunkte in Afrika sind Frauen in der Wirtschaft und die Grüne Revolution. Daher ist ein Teil der Mittel für Unternehmen vorgesehen, die Frauen gehören oder von ihnen geleitet werden. Außerdem sollen mindestens 25 Prozent des Geldes in grüne Projekte wie erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel fließen. Die Afreximbank prüft derzeit Erneuerbare-Energien-Projekte im Umfang von mehr als 100 Millionen Euro, die mit den EIB-Mitteln unterstützt werden können. Außerdem soll ein Teil des Geldes in Fabriken fließen, die ihre Produktion auf die Herstellung von persönlicher Schutzausrüstung und anderer Covid-19-Materialien umstellen. Bereitgestellt werden die Mittel über die African Medical Supplies Platform, eine digitale Plattform, die von Africa CDC, der Afreximbank, der UN-Wirtschaftskommission für Afrika (UNECA) und dem Sonderbeauftragten der Afrikanischen Union Strive Masiyiwa auf den Weg gebracht wurde.

Prof. Benedict Oramah, Präsident der Afreximbank: „Als Nachbarkontinente müssen Europa und Afrika gemeinsam gegen die weltweite Pandemie kämpfen. Die heute zugesagten Mittel werden nicht nur dringend benötigt, sondern kommen auch sofort zum Einsatz.

Die Afreximbank und die EIB werden ihre Kompetenz bündeln, sodass die Hilfe rasch bei den Menschen ankommt, die am stärksten betroffen sind. Außerdem wird sie so konzipiert sein, dass sie die konjunkturelle Erholung von der Pandemie bestmöglich fördert. Darüber hinaus helfen die Mittel für grüne Projekte, in Afrika eine nachhaltige, zukunftsfähige Wirtschaft aufzubauen, die neue Chancen bietet.

Ich bin zuversichtlich, dass unsere Zusammenarbeit nicht nur den afrikanischen Staaten zugutekommt. Sie wird uns auch enger zusammenbringen, gestützt auf gemeinsamen Wohlstand, gemeinsame Werte und unser Engagement für eine nachhaltige Zukunft.“

EIB-Vizepräsident Ambroise Fayolle: „Die Europäische Investitionsbank setzt erneut auf die enge Zusammenarbeit mit der Afreximbank, um entwicklungswirksame Investitionen von Unternehmen in ganz Afrika zu ermöglichen. Durch die Soforthilfe der EIB im Rahmen von Team Europe stehen nun insgesamt 300 Millionen Euro zur Verfügung.

Angesichts der enormen Schäden, die die Coronapandemie weltweit anrichtet, hat der Verwaltungsrat der EIB beschlossen, Soforthilfe zu leisten und dazu bereits laufende Finanzierungen auszuweiten. Die neue Finanzierung mit der Afreximbank wird Investitionen im medizinischen Bereich anstoßen und zugleich sicherstellen, dass Klimaprojekte zur Senkung des Energieverbrauchs und der Emissionen nicht aufgeschoben werden müssen.“

2018 haben EIB und Afreximbank eine Vereinbarung über 200 Millionen Euro unterzeichnet. Ein Teil der Mittel wurde in Afrika bereits für Projekte zur Verbesserung der Pandemieresilienz vergeben. Dazu gehören Programme, die den innerafrikanischen Handel fördern und Unternehmen in Sektoren unterstützen, die für den Export produzieren und einen hohen Anteil an Arbeitskräften beschäftigen. Nach diesem bewährten Ansatz wollen beide Organisationen kurzfristig zur Krisenbewältigung beitragen und langfristig die Resilienz fördern.

Die African Export-Import Bank (Afreximbank) ist eine panafrikanische multilaterale Finanzierungsinstitution, die den inner- und außerafrikanischen Handel finanzieren und fördern soll. Sie wurde im Oktober 1993 gegründet und befindet sich im Eigentum afrikanischer Staaten, der Afrikanischen Entwicklungsbank und anderer multilateraler afrikanischer Finanzierungsinstitutionen sowie afrikanischer und nichtafrikanischer privater und institutioneller Investoren. Die Bank arbeitet auf der Grundlage einer von den Mitgliedstaaten unterzeichneten Vereinbarung, die der Afreximbank den Status einer internationalen Organisation zuspricht, und einer von allen Anteilseignern unterzeichnete Charta, die ihre Gesellschaftsstruktur und ihre Tätigkeit regelt. Die Afreximbank entwickelt innovative Finanzierungslösungen, die helfen, Afrikas Handel neu zu strukturieren, die Industrialisierung und den intraregionalen Handel zu beschleunigen und so das Wirtschaftswachstum in Afrika zu fördern. Ende 2019 beliefen sich die Gesamtaktiva und Garantien der Bank auf 15,5 Milliarden US-Dollar und das Eigenkapital auf 2,8 Milliarden US-Dollar. Die Bank zahlte zwischen 2016 und 2019 mehr als 31 Milliarden US-Dollar aus und wurde 2019 zur „African Bank of the Year“ gewählt. Die Afreximbank wird von der GCR (internationale Ratingskala) mit A-, von Moody’s mit Baa1 und von Fitch mit BBB- bewertet. Die Bank hat ihren Sitz in Kairo (Ägypten).