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  • Zusage der EIB-Gruppe auf globaler Geberkonferenz unter Federführung der EU
  • Internationale Partner wollen dringend benötigte Mittel für Impfstoffentwicklung und Kapazitätsaufbau zur Massenproduktion von Diagnostika, Impfstoffen und Medikamenten aufbringen
  • Neue Initiativen und Vereinbarungen der EIB mit der WHO, CEPI und UN-Habitat im Vorfeld der Geberkonferenz

Die Europäische Investitionsbank-Gruppe (EIB-Gruppe) hat sich heute einer weltweiten Geberaktion im Kampf gegen das Coronavirus angeschlossen. Die globale Geberkonferenz unter Federführung der Europäischen Union und der gemeinsamen Leitung von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und weiteren Führungsverantwortlichen soll einen finanziellen Grundstock von 7,5 Milliarden Euro mobilisieren.

Die EU arbeitet mit Partnern aus aller Welt zusammen, um über eine Geberinitiative dringend benötigte Mittel für die rasche Entwicklung wirksamer Corona-Impfstoffe aufzubringen und Kapazitäten für die Massenproduktion von Diagnostika, Impfstoffen und Medikamenten aufzubauen. Neben den Finanzierungszusagen zielt die Initiative auch auf ein Bekenntnis der Politik zum gleichberechtigten Zugang zu Produkten ab, die gegen die Pandemie entwickelt werden.

Die EIB baut eine Pipeline für potenzielle Investitionen in Impfstoffe, Medikamente und Diagnostika zur Bekämpfung von Covid-19 auf. Dabei nutzt sie ihre globalen Partnerschaften mit der Europäischen Kommission, der WHO, der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) und anderen Organisationen. Dahinter steht auch das Ziel, ausreichende Produktionskapazitäten zu schaffen. Ergänzend dazu fördert die EIB Gesundheitsinvestitionen und Maßnahmen für die Pandemiebereitschaft innerhalb und außerhalb der EU. Mit Partnern aus den Bereichen Gesundheit und Biowissenschaften hat die EIB Projekte im Umfang von rund sechs Milliarden Euro in der Pipeline.

EIB-Präsident Werner Hoyer: „Um den größtmöglichen globalen Nutzen zu erzielen, brauchen wir Solidarität, Zusammenarbeit und Partnerschaften, und wir brauchen sie jetzt. Mit ihrem Finanzierungs- und Beratungsangebot kann die EIB-Gruppe die Entwicklung eines Portfolios von Covid-19-Impfstoffen beschleunigen. Zugleich wollen wir sicherstellen, dass die Impfstoffe für alle verfügbar sind. Noch nie zuvor haben die Akteure weltweit so rasch und konzertiert gehandelt, um Impfstoffe und Medikamente gegen einen gemeinsamen Feind zu entwickeln. Auf der globalen Geberkonferenz können wir diese Entwicklung gemeinsam mit internationalen Partnern noch schneller vorantreiben und dabei sicherstellen, dass wir alle Instrumente optimal einsetzen.“

Die EIB-Gruppe und die Europäische Kommission wollen gemeinsam 770 Millionen Euro für Unternehmen bereitstellen, die derzeit an Medikamenten, Tests und Impfstoffen arbeiten. Im Rahmen dieser Partnerschaft sagt die EIB heute 141 Millionen Euro aus eigenen Mitteln zu. Zudem will die Kommission die nächsten Meilensteine einer globalen Kampagne bekannt geben, über die in den kommenden Wochen kontinuierlich weiter Geld mobilisiert werden soll.

Mittelzusagen und internationale Zusammenarbeit

Die Europäische Union arbeitet mit verschiedenen internationalen Partnern zusammen, um dieser Initiative Impulse zu geben. Durch die gemeinsam organisierte Geberkonferenz will sie Finanzierungszusagen und ein klares Bekenntnis der Politik zum gleichberechtigten Zugang aller Partnerländer, Unternehmen und Organisationen erreichen. Vor diesem Hintergrund steht die Europäische Kommission in Kontakt mit Partnerländern, internationalen Foren wie UNO, WHO, G 7 und G 20, maßgeblichen Expertenorganisationen (z. B. Wellcome Trust, Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung, Gavi, Global Fund) sowie Vertretern der Pharmaindustrie und der Wissenschaft.

Neue EIB-Initiativen im Gesundheitssektor

Letzte Woche kündigte die EIB eine neue Absichtserklärung mit der WHO, eine Beratungsvereinbarung mit der CEPI, eine Zusammenarbeitsvereinbarung mit der israelischen Innovationsbehörde und einen Finanzierungsvertrag über 50 Millionen Euro mit Pluristem zur Entwicklung von Therapien für Covid-19 sowie eine engere Zusammenarbeit mit UN-Habitat an.

EIB-Finanzierungen für Investitionen in den Bereichen Gesundheit, Biowissenschaften und Covid-19

In den letzten Jahren hat die Europäische Investitionsbank jährlich mehr als zwei Milliarden Euro für Investitionen im Gesundheitssektor und im Bereich Biowissenschaften bereitgestellt.

Zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie prüft die EIB derzeit über 20 Projekte zur Entwicklung von Impfstoffen, Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Diese Projekte könnten Investitionen von 770 Millionen Euro anstoßen.

Hintergrundinformationen:

Die EIB ist einer der größten öffentlichen Innovationsförderer in der EU. Sie macht Europa wettbewerbsfähiger, indem sie Innovationen und den Klimaschutz unterstützt. Seit 2000 hat die Bank mehr als 210 Milliarden Euro in innovative Projekte, FuE, Kompetenzaufbau und Ausbildung investiert. 2019 konnte die EIB die medizinische Versorgung von zwölf Millionen Menschen verbessern. Außerdem hat sie mit ihren Krediten den Zugang zu sauberem Trinkwasser für zehn Millionen Menschen gesichert.