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Die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI), eine globale Allianz für die schnellere Entwicklung von Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten, und die Europäische Investitionsbank (EIB), die Bank der EU, haben heute eine wegweisende Beratungsvereinbarung unterzeichnet. Gemeinsam wollen sie innovative Finanzierungsinstrumente für die weltweite Impfstoffentwicklung auf den Weg bringen.

Im Rahmen dieser Partnerschaft, die unter das Programm „InnovFin – Beratung“ fällt, bietet die EIB der CEPI und ihren Mitgliedern (private und öffentliche Unternehmen und Forschungsinstitute), die große Impfstoffprojekte in Vorbereitung haben, strategische finanzielle Beratung zu möglichen Finanzierungen der EIB-Gruppe und/oder anderer Anbieter. So will die EIB die Finanzierungsmöglichkeiten weltweit leichter zugänglich machen. Gleichzeitig mit der Unterzeichnung wurde auch eine von der Europäischen Union ins Leben gerufene globale Geberkonferenz angekündigt. Die Initiative beginnt am 4. Mai 2020 und soll einen finanziellen Grundstock von 7,5 Milliarden Euro einwerben.

Gemeinsam werden die EIB und die CEPI auch nach Wegen suchen, wie die Finanzierungslandschaft für Investitionen in Maßnahmen für die Pandemiebereitschaft insgesamt verbessert werden kann. Gegebenenfalls wird dafür auch ein neuer Finanzierungsmechanismus entwickelt, der zusätzliches öffentliches und privates Kapital mobilisiert. Dank der Zusammenarbeit zwischen der EIB und der CEPI werden zahlreiche Impfstoffprojekte künftig schneller und leichter Finanzierungsmittel erhalten. Diese Projekte werden zudem im Rahmen des EIB-Programms „InnovFin – Beratung“ unterstützt.

Die CEPI und die EIB werden im Rahmen des Programms „InnovFin – Beratung“ gemeinsam relevante Impfstoffprojekte ermitteln. Das Programm wird von der Europäischen Kommission unterstützt und dient der Beratung von Unternehmen bei der Strukturierung ihrer FuI-Projekte, um leichter an Finanzierungen zu gelangen. Die EIB stellt der CEPI und ihren Mitgliedern umfassendes Know-how und Unterstützung zur Verfügung, damit sie sich bei den Finanzierungsinstrumenten der EIB und anderer Anbieter zurechtfinden und so Impfstoffprojekte auf den Weg gebracht werden können. Die Bank bietet zahlreiche Optionen für Unternehmen mit Kapitalbedarf, wie etwa Unternehmensdarlehen, Projektfinanzierungen oder Venture Debt. Im Rahmen der Zusammenarbeit sollen außerdem mögliche Finanzierungslücken bei Impfstoffprojekten aufgedeckt und ein etwaiger Bedarf an neuen Finanzierungsinstrumenten ermittelt werden. 

EIB-Vizepräsident Ambroise Fayolle: „Die Entwicklung von Impfstoffen ist im Kampf gegen globale Infektionskrankheiten wie die aktuelle Coronapandemie entscheidend. Wir freuen uns, gemeinsam mit der CEPI Impfprojekte zu ermitteln und sie mit geeigneten Finanzierungen voranzutreiben. Die Bank bietet zahlreiche Optionen für Unternehmen mit Kapitalbedarf, um die nächste Generation von Impfstoffen zur Bewältigung globaler Seuchen zu entwickeln.“

Die CEPI ist eine innovative Allianz öffentlicher, privater, philanthropischer und zivilgesellschaftlicher Organisationen, die 2017 in Davos ins Leben gerufen wurde, um die Entwicklung von Impfstoffen gegen künftige Epidemien zu fördern. In Zusammenarbeit mit der WHO ging die CEPI bereits neun Partnerschaften ein, um Covid-19-Impfstoffkandidaten so rasch wie möglich in die klinische Erprobung zu bringen.

CEPI-Chef Richard Hatchett: „Die Covid-19-Pandemie stellt die Welt vor eine noch nie da gewesene Herausforderung. Ein für alle verfügbarer Impfstoff ist die beste Exitstrategie aus der Krise. Leben würden gerettet, und Gesellschaften könnten zur Normalität zurückkehren. Ich begrüße die Zusammenarbeit mit der EIB sehr, die uns bei unserer Suche nach einem Impfstoff gegen diese tödliche Krankheit unterstützen wird.“

Die EIB baut eine Pipeline mit potenziellen Investitionen in Impfstoff-, Behandlungs- und Diagnoseprojekte zur Bekämpfung von Covid-19 auf. Dabei nutzt sie ihre globalen Partnerschaften mit Organisationen wie der Europäischen Kommission, der WHO, der CEPI und anderen Partnern. Dahinter steht auch das Ziel, ausreichende Produktionskapazitäten zu schaffen. Diese Anstrengungen ergänzt die EIB durch ihre Maßnahmen im Gesundheitswesen und für die Pandemiebereitschaft innerhalb und außerhalb der EU.

Hintergrundinformationen:

Die EIB ist einer der größten öffentlichen Innovationsförderer in der EU. Sie macht Europa wettbewerbsfähiger, indem sie Innovationen und den Klimaschutz unterstützt. Seit 2000 hat die Bank mehr als 210 Milliarden Euro in innovative Projekte, FuE, Kompetenzaufbau und Ausbildung investiert. Bisher (Stand Ende Dezember 2019) stellte die Bank weltweit mehr als 30 Milliarden Euro für Gesundheitsprojekte bereit. Dabei finanzierte sie jährlich durchschnittlich rund 20 Vorhaben mit insgesamt 1,4 Milliarden Euro. 2019 konnte die EIB die medizinische Versorgung von zwölf Millionen Menschen verbessern. Außerdem hat sie mit ihren Krediten den Zugang zu sauberem Trinkwasser für zehn Millionen Menschen gesichert.

Beratung für Innovationsfinanzierungen bei der EIB: Die EIB bietet Beratungsleistungen, die dazu beitragen sollen, dass innovative oder komplexe Projekte mit einem hohen langfristigen Finanzierungsbedarf die Voraussetzungen für eine Bankfinanzierung erfüllen und für Investoren interessant werden. Durch Beratung zu bereichsübergreifenden Themen sollen außerdem die Bedingungen für den Zugang zu Risikofinanzierungen für Forschung, Entwicklung und Innovation (FEI) verbessert werden.

Die Europäische Kommission und die Europäische Investitionsbank-Gruppe (EIB und EIF) haben das InnovFin-Programm für das EU-Forschungs- und Innovationsprogramm Horizont 2020 (2014–2020) entwickelt. Es umfasst eine Vielzahl von Finanzierungsinstrumenten und Beratungsdiensten, mit denen innovativen Unternehmen der Zugang zu Krediten erleichtert werden soll. Innovative Projekte mit öffentlichen und privaten Partnern müssen gut vorbereitet und strukturiert werden, bevor sie potenziellen Darlehensgebern und Investoren vorgestellt werden können. Die EIB-Beratung hilft bei der Ausarbeitung eines tragfähigen Geschäftsplans für vorrangige Projekte und berät zu einer geeigneten Strategie, Governance und Finanzierungsstruktur.

Durch die Beratung wird auch die Katalysatorrolle der EIB als Anbieter von Finanzierungslösungen gestärkt, die privates Kapital durch öffentliche Mittel mobilisieren.

CEPI

Die CEPI ist eine innovative Allianz öffentlicher, privater, philanthropischer und zivilgesellschaftlicher Organisationen, die 2017 in Davos ins Leben gerufen wurde, um die Entwicklung von Impfstoffen gegen künftige Epidemien zu fördern. Angesichts von Covid-19 wurde die CEPI in Abstimmung mit der WHO sofort aktiv. Sie ging neun Partnerschaften für die Entwicklung von Impfstoffen gegen das neue Coronavirus ein. Die Programme werden bereits von der CEPI unterstützte Schnellreaktionsplattformen sowie neue Partnerschaften nutzen. Ziel ist es, Covid-19-Impfstoffkandidaten so schnell wie möglich in die klinische Erprobung zu bringen

Vor dem Ausbruch von Covid-19 wurde vorrangig an Impfstoffen gegen das Ebola-, Lassa-, MERS-, Nipah-, Rifttalfieber- und Chikungunya-Virus gearbeitet. Die CEPI hat ferner in Plattformtechnologien investiert, die für die schnelle Impfstoff- und Immunprophylaxeentwicklung gegen unbekannte Erreger (Krankheit X) genutzt werden können.